Die Qual der Wahl, welchen Hubi soll ich kaufen ? PE02084A.gif (2160 Byte)

Wie ich in zahlreichen E-Mails lesen kann überlegen viele Anfänger, ob Elektrische- oder Verbrennerhubschrauber wohl der beste Einstieg in dieses faszinierende Hobby ist.

Eine klare Antwort ist so leider nicht möglich. Es hängt sehr von den persönlichen Gegebenheiten ab, mit welcher Technik man sich an das Helifliegen herantasten sollte.

In "ROTOR" Heft 9/99 schreibt ein Pilot im Tagebuch, dass der Verbrenner der optimale Einsteig sein. Ich hingegen habe mit einem kleinen E-Heli das Fliegen erlernt, und das in durchaus brauchbarer Zeit. Welche Auswahlkriterien gibt es nun um seine persönliche Entscheidung zu treffen. (Hinweis an erfahrene Piloten: Falls ich etwas vergessen haben sollte oder ein Eintrag fehlerhaft ist, bitte schreibt mir damit es ergänzt oder korrigiert werden kann !)

Meine persönliche Auswahl
Versuch eines Vergleiches zwischen Helicoptertypen
Auswahlhilfe
40er und 60er Hubi - Auswahl und Erfahrungen von Hubipilot Klaus


Meine persönliche Auswahl:

Da ich in der Zwischenzeit einige Hubis herumstehen habe, hier meine Auswahl für die Flugtage:

1. ECO-8: Spaßfliegen hinter dem Haus und zu jeder Zeit. Mitnehmen in den Urlaub und zu Freunden. Mit diesem Hubi fliege ich in jeder freien Minute.

2. LOGO-30: Trägt Photokameras und wird als Live-Videohubschrauber verwendet da er praktisch keine Vibrationen hat. Dieser Hubi wird meist zu besonderen Anlässen geflogen.

3. X-Treme: Zum Training des Kunstflugs. Ein Wochenendflieger, wenn Zeit genug für die Fahrt zum Flugplatz ist.


Die Auswahl vieler anderer Modellpiloten könnt Ihr auf der bekannten Helivergleichsliste von Frank finden:

http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Cockpit/2967/


Versuch eines Vergleiches zwischen Hubschraubertypen:

Leider stellt sich nicht nur die Frage nach Elektro- oder Verbrennerhubi, es stellt sich auch die Frage nach 'großem' oder 'kleinem' Heli. Ich möchte versuchen (mit Eurer Hilfe) eine Tabelle zu erstellen, welche die Entscheidung erleichtern soll:

  Klein (30er Größe) z.B.: ECO-8 Groß (60er Größe) z.B.: LOGO-30 Klein (30er Größe) z.B.: Schweizer Mittel (40er Größe) z.B.: Graupner Uni-40 Groß (60er Größe) z.B.: SkyFox
Technik          
Flugfertiger Heli ab 650 € ab 1200 € ab 800 € ab 950 € ab 1200 €
Anschaffungspreis des nackten Helis unter 250 € im 500 €  Bereich im 500 €  Bereich ca. 600 € über 750 €
Anschaffungspreis des Antriebs bis zu 250 € über 250 € im 170 € Bereich im 170 € Bereich zwischen 250 und 500 €
Ersatzteilkosten mittel hoch mittel mittel hoch
Benötigte Servos Miniservos Mittelklasse (z.B. C4041) Mittelklasse (z.B. C4041) Mittelklasse (z.B. C4041) Oberklasse (z.B.: C4421)
Kreisel Minikreisel beliebig beliebig, muss für Verbrenner geeignet sein beliebig, muss für Verbrenner geeignet sein beliebig, muss für Verbrenner geeignet sein
Antriebskosten (Akku, Sprit) einmalig 50 € pro Akkupack und Ladegerät 150-500 € 150 € pro Akkupack und Ladegerät 150-500 € ca. 2,50 € pro Flugstunde, einmalig Startbox ab 100 € ca. 250 € pro Flugstunde, einmalig Startbox ab 100 € ca. 3,5 € pro Flugstunde, einmalig Startbox ab 100 €
Stabilität der Mechanik gering gut gut gut sehr gut
Ersatzteilbedarf bei Wartung täglich sehr selten selten selten selten
           
