Flugsimulatoren:
EASYFLY

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Wie realistisch kann ein sehr preiswerter Flugsimulator sein und kann ich damit fliegen lernen ?

Easyfly ist einer der ersten (wenn nicht sogar der Erste) voll funktionstüchtige Modellflugsimulator unter 75 €. Er ist damit für die meisten erschwinglich und verspricht eine Menge:

Ikarus schreibt: "easyFly nutzt die gleichen realistischen Berechnungsverfahren zur Simulation der Flugphysik wie AeroFly, bietet also ein sehr naturgetreues Flugverhalten, selbst in extremen Flugsituationen". Nachdem ich schon lange Erfahrung mit allen Aeroflyversionen hatte, wurden die ersten Flugversuche mit Easyfly mit Spannung erwartet.

Testbericht EASYFLY:

Systemleistung / Optischer Eindruck:

Easyfly braucht wie jeder Flugsimulator ausreichende PC-Hardware um flüssig funktionieren zu können. Mit den heute üblichen PCs sollte es aber keine Probleme geben. Ich benutze einen Pentium-II mit 266 MHz und eine NVIDIA kompatibler Graphikkarte. Mit dieser Ausrüstung schafft Easyfly zwischen 20 und 50 Bildern pro Sekunde, je nach Bildgröße. Das ist ausreichend für flüssiges Fliegen. 

Die CD muss im Laufwerk liegen damit Easyfly startet. 

 

Beim Fliegen eröffnet sich eine sehr feine und präzise gezeichnete Landschaft. Sowohl Modelle als auch Szenerien sind mit viel Geduld erstellt worden und machen einen äußerst ansprechenden Eindruck. 2 Hubschrauben (Three-Dee und ein Scalemodell) sowie drei Kunst-Motormodelle und ein Segler stehen zur Verfügung. Für Einsteiger (und für diese ist Easyfly doch gedacht) wäre noch ein gutmütiges Trainermodell sinnvoll. Je nach gewähltem Flugmodell wird automatisch eine von mehreren Startbahnen und Szenerien geladen. Szenerien können nicht manuell ausgewählt werden, sie werden vom System vorgegeben.

Einstellung:

Vor dem Flugspaß kommt die Einstellung von Easyfly auf den benutzten Sender. Dazu gibt es ein Kalibrierungsmenü. Erst stellt man die Knüppel in Mittelstellung, dann in Endstellung. Daraus lernt Easyfly den Knüppelweg. Danach kann man die Knüppel den verschiedenen Funktionen zuordnen. Es gibt Pitch/Gas, Heck/Seite, Roll/Quer und Nick/Höhe. Einen Autorotationsschalter oder Kreiseleinstellungen gibt es nicht. Das bleibt dem teureren Aerofly vorbehalten.

Die Kalibrierfunktion hat so ihre Tücken. Meine Versuche einen Billigsender zu benutzen scheiterten an dem stark unsymmetrischen Verhalten der Kalibrierung. Also nahm ich die MC-24 um die notwendige Anpassung am Sender vorzunehmen. Dabei zeigten sich teilweise extreme Einstellungen. Ich musste der Servoweg bis zu 70% von der Normalstellung wegziehen damit ihn Easyfly als "normal" erkannte. Zum Glück ist das mit den Möglichkeiten einer MC-24 kein Problem, was machen aber diejenigen mit einfacheren Sendern ?

Da fast alle Einstellung fest vorgegeben sind und vom Piloten nicht verändert werden können, muss man damit Leben. Großzügige Einstellmenüs sind den teuren Simulatoren vorbehalten.

Nachdem die MC24 eingestellt war, konnte das Fliegen beginnen:

Realitätsgrad:

Meine ersten Abhebe und Schwebversuche endeten nach Sekunden im Crash. Easyfly ist dermaßen sensibel an den Knüppeln, dass große Konzentration geboten ist. Auch ein schnell zur Verfügung gestellter Update von IPACS half nur teilweise. Wieder musste die MC24 her. Ich stellte also am Sender ein EXPO von 30% für Nick und Roll ein und reduzierte außerdem den Servoweg nochmals um 20%.

Mit diesen "Beruhigungsmaßnahmen" war nun feinfühliges Fliegen möglich. Schweben funktioniert vollkommen problemlos. Sowohl in Normallage als auch zum Nasenschweben ist Easyfly bestens geeignet. Rundflüge waren auch möglich, nur störte dabei, dass das Modell sehr schnell zu klein wurde. Wenn man sich mit der entsprechenden Taste heran-zoomt, dann ist es besser, nur ist dann die Landung wiederum schwierig weil das Modell in der Nähe zu groß wird.

Während meiner Rundflüge crashte ich einige Male mitten in der freien Luft. Waren da etwa Vögel unterwegs? Vermutlich ist das noch ein Software-Bug, der aber nur selten auftritt. Generell ist der Schwebeflug fast perfekt, während der Rundflug nur mittelmäßig realistisch ist. Das gilt übrigens auch für die Motorflugmodelle.
Die Simulation des Three-Dee Hubschraubers funktioniert einwandfrei. Schwebe-, Rund- und Rückenflüge sind problemlos möglich. Das zweite Modell, ein Scale-Hubschrauber, verhält sich interessanterweise ganz genauso wie der Three-Dee. Auch damit ist 3D Flug möglich. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass hier nur eine einzige Simulation für zwei unterschiedliche Hubis verwendet wird. Das ist sicher ein Tribut an den günstigen Preis und kein Problem. Es sieht lediglich etwas lustig aus, wenn man mit einem Scalemodell am Rücken fliegt (siehe Bild links).

Zusammenfassung:

Easyfly bietet für seinen günstigen Preis erstaunliche Leitungen. Besonders die ansprechende Graphik kann sich mit jedem Simulator messen. Abstriche müssen hingegen bei den Flugleistungen gemacht werden. Für das Erlernen des Schwebeflugs, ob normal oder Nase, oder für das Lernen des Rückenschwebens ist Easyfly auf jeden Fall perfekt geeignet. Die Einschränkungen beim Rundflug gibt es bei jedem Flugsimulator und sind nicht typisch für Easyfly, hier sind sie aufgrund der fehlenden Einstellmöglichkeiten aber störender.

Das einzige was noch verbesserungsbedürftig ist, ist die Kalibrierungsfunktion. Modellpiloten die diesen preisgünstigen Simulator kaufen, wollen nicht erst eine MC-24 beschaffen um damit sauber fliegen zu können. Ein Billigsender wäre eigentlich das richtige, was aber noch nicht gut funktioniert. IPACS bietet in der Zwischenzeit einen Update an, mit dem die extreme Sensibilität der Knüppelsteuerung etwas gemildert werden kann. Was aber noch fehlt ist eine EXPO Funktion. Ikarus bietet einen Game-Commander an, was nichts anderes als ein Billigsender ist.  Möglicherweise ist dieser gut an Easyfly angepasst, was ich aber nicht getestet habe.

Für wen ist Easyfly nun die richtige Wahl:
Für jeden Hubipiloten, der bereits einen hubschraubertauglichen Sender hat und am Simulator das Schweben erlernen möchte. Der Einstieg ins Hubschrauberhobby war noch nie so preisgünstig wie mit Easyfly. Erst später, wenn man Rundflug und Kunstflug trainieren möchte, sollte man sich einen der teuren Flugsimulatoren anschaffen.

Details zu Leistungsmerkmalen und Preis findet man auf der Ikarus Homepage.