Futura Nova der Aufbau

Da der Futura Nova den anderen Hubschraubern aus der Robbe/Schlüter Palette, insbesondere dem Millennium, sehr ähnlich ist, möchte ich mich hier relativ kurz fassen. Im Wesentlichen gilt die Baubeschreibung des Millennium. Einige Unterschiede gibt es aber doch. Hier also der Aufbau des Futura-Nova:

Chassis und Getriebe:

Das Chassis besteht aus drei Grundelementen: dem Vorbau,  dem hinteren Teil mit dem Tank und dem Oberteil mit Getriebe und Rotorwellenhalterung.

chassis1.jpg (15122 Byte) Der Aufbau des Chassis ist relativ einfach und in ein paar Stunden erledigt (zumindest wenn man schon einen Mille vorher gebaut hat). Die Bauanleitung ist gut bebildert, hat relativ wenig Kommentare, ist aber ausreichend sofern man über etwas Erfahrung verfügt.

Bemerkenswert ist, dass zwei relativ komplexe Frästeile beiliegen, die beide der Halterung der beiden Getriebestufen dienen.  Hier fällt schon auf, dass die Rotorwelle dreifach gelagert ist. Das ganze macht einen äußerst stabilen Eindruck und ist auch sehr verwindungssteif. Sowohl die drei Lager der Rotorwelle wie die Lagerung der zweiten Getriebestufe wird zwischen hinterem Chassisteil und Oberteil montiert. Dadurch ist natürlich etwas Toleranz im Spiel. Damit die Wellen sauber laufen und nicht klemmen, musste ich die Schrauben nochmals lösen, die Wellen einsetzen und erst dann die Schrauben wieder festziehen.

getriebe.jpg (22680 Byte) Dieses Bild zeigt das Getriebe im Detail. Der Motor (hier noch nicht eingebaut) treibt über einen Zahnriemen die erste Welle an. Diese treibt über zwei Zahnräder die Hauptrotorwelle. Das Heck wird, wie bei Robbe üblich, über ein großes Tellerrad angetrieben.

Ich muss zugeben, dass mir diese Tellerräder nicht besonders gefallen, da es mechanisch kaum möglich ist, so etwas bei höchsten Belastungen stabil zu halten. Tatsächlich habe ich bei Extrem-3D-Piloten schon von einem hohen Verschleiß dieser nicht ganz billigen Tellerräder gehört. Umso wichtiger ist der Hinweis, dass das Abtriebsrad des Hecks völlig OHNE Spiel auf dem Tellerrad aufliegen muss. Das muss man übrigens laufen prüfen und ggf. nachstellen, was bei meinem Millennium auch schon erforderlich war.

Generell muss ich sagen, dass die Qualität meines Bausatzes gut, aber nicht perfekt ist. Es gibt einige Teile, bei denen ich Hammer und Feile ansetzen musste, was ich beim Bau eines Hubis nur im äußersten Notfall mache. Zudem fehlte eine Tüte mit wichtigen Passscheiben und Schrauben, was bei einem High-End-Hubschrauberbausatz wirklich nicht vorkommen sollte. Die Rotorwelle ist passgenau aber relativ rau gearbeitet. Der Hinweis, dass man sie mit 600er Schleifpapier bearbeiten soll, ist meines Erachtens nicht akzeptabel, habe ich doch sogar bei einem simplen Eco-8 geschliffene Wellen zur Verfügung.