Praxisbetrieb          
Anfänger-Schweben schwierig einfach mittel mittel einfach
Einstellarbeiten am Hubi Nachjustierungen erforderlich Aufbau genau nach Bauplan Aufbau genau nach Bauplan Aufbau genau nach Bauplan Aufbau genau nach Bauplan
Einstellarbeiten am Antrieb sehr einfach sehr einfach für Anfänger schwierig für Anfänger schwierig für Anfänger schwierig
Schwebeflug sehr agil, erfordert viele Korrekturen ruhig agil mittel ruhig
Rundflug Erfordert genaue Steuerung der Nickfunktion (Aufbäumen) Wenig Korrekturen Korrekturen durch den Piloten erforderlich relativ stabil sehr wenig Korrekturen erforderlich
Kunstflug möglich wenn präzise und leistungsbewusst geflogen. Mit Standardantrieb sehr schwierig. Es gibt spezielle Kunstflugmotoren. relativ problemlos relativ problemlos problemlos
Fliegen in freier Natur jederzeit möglich Nach Absprache mit Zuschauern möglich. in Deutschland so gut wie verboten in Deutschland so gut wie verboten in Deutschland so gut wie verboten

Auswahlhilfe:

Eine Vorauswahl kann man mit folgendem "Baum" treffen. Beantworte die Fragen und gehe zur entsprechenden Zeile weiter:

START ... Ich bin Clubmitglied ? JA=1, NEIN=2

1 ... Fliegen in meinem Club einige Helipiloten ? JA=5, NEIN=4

2 ... Habe ich viel Platz zum Fliegen zur Verfügung ? JA=4, NEIN=3

3 ... Wähle einen 30er Elektrohubi wie den ECO-8, Heaven oder andere.

4 ... Muss ich die Kosten gering halten ? JA=3, NEIN=8

5 ... Muss ich die Kosten gering halten ? JA=6, NEIN=7

6 ... Wähle einen 30er Verbrenner Hubi wie z.B. den Graupner Schweizer oder Kyosho 46FX

7 ... Wähle einen 60er Verbrenner Hubi wie z.B. Vario SkyFox

8 ... Wähle einen 60er Elektrohubi wie z.B. den LOGO

Wichtig ist auch, ob man gerne bastelt. Wer den Schraubenzieher nur ungern in der Hand hält, sollte sich lieber einen stabileren 60er Hubi zulegen. Zum Erlernen des Schwebeflugs ist ein größerer 60er Hubi immer besser. Letztendlich entscheidet die Bastelkasse für welche Größe man sich entscheidet.


40er Hubis sind eine günstige Alternative um die höhere Flugstabilität eines größeren Hubis mit den günstigen Kosten eines 30er zu kombinieren. Hierzu, und zu 60er Hubis,  erreichte mich folgender interessanter Artikel von Pilot Klaus:

"40er"-Mechanik

Bei den Verbrennern ist wohl die 40er Größe auch mit in die Liste zu zählen. Da gibt es z. B. den Uni-40 von Graupner. Mechanikpreis (ohne Motor) im Handel ca. 170 € (Stand 1.10.99) hinzu kommt übliche Ausrüstung, womit man dann in etwa bei 1100,- bis 1200,- ist. Ein Absturz kann dann jedoch maximal (Elektronikkomponenten ausgeschlossen) eine komplette Mechanik kosten: eben 170. Die Mechanik selbst ist überwiegend mit Teilen der "großen" Profi-Tuning-Mechanik bzw. der Uni-Expert-Mechanik ausgestattet, was bedeutet, dass die Teile für den Alltagsbetrieb mehr als reichlich dimensioniert sind. Baut man nun in diese Mechanik einen 8,5 ccm Webra Helimotor (ca. 175 €) ein, so sind die Leistungsreserven nahezu unerschöpflich. 

