Eigenschaften und Flugleistungen
ACROBAT - 10

Da der Acrobat-10 in vielen Fällen zum Umbau eines älteren Eco-8 dient, ist es natürlich interessant zu wissen, welche Vorteile er bringt, welche die zusätzliche Investition lohnen. Dabei geht es sicher auch um die Technik und evt. Optik, aber vor allem um die Flugleistungen.

Daher folgt hier ein Vergleich dieser beiden kleinen E-Hubis:

  ECO-8 Acrobat-10 Kommentar
Die Technik
Chassis komplett aus Kunststoff CFK Seitenteile, Alu Dokplatte, Alu Motorplatten Alle CFK oder Aluteile sind CNC gefräst.
Kufen Kunststoffkufenbügel mit angespritztem Akkuhalter Alu-Akkuhalter. Preisgünstige CFK Streifen als Kufenbügel. Beim Acrobat minimale Crashkosten am Kufengestell.
Servobefestigung Aussparungen in den Seitenteilen, Löcher selbst zu bohren Alu-Haltebolzen. Vorbereitete Bohrungen für Futaba Servos.  
TS-Anlenkung 90 Grad 120 oder 90 Grad  
Motorisierung viele Kleinmotore mit passenden M3 Befestigungslöchern. ausschließlich Actro 12-x Serie vorgeschlagen: Actro 12-4 für 3D Leistungen
Regler große Auswahl Kontronik oder Actro Serie  
Heckantrieb Riemen mit Kunststoffrädern. Kunststoffhalterung für Heckwelle. Riemen mit Alurädern. Aus dem vollen gefrästes Heckgetriebegehäuse. weniger Funkstörungen durch Aluräder
Heckanlenkung Kunststoffbügel mit Kunststoff-Gleitlager Aluanlenkung, voll kugelgelagert  
Seitenleitwerk Kunststoff CFK  
Höhenleitwerk Kunststoff CFK mit Alu-Halterung  
Heckabstützung Tuningteil Serienmäßig  
Hauptgetriebe Tellerrad mit 180 Zähnen, Modul 0,5.  Motorritzel in weiten Bereichen wählbar. Hauptzahnrad mit 80 Zähnen. Modul 0,75. Motorritzel wählbar. aber 15er Ritzel beim Acrobat-10 vorgeschlagen
TS-Führung filigranes Kunststoffteil robuste Kunststoffführung  
Heckrohrhalterung zwei Kunststoffklemmteile eine Alu-Führung und ein Alu-Klemmteil.  
Hauptrotorkopf Standard Ikarus Standard Ikarus wird vom Eco-8 verwendet.
Heckrotor Standard Ikarus Standard Ikarus wird vom Eco-8 verwendet
Design und Optik
Gesamteindruck preisgünstiger und leichter Kunststoff-Hubi glänzende CFK Optik mit CNC gefrästen Aluteilen  
Stabilität durch Einsatz von Tuningmaßnahmen stabilisierbar. hochstabile Konstruktion, kein Tuning erforderlich  
Kabinenhaube Ikarus Kunststoffhaube Hauben von Ikarus, Gensmantel und vor allem die Helisun CFK-Haube die Helisun CFK Hauben gibt es von flyheli via ebay.

Flugleistungen:

die kräftige Motorisierung erlaubt es mit höheren Drehzahlen zu fliegen. Es sind keine Drehzahleinbrüche zu erwarten, solange ausreichend gute Akkus eingesetzt werden. Die Stabilität der Drehzahl wird nur mehr vom Akku, nicht mehr vom Motor bestimmt. Will man ältere Akkus einsetzen, so kann man mit 12 Zellen zu guten Ergebnissen kommen. Für ultimatives 3D Fliegen sind aber gepushte und selektierte 10er Packs erforderlich. NiMh Zellen kann man beim Acrobat-10 getrost vergessen.

Auffallend gut ist die Grundstabilität des Chassis. Es konnte auch bei extremen Manövern keinerlei Verwindung festgestellt werden. Daher kann man beim Acrobat-10 auch schon mal kräftig Gas geben, ohne dass das Chassis aufschaukeln würde.

Der Actro Motor läuft seidenweich. Es ist ein 8-pol Motor und hat daher einen sehr runden Lauf. Beim Fliegen sind praktisch nur die Rotorblätter zu hören. Geräusche von Motor oder Getriebe hört man auch in unmittelbarer Nähe so gut wie nicht.

