ERGO 50, der Aufbau
Aufbau eines gebrauchten Hubis

Der Ergo-50 ist die ideale Gelegenheit um einmal den Aufbau eines gebraucht erworbenen Hubschraubers zu besprechen.

Dieser Aufbau unterscheidet sich wesentlich von einem neuen Hubibausatz. Alle Teile sind schon zusammengebaut und bereits geflogen. Nur wie gut und gewissenhaft wurde der Aufbau durchgeführt ? Wie "wild" wurde der Hubi geflogen und welche Abnutzungserscheinungen kann man erwarten ?


Der Hubi wurde komplett flugfertig (ohne Elektronik) angeliefert. Er war in optisch gutem Zustand, allerdings stark verölt.

Als erstes musste der Hubi fast komplett zerlegt werden. Zu viele sicherheitsrelevante Teile befinden sich versteckt im Chassis. Ich habe nur die beiden Chassishälften und die Mischhebel montiert gelassen. Vorher hatte ich mich jedoch vom guten Sitz aller Schrauben überzeugt.

ergo50chassis.jpg (42014 Byte) Motor, Tank, Rotorkopf, Rotorwelle und Getriebe sowie die Kugellager wurden entfernt. Danach erfolgte eine gründliche Reinigung mit Fettlöser. Eine ungeheure Menge schwarzer Brühe konnte vom Chassis entfernt werden. Darunter bot sich allerdings ein erfreulicher Anblick. Das gereinigte Chassis sieht aus wie neu. Dieses Bild wurde nach erfolgter Entfettung geschossen. Kein Kratzer trübt das Bild.

Die Rotorwelle zeigte nach erster Überprüfung einen Schlag von 0,5mm, war im Bereich der Kugellager stark verrostet und musste daher ausgewechselt werden. Die Kugellager selbst haben scheinbar auch schon einige 3D Übungen genossen und waren leicht angerostet. Sie wurden ebenfalls ersetzt. Die Taumelscheibe und der Pitchkompensator wurden gründlich gereinigt, der Rost entfernt und sehen jetzt auch wieder wie neu aus.


Als nächstes nahm ich mir den Motor OS46 und die Kupplung vor.

ergo50motor.jpg (81942 Byte) Auch der Motor war mit einer dicken Kruste bedeckt. Sie konnte im wesentlichen mit Fettlöser entfernt werden. Nur im Bereich des Dämpfers blieben eingebrannte Reste zurück, was aber völlig normal ist. Das Bild zeigt die Teile nach der Reinigung. Es wurde ein Zimmermann Dämpfer mitgeliefert. Er sieht sehr gut aus und lässt auf ein gutes Fluggeräusch hoffen. Die Kupplung ist etwas abgenutzt, aber immer noch reichlich belegt. Einen Ersatzbelag baue ich derzeit noch nicht ein.

Der Einbau des Motors in das Chassis erfordert bei der ERGO-Serie etwas Geduld. Motor und Kupplung müssen genau fluchtend ausgerichtet werden, was nicht so ganz einfach ist.


Nachdem der Motor eingebaut wurde, konnten die neuen Kugellager in der Domplatte und im Chassis montiert werden. Vor dem Einsetzen des Getriebes wurde das Hauptzahnrad ebenfalls gereinigt und der Freilauf gut geölt. Der Rotorkopf selbst war in gutem Zustand. Nur die Dämpfergummis mussten gewechselt werden. Bei der Ergo-Serie haben diese erfahrungsgemäß eine begrenzte Lebensdauer.

ergo50chasmot.jpg (53464 Byte) Alle Kugelpfannen sind schon ziemlich leichtgängig und haben reichlich Spiel. Ich habe sie durch neue ersetzt. Da die Graupner-Kugeln 4,75mm Durchmesser haben, alle in Europa gängigen jedoch 4,8mm, habe ich für die Servos keine Graupnerkugelgelenke mehr genommen. In Zukunft werde ich überall Mikado oder Varioteile einsetzen um nur eine Type vorrätig haben zu müssen.

Nach dieser "Frischzellenkur" ist der Ergo-50 kaum wiederzuerkennen. Wenn man von Kleinigkeiten absieht, könnte man meinen es wäre ein neuer.

Gedanken mache ich mir noch wegen des Tanks. Der originale Graupner Tank ist relativ klein, und für Kunstflug nur bedingt geeignet, da das Tanknippel in manchen Flugstellungen nicht mehr in den Sprit eingetaucht ist. Es gibt von JR einen größeren Tuningtank, der dieses Problem nicht mehr hat. Einen völlig baugleichen Tank habe ich für 1/3 der Kosten gefunden und werde diesen einbauen.