Bürstenlose Motore: Information für den ECO-8 tgmrace.jpg (2208 Byte)

Seit 1998 verbreiten sich bürstenlose Motore rasant. Zu groß sind die Vorteile, die selbst den höheren Preis leicht aufwiegen. Die hohen Anschaffungskosten, die oft den Preis des ganzen Helis übersteigen, hat erstmals Ikarus mit der X-Serie unterboten. Dank des Konkurrenzkampfes folgte ein Jahr später Kontroniks mit der Drive-Serie.

X-250-4 von Ikarus

Drive 300 von Kontroniks


X-250-4 von Ikarus

Bezugsquelle :

Direkt bei Ikarus oder einem Fachhändler. Der Preis lag um die 125.- €. Damit war es der billigste mir bekannte bürstenlose Motor.

Flugdaten in verschiedenen Konfigurationen:

ACHTUNG: diese Angaben beziehen sich nur auf die Verwendung zusammen mit dem Schulze booster40H Controller. Andere Drehzahlsteller benötigen eventuell andere Ritzel !

Zellen Ritzel Flugverhalten
10 11 Sehr ruhiges Flugverhalten bei niedriger Drehzahl (1100-1200 U/min). Sauberer Schwebeflug und stabiler Rundflug. Man benötigt mindestens +11 Grad Pitch um in kritischen Situationen genug Reserve zu haben. Der Motor bringt die benötigte Leistung leicht auf. Gute Flugzeit !
10 12 Ruhiges Flugverhalten bei etwas erhöhter Drehzahl (so wie auch bei den 12er und 13er Ritzeln). Es wird mehr positiver Pitch benötigt.
10 13 Angenehmes Flugverhalten, wie man es von anderen Motoren her kennt. Wenns sein muß, so kann man durch kräftiges Gasgeben noch einiges herausholen, deutlich mehr als man es bei anderen Motoren erwarten darf (Das kostet natürlich Stom und Flugzeit)
10 14 'Heißer Ofen'. In dieser Zusammenstellung hat man Power pur. Die richtige Einstellung für geübte Kunstflieger.
12 12 Angenehmes Flugverhalten, wenn der Hubi etwas schwerer ist (z.B. durch Einbau von Tuningteilen). Durch die zusätzlichen Zellen wird der Verlust an Flugzeit mehr als ausgeglichen. Man merkt die Trägheit durch das höhere Gewicht.

Dabei bleibt der Motor sehr geräuscharm. Man hört praktisch nur mehr die Rotorblätter. Ein leichtes turbinenartiges Summen ist durchaus angenehm.

Temperaturverhalten:

Perfekt !!! Ich habe noch nie einen Motor gesehen, der auch große Belastungen völlig wegsteckt und praktisch kalt bleibt. Er wurde auch im Dauerbetrieb nie mehr als handwarm.

Langzeitverhalten:

Der Motor ist völlig wartungsfrei. Das sehr einfach aufgebaute Gehäuse hält problemlos. Einen harten Crash hat er unbeschadet überstanden. Bei einem weiteren Crash waren die Lüfterblätter verbogen. Nach Öffnen des Motors konnten sie wieder geradegebogen werden. Der Motor läuft nach wie vor sehr gut. Ich habe allerdings von einigen wenigen Piloten gehört, die Pech mit dem Motor hatten. Hier hilft nur Reparatur oder Umtausch. Der Hersteller ist kulant.

Einsatzbereich:

Dieser Motor hat zwei wesentliche Merkmale:

1. Er kann sehr hohe Ströme aufnehmen und in Leistung umsetzen. Daher ist er gut geeignet für alle die Leistung benötigen, wie z.B. im Kunstflug.

2. Er bleibt sehr kühl. Daher ist es der einzige mir bekannte Motor, der auch im Dauerbetrieb eingesetzt werden kann. Das lästige Warten zwischen den Flügen entfällt sofern genügend Akkus zur Verfügung stehen.

ACHTUNG: Der X-250-4H ist scheinbar nicht mehr lieferbar. Stattdessen liefern verschiedene Firmen den X-250-6 aus. Dieser Motor kann von mir für den Eco, wegen falscher Leistungsanpassung,  nicht empfohlen werden. Er wird zwar mit sehr großen Ritzeln angeboten, kann aber trotzdem die erforderliche Leistung nicht dauerhaft aufbringen.


