Wartung des Futura Nova

Trotz vieler Flüge ist der Nova sehr stabil geblieben und hat bisher kaum Anlass zur Wartung gegeben. Ein paar kritische Stellen gab es aber doch, über die ich hier berichten möchte:


Startadapter:

Das Problem "Startadapter" ist kein Futura-Nova Problem. Es ist ein Problem fast aller Startadapter. Diese haben leider eine große Schwäche: sie laufen sehr unrund. Selbst der Robbe Startadapter eiert an der Spitze erheblich hin und her. (Der Vario Startadapter eiert ebenfalls).

Dieser Schlag verursacht beim Anlassen starke Vibrationen in der Sechskantaufnahme des Hubis. Zum einen habe ich mir damit bereits Kugellager des Millennium beschädigt, weiters wurde auch der Sechskant des Nova so stark durchgeschüttelt, dass sich die beiden kleinen Halteschrauben trotz Sicherungslack lösten und herausstanden. Dieser Schraubenkopf begann nun am Chassis zu schleifen, was ich nicht sofort lokalisieren konnte. Ich schob die Ursache für das Geräusch auf einen überspringenden Zahnriemen, was letztendlich zum weiter unter beschriebenen Problem führte.

Erst als ich Metallabrieb am Modell entdeckte fand ich endlich die herausstehenden Schrauben des Sechskantadapters. Nach der Reparatur läuft wieder alles bestens. Die Frage ist nur, wie lange ? Denn der Startadapter des E-Starters ist nach wie vor unrund und mir fällt derzeit keine Lösung ein.


Riemen und Riemenspannung:

Durch die oben beschriebene falsche Vermutung, dass der Zahnriemen überspringt, begann ich diesen zu untersuchen. In der Bauanleitung steht, dass er ca. 6mm weit durchgedrückt werden können sollte. Ich hatte das Gefühl, dass er zu locker ist. Also verpasste ich der Motorbefestigung einige Passscheiben um den Riemen straffer zu spannen.

Er war diesmal ziemlich straff, da meine Passscheiben keine andere Justage zuließen. Aber gut, so kann er zumindest nicht durchrutschen.

seitenteildefekt1.jpg (29980 Byte) Dieses Bild zeigt den Antriebsstrang mit dem Zahnriemen. Nach ca. 4 Flügen zeigte ich den Nova einem Kollegen am Flugplatz. Nach wenigen Sekunden entdeckte er, dass das hintere Chassis gebrochen ist. Im Bild ist die Bruchstelle rot gekennzeichnet.
seitenteildefekt.jpg (9153 Byte) Hier ein Bild des defekten Seitenteils.

Was war geschehen: Durch die hohe Riemenspannung waren die Kräfte auf die Motorbefestigung so hoch, dass das Alu-Seitenteil der Belastung nicht mehr gewachsen war. Es brach knapp unterhalb der beiden M4 Motor-Schrauben.

Nach dem Auswechseln des Seitenteils, lockerte ich den Zahnriemen wieder auf das ursprüngliche Maß. Für mein Gefühl ist er dabei zwar etwas zu locker, aber egal, er springt nicht über und läuft einwandfrei.

Schon erstaunlich, was für eine Ereigniskette der unrund laufende Starter verursacht hatte.


Heckanlenkung:

Nach zwei Jahren Betriebszeit fiel plötzlich während des Fluges die Heckrotorsteuerung aus. Der Hubi kreiselte zum Glück nicht, sondern blieb schwammig in Position und es war ein gewisser Windfahneneffekt zu merken. Zum Glück, denn das ermöglichte eine sanfte Landung am Flugplatz. Nachdem ich zuerst das Heckservo in Verdacht hatte, offenbarte sich aber nach der Landung folgender Defekt:

heckanl1.jpg (15596 Byte) Vom Heckrotorservo zum Heckrotor geht ein 2mm dicker, oder sagen wir lieber "dünner", Stahldraht. Dieser hat an jedem Ende ein M2 Gewinde auf welches die Kugelpfannen aufgeschraubt sind.

Wie man im Bild sehen kann, ist der Stahldraht unmittelbar hinter der Kugelpfanne abgebrochen und das Heck war völlig führungslos. Zum Glück hatte ich nicht zuviele PMGs (Propellermomentgewichte) montiert, sodass der Heckrotor in Neutrallage blieb und der Heli somit nicht wild zu kreiseln begann.

Dieser Ausfall wäre vermeidbar gewesen, hätte ich nicht einen Baufehler gemacht: Bei der Montage der Kugelpfannen muss man immer darauf achten, dass der Übergang von der Stange zum Gewinde innerhalb der Kugelpfanne sitzt. Dieser Übergang ist eine sehr schwache Stelle und extrem bruchgefährdet.

Statt einer simplen Reparatur wollte ich aber eine dauerhafte Lösung mit einer CFK Stange einbauen.

heckanl2.jpg (5862 Byte) Dazu benötigt man eine CFK Stange mit einem Außendurchmesser von ca. 3,8mm und einem Innendurchmesser von 2,5mm. Außerdem zwei Gewindestangen M2,5 mit 30mm Länge sowie zwei Kugelpfannen für 2,5mm Gestänge.

Die Kugelpfannen werden vor dem Einkleben auf die Gewindestangen geschraubt. Das Aufschrauben geht relativ schwer und man würde die Verklebung beschädigen wenn man es erst später macht. Leider ist damit auch eine spätere Justierung nicht möglich, weshalb man sehr genau messen muss um Heckanlenkung und Servo im rechten Winkel zu haben. Das funktioniert auf Anhieb recht gut. Will man sich dennoch die Möglichkeit zur späteren Justage offen halten, muss man in die Kugelpfannen ein M2,5 Gewinde scheiden damit das Aufschrauben auf die M2,5 Gewindestangen ohne große Kraftanstrengung geht.

heckanl3.jpg (6764 Byte) Die fertigen Gewindestangen werden dann mit UHU Plus Endfest 300 bestrichen und in die CFK Stangen eingeschoben. Durch das beidseitige Einschieben entsteht ein Luft-Überdruck innerhalb der Stange, welcher eine der Gewindestangen wieder herausdrücken kann. Daher fixiere ich während der Trocknung mit Tesaband. Die Stange bleibt dann über Nacht zum Aushärten liegen.
heckanl4.jpg (17942 Byte) Damit die CFK Stange nicht vibrieren oder gar schwingen kann, wird sie in der Mitte geführt. Dazu verwende ich die originale Führung des Stahldrahtes und bohre das Loch auf 4,5mm auf (eine unangenehme Arbeit, aber zu schaffen). Der Abstand zum Heckrohr ist noch zu klein, also schneide ich den Kunststoffring oben auf und befestige ihn, wie im Bild zu sehen, mit einem Kabelbinder (ein schwarzer Kabelbinder wäre noch schöner).

Die so erstellte Heckanlenkung ist um ein vielfaches stabiler als das Original und ich rechne mit keinem weiteren Ausfall.

Noch eine persönliche Anmerkung: 2mm Gewindestangen haben in einem größeren Verbrennerhubi nichts verloren und sollten ggf. mit 2,5mm Stangen ersetzt werden !