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Dieses Thema wird spätestens nach den ersten erfolgreichen Schwebeflügen relevant. Die Hersteller prahlen mit Traumflugzeiten (z.B. Ikarus beim ECO8 mit 11-14 Minuten) ohne die Voraussetzungen für solche Leistungen anzugeben. Baut man einen ECO in der Standardausführung mit 'normalen' Mitteln auf und kennt man die einschlägigen Tricks noch nicht so sind Flugzeiten zwischen 9 bis 12 Minuten durchaus normal.

Will man längere Zeiten erreichen, so muß man sich wirklich anstrengen und den Hubi so gut wie möglich optimieren.

Unter welchen Voraussetzungen kann man eine lange Flugzeit erwarten ?

Optimal gewarteter Motor
Optimal gewarteter Akku
Richtiges Getriebespiel
leichtgängiger Heckrotor
Saubere und gute Kugellager
leicht bewegliche Taumelscheibe und Pitchkompensator
Gestänge mit geringer Masse
leichtgängige Kugelgelenke
leichtgängiger Hilfsrotor mit Mischer
gut ausgewuchtete Rotoren

mit all diesen Maßnahmen habe ich die Flugzeit um ca. 2 Minuten (ca. 20 %) verlängern können. Allerdings muß das regelmäßig überprüft werden, da sonst durch Schmutz die Leichtgängigkeit langsam wieder verloren geht. Ich habe meine Ergebnisse aus dem bau von drei ECO-8 gesammelt. Sollte jemand weitere Vorschläge haben, bitte ich um Nachricht per E-Mail.

Optimal gewarteter Akku

Akkus können eine Lebensdauer von vielen Jahren haben. Das wichtigeste zur Erreichung einer langen Flugzeit (= Energieausbeute) ist die Beseitigung von jedem Memoryeffekt und die volle Ladung ohne dabei zu Überladen. Gute Delta-Peek Ladegeräte machen das schon sehr gut. Nur wenn man das letzte herausholen will kann man vor dem Laden den Akku bis zur Entladeschlußspannung (0,8V / Zelle) entladen. Danach lädt man solange bis der Akku einen plötzlichen Temperaturanstieg zeigt. Das kann man mit einem billigen Temperaturmeßgerät mit Fühler leicht feststellen. Dann aber sofort aufhören sonst droht Überladung. Gute Akkus z.B.: RC2000 soll man ruhig mit höheren Strömen (z.B.: 5A) laden. Das tut ihnen durchaus gut. Für optimal lange Flugzeiten kommt derzeit nur Sanyo RC2000 in Frage.

Richtiges Getriebespiel

(Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen von Anfängern). Die empfohlenen Tricks mit Plastiktüten zur Montage oder ähnliches verwende ich inzwischennicht mehr. Am besten geht es immer noch mit dem guten Augenmaß. Man montiert Hauptzahnrad und Heckantriebszahnrad. Dann stellt man das Heckantriebszahnrad so ein, daß sich ein fühlbares Spiel zum Hauptzahnrad ergibt (Fühlt man durch Wackeln an den Zahnrädern). Dann dreht man das Hauptzahnrad 10mm weiter und prüft das Spiel wieder. Man wird feststellen, daß die Zahnräder nicht absolut rund sind und sich das Spiel immer wieder ändert. Es darf keine einzige Stelle geben bei der kein Spiel spürbar ist. An der engsten Stelle muß das Spiel gerade noch spürbar sein aber mit dem Auge sollte man es praktisch nicht mehr sehen können. Wenn man die Schrauben angezogen hat, muß man das nochmals prüfen denn beim Anziehen verstellt es sich etwas.

Dann montiert man den Motor und zieht die Schrauben nur ganz leicht an. Man prüft das Spiel wie oben beschrieben. Wieder darf es keine Stelle ohne Spiel geben trotzdem soll das Spiel aber so gering wie möglich sein. Das ist am Anfang eine recht schwierige Aufgabe. Mit einiger Übung kann man es aber in ein paar Minuten erledigen. Auch hier wird nach dem Anziehen der Schrauben das Spiel geringfügig verstellt sein.

Leichtgängiger Heckrotor

Die Hecksteuerbuchse hat ein Rollenlager mit Messingbuchse. Hier gibt es zwei wesentliche Dinge zu beachten:
* Das Lager verschmutzt leicht und muß öfters gereinigt werden.
* Die Messingbuchse darf keinesfalls zu fest angezogen werden.

Alle Teile der Heckrotorsteuerung müssen sehr gefühlvoll montiert werden. Die Schrauben der Steuerbrücke dürfen nicht voll angezogen werden. Ganz leichte Abstände sind notwendig um alle Teile absolut leichtgängig zu machen. Wenn man es richtig gemacht hat, so reicht schon eine winzige Kraft um den Heckrotor zu verstellen. Man darf dabei ruhig die Plastikteile etwas bearbeiten. Z.B. muß der Anlenkhebel etwas ausgebohrt werden damit er noch leichtgängig ist wenn er mit der M2 Schraube befestigt wird.

Die Heckrotorwelle muß absolut sauber sein. Wenn die Messingbuchse leicht klemmt, so muß die Welle mit Sandpapier leicht abgeschliffen und mit Stahlwolle poliert werden. Das kann man sich sparen wenn man die gehärtete Tuning-Welle verwendet.

Saubere und gute Kugellager

Die Kugellager der Hauptrotorwelle sowie der Taumelscheibe verschmutzen leicht und müssen regelmäßig gereinigt werden. Die Lager der Blattlagerwelle oder des Heckantriebs sind besser geschützt und bereiten kaum Probleme.