Drive 300 von Kontroniks

Bezugsquelle :

Bei einem Fachhändler der Kontroniksprodukte führt.

Das Drive-300 ist ein Paket welches aus dem Motor KBM 42-20 und dem Drehzahlregler 3SL-40-6-18 besteht. Der KBM 42-20 kostete einzeln um die 200.- €, der Regler kostet einzeln ca. 160.- €. Um ein konkurrenzfähiges Produkt anzubieten, war das Komplettpaket Drive-300 zu einem erstaunlichen Preis von ca. 280.- € verfügbar. Damit ist es im Preis mit der Kombination X250-4H mit booster40H vergleichbar. Das macht die Auswahl einfach, denn man kann nun den technisch besseren Antrieb auswählen.

Flugdaten in verschiedenen Konfigurationen:

Ich habe den Motor mit einem 14er und einem 16er Ritzel getestet. Um die optimale Konfiguration herauszufinden habe ich mehrere Meßreihen gemacht:

Zuerst habe ich die Leistungsaufnahme und die Flugzeiten mit GM3000 und RC2000 10-Zellen-Packs getestet. Es wurde ein 14er Ritzel verwendet. Der Regler wurde in den Helimode-4 als echter Drehzahlregler eingestellt. Damit kann auch die korrekte Drehzahlregelung geprüft werden:

drv300a.gif (14367 Byte)

Die Drehzahl steht bei 1300 U/min wie angenagelt. Die Regelung ist weich genug, sodaß keine Drehmomentschwankungen am Heck auftreten. Es ist ein reines Vergnügen den Eco mit konstanter Drehzahl zu fliegen. Das Gewicht des Eco war während der Messung 1750 g. Bei normalen 1650g ist noch eine Minute mehr Flugzeit zu erwarten.

Achtung: Sehr gefährlich und gewöhnungsbedürftig ist, daß der Drehzahlregler den Akku bis zum letzten Blutstropfen aussaugt um dann urplötzlich zusammenzubrechen. Das folgende Bild zeigt die letzten Sekunden vor der Landung:

drv300b.gif (7362 Byte)

Bei 21:01 habe ich erstmals die zurückgehende Drehzahl gehört und wußte, daß der Akku bald leer ist. Um 21:04 brach die Motorleistung vollständig zusammen und nur mehr die auslaufenden Rotorblätter hatten etwas Energie. Wenn man merkt, daß der Motor nachläßt, so hat man also gerade mal 3 Sekunden Zeit um zu landen. Es geht wirklich sehr schnell und überraschend, was mich einen Kufenbügel gekostet hat. Man stellt sich natürlich eine Flugzeituhr. Leider sind die Flugzeiten stark vom Flugstil abhängig, sodaß zwischen 7 und 12 Minuten alles drin ist. Es ist also schwierig einen Akku wirklich leerzufliegen. Nach 8-9 Minuten muß man einfach vorsichtig werden und mit dem plötzlichen Ende des Akkus rechnen. Aber wie immer beim Hubi, mit der Zeit gewöhnt man sich dran und lernt damit umzugehen.

Um die optimale Einstellung von Ritzel und Drehzahl herauszufinden, habe ich mehrere Flüge durchgeführt um die Leistungsaufnahme zu messen. Alle Meßwerte wurden im ruhigen Schwebeflug in 5m Höhe per Telemetrie aufgezeichnet:

drv300c.gif (9772 Byte)

Die untere blaue Kurve (Gear14) zeigt den Leistungsverbrauch mit einem 14er Ritzel (1:12,85 Übersetzung). Die etwas höhere Stromaufnahme bei 1000 U/min ist durch den schwierigen Flugstil bei dieser niedrigen Drehzahl verursacht. Man knüppelt wie ein Wilder um den Heli gerade zu halten. Die optimale Drehzahl dürfte um die 1250 U/min liegen. Die maximale Drehzahl mit dem 14er Ritzel liegt bei 1500 U/min.

Anders sieht es mit einem 16er Ritzel aus. Hier kann man bis zu 1700 U/min fliegen ohne daß die Drehzahl zusammenbricht (einen vernünftigen Max-Pitch vorausgesetzt). Im niedrigen Drehzahlbereich ist die Leistungsaufnahme etwas höher als mit dem 14er Ritzel. Über 1300 U/min sind beide Ritzel praktisch identisch.