Durch das sehr geringe Gewicht aller "Heim-Mechaniken bietet dieses Modell sehr viel Möglichkeit zum "austoben". Die Ersatzteilpreise bei der ganzen Graupner-Heim Linie sind mittlerweile fast als niedrig zu bezeichnen (Tuningteile ausgeschlossen!). Ein weiterer Vorteil ist, dass man nahezu von jedem Hubschrauberhersteller passende Teile dafür kaufen kann (Vario ist im Prinzip sowieso nur eine Kopie von Heim, jedoch mit etwas edleren Teilen versetzt). Ich habe selbst (vor nicht langer Zeit) mit oben genanntem Modell begonnen und bin der Meinung, dass er ganz gut für einen Anfänger geeignet ist, insbesondere im Verhältnis Kosten/Spaß. Foto von diesem "Kleinen" gibt es auf der Homepage des MSV-Landau (weißer mit blauen Rauten) 

"60er"-Mechanik

Ich habe mir dann kurz darauf einen Uni-Expert mit 60er Motor gekauft. Die sehr ausgeglichenen Flugeigenschaften haben mich dann überzeugt, dass eine 60er Größe wohl doch der ideale Einstieg ist, da (eine richtige Einstellung der Mechanik vorausgesetzt) etwas gutmütiger. Preislich gesehen lag er auch weit unter Deinen Angaben, da ein fast neuwertiger Gebrauchter (gibt es ja wie Sand am Meer) kompl. inkl. Elektronik 500 € gekostet hat. Für den Neupreis kann jedoch ein weiterer "Expert" herhalten: Mechanik inkl. OS-RX -Motor: 420,- d. h.: Mechanik: 200,- + Motor 220,-€; benötigt wurden die üblichen weiteren Komponenten: 4 x C4041 (da elektronische Mischung und daher immer mindestens 2 Servos für eine Aufgabe verwendet werden), 1 x NES2700G + 3D-Gyro, Empfänger; Krümmer + Resorohr. Kompl. also ca. 750,-. Der Expert - Trainer ist mittlerweile mein Sandardheli und muss so ziemlich alles mitmachen, was eben so ein Anfänger im Übergang zum Fortgeschrittenen ausprobiert. Die laufenden Kosten sind relativ gering. Für Tuning- und Ersatzteile gilt oben genanntes. Die maximalen Absturzkosten sind wegen des geringen Gesamtpreises entsprechend niedrig.

Für denjenigen, der mit einem Auge die Kosten im Auge behalten will, dem kann ich nur die Heimflotte empfehlen, wenn auch durch die lange Zeit, in der es sie fast unverändert gibt, der Ruf nicht gerade gewachsen ist, so sind sie doch (mittlerweile) sehr preisgünstige Varianten, die mit geringen Aufwand viel Spaß bereiten. (Bestätigung hierzu in Rotor-Ausgaben vom Sommer bzw. letzten Herbst)  

Für den Experten bzw. denjenigen, der eben etwas Edles haben möchte, gibt es dann ja auch noch andere Möglichkeiten: X-Treme, Genisis, Three-Dee ...
Aus meiner Sicht sind die jedoch erst dann für einen Helipiloten geeignet, wenn er selbst erkannt hat, dass ihm dieses Hobby (auch nach Rückschlägen) Spaß macht und ein Absturz auch mal 1000,- kosten darf!

Die eben erstellte Auflistung soll keineswegs ein Plädoyer für Graupner sein (es gibt hier sehr wohl Schwachstellen), ich wollte nur beweisen, dass auch der Hubschraubereinstieg mit dem Verbrennerheli durchaus erschwinglich gestaltet werden kann. Da ich (bisher) keinen E-Heli besitze kann ich auch nicht vergleichen, denke jedoch (im Rückblick auf mein Schwebeflugtraining), dass ein Verbrenner mit einer Flugzeit von ca. 20-30 min durchaus auch seine Vorteile hat.