Der Motor:

Als Motor habe ich einen OS61SX-HGL-"WC" eingebaut. Dieser hat einen extrem großen Kühlkopf der nicht in den Lüftungsschacht passt. Aus diesem Grund habe ich auf beiden Seiten je zwei Kühllamellen abgesägt, damit passt er perfekt. Alternativ könnte man den OS61SX-H-"WC" einbauen, dessen Kühlkopf passt. In diesem Fall muss man sich aber unbedingt die passende Bundmutter von Robbe besorgen.

motor1.jpg (22276 Byte) Das Bild zeigt den eingebauten Motor. Deutlich sieht man die Stellen wo der Kühlkopf abgefräst wurde. Auf der Kurbelwelle befindet sich das Lüfterrad, die Kupplung und das Zahnriemenrad.
motor3.jpg (9277 Byte) Die genaue Justage des Motors ist nicht einfach und erfordert einige Geduld um alles optimal einzustellen. Der Motor wird mit zwei Montagestücken am Chassis befestigt. Die vier Schrauben am Chassis kann man in Langlöchern verschieben. Ziel ist es den Motor so einzustellen, dass der Zahnriemen genau in der Mitte der Räder läuft. Nach jeder kleinsten Änderung muss man den Zahnriemen drehen um zu sehen wohin er läuft. Dabei spielt die Drehrichtung eine wesentliche Rolle. Man muss also in normaler Rotordrehrichtung drehen, nur dann läuft der Zahnriemen so wie er es später im Betrieb machen soll.
motor2.jpg (14304 Byte) Eine weitere Einstellung betrifft das Kippen der Motoreinheit indem man sie nur an einer Chassisseite geringfügig verschiebt. Dabei muss man auf den Starterkonus auf der Oberseite achten. Dieser muss genau in der Mitte der Chassishälften sein. Viel Platz hat man hier nicht, genaues Arbeiten ist also gefragt. Mit etwas Geduld und oftmaligem auf- und zuschrauben ist es schließlich zu schaffen, dass alles mittig läuft.

Das Heck:

Die Heckantriebswelle ist doppelt gelagert. Das ist eine erhebliche Verbesserung, die inzwischen auch in andere Futura/Millennium Modelle eingeflossen ist. Ansonsten ist das Heck völlig identisch zum Millennium und sauber gebaut. Da alles geführt ist sitzt nach dem Zusammenstecken alles perfekt und es sind keine weiteren Justagen erforderlich.

Der Rotorkopf:

Der Rotorkopf ist der gleiche wie beim Millennium beschrieben. Es ist der beste mir bekannte Rotorkopf, welcher stabile Schwebeflug- und Geradeausflugeigenschaften aufweist und trotzdem erstaunlich agil für 3D Figuren ist.  Es macht einfach nur Spaß mit diesem Rotorkopf zu fliegen. Sicherlich trägt auch der spielfreie mechanische Mischer zu dem guten Gesamteindruck bei.

Allgemeines:

Der fertige Nova hat exakt das gleiche Gewicht wie mein Mille, 4800g. Nur, der Mille hat Tuningteile, der Nova nicht. Beide haben 90g Blei in der Nase wegen des zu weit hinten liegenden Schwerpunkts.

Sehr schön ist auch die Kabinenhaube aus weiß beschichtetem GFK. Ich habe die Haube mit orange Leuchtfarbe lackiert und mit 2K-Klarlack versiegelt.

Genaugenommen sind der Futura-Nova und der Millennium zwei praktisch identische Hubschrauber, welche sich nur in der Auslegung der Getriebestufen unterscheiden. Meiner Meinung nach hat der Futura-Nova die Nase einen winzigen Schritt voraus.  Der Grund ist das flexiblere Getriebe und die wartungsfreundliche Kupplungseinheit. Hier ist es sicher einfacher, Experimente mit neuen Motoren und Getriebeübersetzungen zu machen (was viele erfolgreiche Versuche mit 15ccm OS Motoren beweisen).

Wenn ich nach dem vollständigem Aufbau nochmals Resümee ziehe, so bin ich mit dem Futura Nova recht zufrieden. Der Ärger über die fehlenden Teile ist inzwischen verraucht und kann den sehr positiven Gesamteindruck nicht mehr trüben. Wenn er jetzt auch noch gut läuft und fliegt, kann man die Anschaffung als Erfolg bezeichnen.