Die Schwebeflugeigenschaften sind vergleichbar mit dem Eco-8, kein Wunder, benutzt der Acrobat ja den gleichen Rotorkopf. Erst beim 3D Turnen macht sich die  präzise Konstruktion bemerkbar. Solange der Akku genügend Strom liefern kann, zieht der Acrobat gute 10 Grad Pitch ohne hörbare Schwierigkeiten durch. Er verschwindet dabei recht schnell am Himmel.

Für das Alu-Heck sollte ein sehr gutes Gyro und Servo zum Einsatz kommen, damit man die Präzision in der Anlenkung auch ausnutzen kann. Ich fliege mit der Kombination GY401 und S9253, welche das Heck praktisch annagelt. Auch schnelle Rückwärtsflüge sind kein Problem. Das verdankt man auch der etwas höheren Drehzahl des Heckrotors gegenüber einem Eco-8. Achtung: die Befestigungsschrauben der Heckrotorblatthalter müssen der Drehzahl angepasst sein. Es müssen die guten schwarzen Inbusschrauben zum Einsatz kommen. die weichen Ikarus M2-Schrauben würden bald abreißen !

Mit dem Acrobat-10 ist es einem entsprechend trainierten Piloten problemlos möglich, alle gängigen Kunstflugmanöver auszuführen. Turns, Loopings und Rollen zieht er kraftvoll durch. Auch bei Überschlägen bleibt der Motor stabil (immer gute Akkus vorausgesetzt !). Es dürfte einer der ersten kleinen E-Hubis sein, mit dem man vernünftig Rückwärtsfliegen kann.

Auf dem Weg zum kleinen Kunstflughubi habe ich den Eco-8 mit dem Killermotor HB30-12 ausgerüstet und so eine tolle Motorisierung erhalten. Bei kraftvollen 3D Manövern scheitert man aber oft an der nicht ausreichenden Stabilität des aus Kunststoff gefertigten Ecos. Der Acrobat-10 wurde von Stefan (ebenfalls einem ehemaligen Eco-8 Piloten) entwickelt und beseitigt somit diese ganzen Probleme. Am schönsten sieht man das bei schnellen und ausgedehnten Rückwärtsflugpassagen, die er einwandfrei stabil durchhält.

Mit dem Acrobat-10 hat uns Stefan einen tollen Hubi entwickelt. Man darf aber nicht vergessen, dass die ganzen Leistungen nur bei Einsatz von passenden guten Komponenten wie Servos, Gyro und Akkus ausgenutzt werden können. Und nicht zu vergessen: Durch die stabile Konstruktion sind die Crashkosten erheblich geringer als bei den überteuerten Plastikteilen mancher Serienhubis !

Kunstflug:

Am 5.6.2001 führte ich die ersten Kunstflugversuche mit dem Acrobat-10 durch. Zum Einsatz kam ein 12er Pack mit ungepuschten, normalen RC2400 Zellen. Der maximale Pitch war auf -9,5 bis +9,5 Grad eingestellt. Als Drehzahl wählte ich 1550 U/min.

Der Acrobat-10 ließ sich sehr sauber steuern und hing gut am Knüppel. Über den gesamten Pitchbereich war die Drehzahl absolut konstant. Auch ausgedehnte Steigflüge mit voll Pitch bis an die Sichtgrenze waren bei konstanter Drehzahl möglich. Rückenflug und Rollen sowie Überschläge steckte er gut weg. Erstaunlich, habe ich doch den normalen (etwas getunten) Plastik Kopf vom Eco-8 auf dem Acrobat-10. Da sieht man wieder, was eine konstante Drehzahl ausmacht. Nur so ist sauberer Kunstflug möglich. Ebenfalls dazu beigetragen hat der GY401 Gyro, der das Heck immer perfekt sauber in Position hielt.

Flugzeiten:

Die Messung der Flugzeit hat ergeben, dass bei kraftvollem Kunstflug mit RC2400 Zellen ca. 6 bis maximal 8 Minuten zu erwarten sind. Fliegt man mit 12 Zellen, so sind gemütliche Schwebeflugzeiten von 9 bis 10 Minuten drin. Bei 10 Zellen liegt die Schwebeflugzeit ähnlich, da man zwar weniger Gewicht, aber eben auch 2 Zellen weniger Leistung hat. Im Kunstflug kann man mit 12 Zellen zwar geringfügig länger fliegen, doch der Flugspaß ist bei 10 Zellen deutlich besser. Durch das geringere Gewicht gehen Kunstflugfiguren noch präziser und schneller.

Weitere Infos zum Acrobat-10 auf Stefans Homepage.