Die oberen beiden Kurven zeigen die voraussichtliche Flugzeit mit 10 Stk. RC2000 Zellen. Wer Wert auf lange Flugzeit legt, sollte mit 1250 U/min fliegen. Mit GM3000 Zellen habe ich auf Anhieb 13 Minuten geschafft, und das obwohl der echte Drehzahlregler etwas mehr Strom verbraucht als ein Drehzahlsteller. Wer kräftig mit dem Eco herumturnen will, kann zwischen 1400 und 1700 U/min wählen, muß dabei Abstriche bei der Flugzeit machen. Trotzdem sind 7 Minuten Powerflug immer möglich, mit GM3000 Zellen sogar 9 Minuten.

Der Motor ist praktisch unhörbar und noch leiser als der X250-4H.  Man hört nur mehr die Rotorblätter.

Empfängerstromversorgung:

Der 3SL Regler hat kein BEC. Es gibt daher zwei Möglichkeiten:

1. Man benutzt einen separaten Empfängerakku. Ich habe dazu Panasonic Zellen HHR-50 NiMH 500 mAh benutzt. Das reicht für ca. 8 Flüge (über eine Stunde). Da man NiMH Zellen jederzeit nachladen kann, hänge ich den pack während jeder Pause ans Ladegerät und fliege so praktisch ohne Einschränkungen. Die 4 Zellen haben incl. Stecker 50 Gramm.

2. Externes BEC: Solche Bausteine gibt es z.B. bei Conrad Electronic zu kaufen. Man kann es aber mit einem simplen Spannungsregler einfach selbst bauen. Das Gewicht ist geringer als ein separates Akkupack und man hat nur mehr einen Akku zu laden. Der Vorteil ist, daß die Temperatur des BEC nicht mehr den Motorregler aufheizt. Die meisten Regler-Temperaturprobleme kommen vom BEC. Diese Sorge ist man nun los.

Temperaturverhalten:

Bei einer Umgebungstemperatur von 30 Grad wird der Motor nach 10 Minuten Flug ca. 70 Grad warm, der Regler ca. 50 Grad. Kann genügend Luft vom Rotor über Motor und Regler streichen, so verringert sich die Temperatur um 10 Grad. Dauerbetrieb ist möglich sofern genügend Kühlluft vorhanden ist, zwischen den Flügen mußte ich bisher nicht warten. Fliegt man mit geschlossener Kabinenhaube oder mit einem geschlossenen Rumpf, so muß man für Frischluft sorgen !

Langzeitverhalten:

Erfahrungen liegen bisher nicht vor. Der Motor sieht absolut professionell aus und scheint mechanisch von feinster Qualität zu sein. Obwohl auch der X250-4H genügend robust ist, so hat man zum massiven (und trotzdem leichten) Gehäuse des KBM 42-20 gefühlsmäßig mehr Vertrauen.

Einsatzbereich:

drv300.jpg (18391 Byte) Das Bild zeigt den Drive-300 eingebaut im Tuning-ECO mit GM3000 NiMH Zellen.

Der Haupteinsatz dürfte bei fortgeschrittenen Piloten und Kunstfliegern sein. Die meisten Piloten beginnen mit billigen Bürstenmotoren die ersten Flugerfahrungen zu sammeln. Das ist auch gut so ! Später, wenn man sicherer ist, so empfiehlt sich der Einbau des Drive-300, da damit genügen Leistung bei guter Flugzeit zur Verfügung steht um auch fortgeschrittene Flugfiguren zu fliegen. Außerdem braucht dieser Antrieb keine Wartung und ist damit anwenderfreundlich.

Bei dem derzeitig günstigen Preis hat der Drive-300 im Vergleich zum X250 eindeutig die Nase vorn. Es bleibt abzuwarten wann Ikarus reagiert und die Preise der X-Serie senkt (Stand 7/1999).

ACHTUNG: Das DRIVE-300 ist nicht mehr lieferbar. Es wird seitdem das DRIVE-301 ausgeliefert, welches ähnliche Leistungsdaten hat. Auch dieses wird laut Aussagen diverser Händler bald nicht mehr lieferbar sein, und soll durch einen eisenlosen Motor ersetzt werden.