Tipps zum Akku Laden

Es gibt Fälle, die sehr selten passieren, aber bei vielen Modellbauern zieht immer einer das große Los. Die im folgenden beschriebenen Hinweise sind aber gar nicht so selten wie man glaubt, es spricht wahrscheinlich nur niemand gern darüber. Trotzdem, alles was mit Akkus zu tun hat ist wichtig, denn Akkus können erhebliche Ströme erzeugen und verdienen daher große Aufmerksamkeit.

Im folgenden ein paar Tipps, die ich bei verschiedenen Versuchen erarbeitet habe oder die von anderen Piloten gemeldet wurden.


Benutzung des Ladekabels:

Was soll daran so schwer sein ? Einfach reinstecken und fertig. So läuft es in der Regel und die meisten haben keine Probleme damit.

Und trotzdem, ich kenne bereits zwei Piloten, die sich durch falsche Handhabung des Ladekabels eine MC24 völlig verkohlt haben, die Reparatur war sehr teuer. Was war passiert :

Die meisten Sender haben eine Schutzdiode eingebaut, welche vor Fehlern beim Laden schützen soll. Leider funktionieren Computer-Ladegeräte nicht mehr, wenn diese Schutzdiode im Sender vorhanden ist. Aus diesem Grund kann man mit einer Steckbrücke diese Diode unwirksam machen und fast alle Modellbauer (welche Computerlader besitzen) machen das auch. Dann kann man bequem und automatisch mit dem Computerlader die Akkus aufladen.

In der vor-weihnachtlichen Hektik steckte ein Modellbauer also sein Ladekabel in die MC24. Das andere Ende des Kabels hing noch den Tisch hinunter. Unglücklicherweise hing es so, dass sich die beiden Bananenstecker des Ladekabels berührten. In dem Moment wo der Modellbauer das Kabel in die MC24 steckte gab es dadurch einen Kurzschluss. Der 3000mAh NiHM Akku hat richtig Kraft, er ließ sofort heftige Ströme von sicher über 50 Ampere durch die MC24 fließen. Es dauerte nur Sekunden bis der Qualm aufstieg und das Ende der MC24 deutlich wurde.

Exakt das gleiche kann auch beim Laden des Empfängerakkus im Modell passieren !

Daher darauf achten: Das Ladekabel IMMER zuerst ins Ladegerät einstecken und erst DANN ins Modell oder den Sender !


Anschluss des Empfängerakkus:

Diese Sache ist etwas komplexer und auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich, aber sie ist trotz allem sehr wichtig, da man auch hier erhebliche Zerstörungen im Modell verursachen kann:

Es gibt verschiedene Arten den Empfängerakku anzuschließen:

1) Vom Akku über eine Steckverbindung direkt zum Empfänger. Das ist gut und problemlos.

2) Vom Akku direkt zu einer Ladebuchse (mit oder ohne Schalter) und weiter zum Empfänger. Auch das ist gut und problemlos.

3) Die Kombination von 1 und 2: vom Akku über eine Steckverbindung zu einer Ladebuchse (mit oder ohne Schalter) und weiter zum Empfänger. Hier lauert der Teufel auf unvorsichtige Modellbauer. Einige haben sich damit schon Elektronik zerschossen ohne die Ursache zu kennen.

Warum ist Variante 3 so gefährlich ? Der Grund liegt in der Funktion moderner Computerladegeräte. Diese erzeugen kräftige Spannungen um auch Akkus mit vielen Zellen schnell aufladen zu können.

Normalerweise läuft auch hier alles problemlos. Es gibt nur einen ungünstigen Fall, der zu heftigen Blitzen führen kann:

Man lädt den Akku mit dem Computerlader über die Ladebuchse im Modell auf. Plötzlich kommt man aus irgendeinem Grund auf die Idee, den Akku abzustecken. Man trennt die Steckverbindung direkt am Akku auf, das Ladegerät bleibt aber an der Ladebuchse angeschlossen. Der Computerlader wird damit plötzlich des Akkus beraubt. Als Reaktion auf diesen Diebstahl, regelt er die Ladespannung gemeinerweise in extreme Regionen von deutlich über 50 Volt hinauf um seinen Akku zu suchen. Ich weiß nicht ob das alle Ladegeräte machen, aber mein Ladegerät eines bekannten Herstellers macht das. Ich vermute aber, dass das im Prinzip dieser Geräte liegt und bei allen ähnlich sein könnte.

Ich glaube es kann sich jeder vorstellen was passiert, wenn plötzlich 50 Volt in der Empfängerstromversorgung herumschwirren. Elektronische Schalter sterben sofort (lassen sich nicht mehr abschalten), andere Geräte die angeschlossen sind können auch betroffen sein. Besonders gefährdet sind elektronische Schalter, die nur über Tipp-Tasten zum Ein- und Ausschalten verfügen.

Solange ein Akku fest angeschlossen ist, kann das nicht passieren.

Daher: bei Verwendung von Ladebuchsen, muss der Empfängerakku fest verkabelt und verlötet sein, es darf keine zusätzliche Steckverbindung benutzt werden. Damit besteht nicht die Gefahr, dass man während des Ladens unabsichtlich den Akku abklemmt.