Kabinenhaube

Die original ECO Kabinenhaube hat mich schon öfters zur Verzweiflung getrieben.

Zum einen ist der Zusammenbau alles andere als einfach und nur mit entsprechender Übung zu bewältigen und zum anderen ist das Material sehr spröde und bricht bei kleinsten "Unfällen". Verwendet man den ECO zum Training und nicht nur zum Umherfliegen, so sind kleinere Missgeschicke durchaus normal. Die original Haube sieht daher bald unsauber oder beschädigt aus.


Das Ziel war es, eine Kabinenhaube mit folgenden Eigenschaften zu erstellen:

* robust, verträgt auch kleinere Abstürze
* preiswert
* gut zu erkennen (gute Farbgebung)

die "Schönheit" war nicht das Ziel dieses Projekts. Es sollte eine Trainingshaube und keine Scale-Haube werden.

Die Wahl fiel auf eine GFK Haube, welche robust ist und zu vernünftigen Kosten selbst gebaut werden kann.

Der übliche Vorgang bei der Erstellung von GFK Formteilen:

a. Urform erstellen
b. Negativform in zwei Hälften erstellen
c. Kabinenhaube in zwei Hälften erstellen
d. Haubenteile verkleben
e. Lackieren

Diese Vorgehensweise war mir mit Abstand zu aufwendig, da es sich ja nur um eine Traininghaube ohne optische Ansprüche handeln sollte. Ich reduzierte daher die Arbeitsschritte wie folgt:

a. Urform erstellen
b. Kabinenhaube in einem Stück, fertig eingefärbt erstellen

Das folgende Bild zeigt die Urform:

haube1.jpg (32161 Byte)

Ich habe eine originale Haube mit Gips ausgegossen und 2 Wochen aushärten lassen (im Backofen geht es schneller). Unter wurde ein Holzstab eingelassen, der eine Befestigung im Schraubstock zulässt.

Der Gips wurde dann mit Lack versiegelt und mit Trennmittel eingestrichen. Nach dem Trocknen des Trennmittels wurde die komplette Haube auflaminiert. CFK Stücke wurden einfach auf die Urform gelegt und mit Harz eingestrichen. Dem Harz wurde gleich rote Farbe beigemischt, diese gibt es als Färbemittel für Harze zu kaufen. Damit war alles in einem Arbeitsgang erledigt.

Natürlich ist das eigentlich eine Negativform, die glatte Seite ist also innen. Da schönes Aussehen aber in diesem Fall keine Rolle spielt, war das in Ordnung. Nach dem Aushärten wurde die Außenseite sorgfältig verschliffen bis sie sich glatt anfühlte. Ein Problem war das Trennen von Haube und Gipsform. Eigentlich sollte das Trennmittel ein leichtes Abnehmen ermöglichen. Allerdings war das Trennmittel meist fester als der Gips, wodurch auf der Innenseite der Haube relativ viel Gipsreste klebten. Diese wurden danach herausgekratzt und ausgewaschen.

Als letzten Arbeitsschritt habe ich noch blauen Lack anstelle von Fenstern aufgestrichen:

haube2.jpg (32893 Byte)

Eine so erstellte Haube ist nicht besonders schön, aber sie ist schnell fertig und erfüllt ihren Zweck voll und ganz. Die gesamten Kosten der Haube belaufen sich auf 22 €, wobei ein Großteil des Harzes noch für weitere Projekte übriggeblieben ist.

Das Gewicht der Originalhaube ist 45 Gramm. Die CFK Haube wiegt 73 Gramm. Mit einer Urform aus besserem Material als Gips sollte dieses Gewicht noch etwas zu reduzieren sein.