Flugsimulatoren:
Reflex

 

Testbericht REFLEX:

Systemleistung / Optischer Eindruck:

Dieses Programm ist in der Version 4 eines der derzeit aktuellsten auf dem Markt (Stand: Juni 2000) und verlangt auch nach entsprechend moderner Hardware. Auf "normalen" Allerwelts-PCs ist es praktisch nicht lauffähig. Wenn man aber über einen Pentium-II mit mindestens 266 MHz verfügt, und eine 3D Beschleunigerkarte eingebaut hat, so ist ruckel-freies Training möglich. Der richtige Spaß kommt aber erst richtig mit modernen Pentium III Systemen auf.

Dafür entschädigt das Programm dann aber auch durch enorme Detaildarstellung, die alles bisherige in den Schatten stellt. Sogar die Abgasfahne ist sichtbar und sie bewegt sich genau nach dem Wind ! Weil das Programm sehr neu ist, gibt es leider nur eine einzige Szenerie, dafür aber eine gute Anzahl von Hubschrauber und Flächenmodellen. Es steht zu hoffen, dass sich hier bald findige Programmierer um eine Erweiterung der Landschaftsdarstellung kümmern. Die Auswahl an Modellen lässt keine Wünsche übrig. So gibt es für jeden Flugstil und jede Anforderung ein vorgefertigtes Modell.

Der optische Eindruck wird durch Einsatz einer 3D Brille verblüffend realistisch. Durch die problemlose Installation und Handhabung fliege ich ausschließlich nur mehr mit 3D Brille.

Realitätsgrad:

Reflex hat es geschafft, die Simulation eines Hubschraubers endlich so zu programmieren, dass er in fast allen Fluglagen tatsächlich wie ein wirklicher Hubschrauber fliegt. Zu verdanken ist das einer großen Anzahl von "Physik-Parametern", welche die Eigenschaften des Modells genau beschreiben. Diese Parameter sind alle durch den Benutzer eingebbar, vorausgesetzt man weiß was man eingeben soll. Viele Dinge sind zwar selbsterklärend, aber eine paar mehr Hinweise im Handbuch wären sicher sinnvoll.

In der mir vorliegenden Version vermutete ich noch einen Programmfehler bei der Einstellung der Physikparameter. Wie sich allerdings herausstellte, war es nur ein Missverständnis bei der Einstellung. Verschiedene Einstellungen beeinflussen sich gegenseitig, was etwas verwirrend ist. Ich werde vorschlagen, das im Handbuch deutlich zu beschreiben. 

Alle Einstellmöglichkeiten sind sehr praxisgerecht. Nicht so schön graphisch wie bei Aerofly, aber gut zu bedienen und man hat alles was man braucht. Dabei geht die Einstellung von Helikopter (und Flugmodellen) sehr weit ins Detail. So kann man z.B. das Spiel in der Heckrotoranlenkung einstellen, außerdem die Servogeschwindigkeit und vieles mehr. Mit diesen Einstellungen ist es möglich, ein reales Helikoptermodell fast naturgetreu nachzubilden. Um die vorgegebenen Modelle an die gewohnten Eigenschaften anzupassen, muss man ein wenig mit den Einstellungen spielen. Soviel ich bis jetzt sagen kann, verhält sich die Simulation dann auch entsprechend korrekt.

Sehr vorteilhaft, gerade für Anfänger, ist die realistische Simulation des Bodeneffektes. So ist auch das Training des Präzisionsschwebens möglich. Eine andere beeindruckende Funktion ist die Simulation der Motorleistung. Fliegt man einige Überschläge zu heftig, so hört und merkt man deutlich wie die Drehzahl einbricht und dabei das Heck wegdrehen kann, ganz genau wie in der Realität ! Insgesamt habe ich den Eindruck, dass der Bezug zur Realität bei Reflex sehr weit fortgeschritten ist.

Reflex ermöglicht den Anschluss von beliebigen Fernsteuerungen. Sinnvoll ist aber, die selbe Fernsteuerung zu benutzen, die man auch für die realen Modelle verwendet. Reflex bietet zwar einige Programmiermöglichkeiten für den Sender, aber durch das Fehlen von z.B. einer Expo-Funktion kann nur schwierig Schwebeflug und Rundflug mit einer Einstellung geflogen werden. Das kann man aber alles auch in der Fernsteuerung programmieren, sofern man eine programmierbare hat.

Reflex eignet sich gut zum Training von allen Schwebeflugfiguren (normal, Nase, Rücken) aber durch die sehr schöne 3D-Darstellung mit 3D-Brille auch für Rundflüge und komplexere Figuren. Zum Training des Kunstflugs dürfte das Programm die erste Wahl sein. Generell ist die Orientierung relativ einfach, da auch die Kameraeinstellungen anpassbar sind.

Um mit Reflex gut arbeiten zu können, muss man das Programm an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Dann läuft es aber sehr angenehm.

Systemvoraussetzungen:

Reflex ist ein "Ressourcen-Fresser". Er verlangt nach einem High-End PC mit einem modernem Pentium-III. Je schneller desto besser ist hier die Devise. Ich arbeite mit einem Pentium-II mit 266 MHz, was das untere Ende darstellt. Damit ist gerade ruckel-freier Berieb möglich (18 Frames/Sekunde), wenn man ein paar Graphiken abschaltet (z.B. ohne Rauchfahne fliegt). Außerdem muss eine gute 3D Beschleunigerkarte zur Verfügung stehen, die den Direct-3D Standard unterstützt, was aber heute praktisch alle entsprechenden Karten machen. Die Inbetriebnahme sollte sich daher relativ problemlos gestalten.

Der problemlose Einsatz einer 3D-Revelator Brille (ELSA) eröffnet dem Anwender beeindruckende Möglichkeiten zum Training von Figuren, die auf normalen 2D-Bildschirmdarstellungen kaum zu beherrschen wären. Man muss aber berücksichtigen, dass die 3D Brille nur mit Bildschirmen mit mehr als 100 Hz fV (vertikaler Ablenkfrequenz) flimmerfrei funktioniert.

Plus und Minus:

Diese Punkte stellen meine persönliche Meinung dar, und sind KEIN objektiver Testbericht. Alle Leser die andere Erfahrungen gemacht haben sind eingeladen darüber ebenfalls zu berichten. Ich werde diese Erfahrungen gerne hier veröffentlichen. Zuschriften bitte an meine E-Mail.

++ hochwertige und realistische Simulation der Flugmodelle (verdient eigentlich +++)
++ sehr gute Orientierung durch 3D Brille
+   Autorotation möglich
+   gute Auswahl an Flugmodellen
+   Bodeneffekt wird simuliert
+   Lehrer/Schüler Modus, Flugschreiber
+   einstellbare Kameraposition
-    keine Auswahl an Szenerien
--  sehr hohe Systemvoraussetzungen

Mit den hohen Systemanforderungen muss man sich wohl abfinden. Das ist der Nachteil der Direct-3D Darstellung, die dafür große Vorteile bei der einfachen Installation und der guten Verträglichkeit zwischen Programm und PC hat. Reflex gehört durch seine unglaubliche Realitätsnähe sicher zu den besten Simulatoren, wenn auch noch ein paar mehr Landschaften zur Verfügung stehen sollten.