Leicht bewegliche Taumelscheibe und Pitchkompensator

Alle Teile die mit der Hauptrotorwelle in Verbindung stehen sind wesentlich für die Flugzeit verantwortlich. Eine schwergängige Taumelscheibe hat mir schon 2 Minuten Flugzeit gekostet. Die Taumelscheibe muß sich leicht auf der Rotorwelle bewegen können, ebenso der Pitchkompensator. Man kann sich viel Schleifarbeit auf der Rotorwelle sparen wenn man die gehärteten Tuningteile verwendet.

Der Pitchkompensator ist ein Kapitel für sich. Es grenzt an Zauberei wenn man das Ding wirklich spielfrei und leichtgängig hinbekommt. Einmal hatte ich es geschafft. Aber nach 2 Stunden Flugzeit hat er schon wieder geklemmt. Man kann ihn nur sehr locker montieren. Mit dem größeren Spiel kann man leben und hat dafür höhere Leichtgängigkeit. Wenn es das Budget hergibt sollt man auf die Alu-Tuningversion zurückgreifen. Diese hat 4 Kugellager und läuft wesentlich besser. Die Kugelgelenke steifen auch meist an den Pitchkompensatorhebeln. Am besten man schleift die Hebel um 0,5mm ab, dann paßt es.

Gestänge mit geringer Masse

Im Hubi gibt es zwei Arten von beweglichen Teilen

a) Drehende Teile
b) Hin und herbewegte Teile

Drehende Teile müssen lediglich gut gelagert sein. Hin und herbewegte Teile werden aber laufend beschleunigt und gebremst was Motorleistung kostet. Daher müssen diese Teile eine möglichst geringe Masse haben. Zu diesen Teilen zählen alle Gestänge. Die 2mm Gewindestangen sehen ziemlich unstabil aus. Trotzdem sind sie ein guter Kompromiß da sie leicht sind. Wenn man aus optischen Gründen stärkere Gestänge einbaut muß man damit rechnen, daß etwas Motorleistung dafür verlorengeht. Im Flugbetrieb hatte ich mit den Gewindestangen bisher keinerlei Problem.

Leichtgängige Kugelgelenke

Der ECO ist in seiner fast "Vollplastik"-Ausführung ein recht gelungener Kompromiß zwischen Stabilität und geringem Gewicht sowie niedrigen Kosten und erreicht in der Standardausführung schon akzeptable Flugzeiten.

In der Bauanleitung wird öfters darauf hingewiesen, daß die Teile leichtgängig und spielfrei sein sollen. Das ist bei der Plastikausführung nur schwer zu realisieren. Passende Plastikgelenke klemmen. Klemmen sie nicht, so sind sie nicht spielfrei. Der optimale Mittelweg ist nur sehr schmal und geht nach kurzer Betriebszeit durch Abnutzung wieder verloren.

Wenn man leichtgängige Gelenke haben will so kommt man nicht darum herum die Plastikkugeln mit Sandpapier abzuschleifen. Dafür sind sie nach einiger Betriebszeit dann wieder zu leichtgängig und haben großes Spiel. Schleift man sie nicht ab, so muß man ziemlich lange warten bis sie optimal laufen. Eine optimale und billige Lösung ist die Plastikkugeln durch die Ikarus-Messingkugeln zu ersetzen. Das klappt bei fast allen Kugeln (außer dem Taumelscheibeninnenring).

Messingkugeln kommen auf folgende Teile:

Taumelscheibenaußenring (2 Stk., außer Taumelscheibenführung)
Pitchkompensator (2 Stk.)
Stabianlenkhebel (2 Stk.)
Stabiwippe (2 Stk.)
Blatthalter-Mischhebel (4 Stk.)

Man knipst die Plastikugeln ab, bohrt 1,5mm Löcher und schraubt die Messingkugeln mit M2-Schrauben und Schraubensicherungslack fest.

Die Ikarus Messingkugeln habe 4,5mm Durchmesser und sind qualitativ ausreichend gut. Will man übliche verchromte Kugeln mit 4,8mm verwenden, so muß man auch neue Kugelpfannen nehmen. Sehr empfehlenswert sind die 2mm-Kugelpfannen von Mikado.

Die Verbesserung der Leichtgängigkeit der Kugelgelenke ist für mindestens 1/2 bis 1 Minute Flugzeit verantwortlich !

Leichtgängiger Hilfsrotor mit Mischer

Die Stabistange und die Wippe muß vollkommen leicht beweglich sein. Ein leichtes Anblasen der Paddles muß schon zum Umkippen der Wippe führen. Ist das nicht der Fall so verschenkt man Flugzeit. Man muß die Kippachse der Wippe gut einfetten. Außerdem kann es notwendig sein die Löcher in der Wippe leicht zu erweitern. Die Stabianlenkhebel dürfen nicht zu fest an der Wippe anliegen. Spiel darf hier aber auch keines sein denn sonst kann man den Hilfsrotor nicht gut auswuchten. Die Stabistange aus Kohlefaser ist auch empfehlenswert. Sie ist zwar nicht so steif wie die Metallausführung, ist aber leichter.

Gut ausgewuchtete Rotoren

Darüber steht sehr viel geschrieben. Daher will ich hier nur meine Vorgehensweise beim ECO vorstellen:

1. Hubi steht mit 'nackter' Hauptrotorwelle und montiertem Heckrotor aber ohne Heckrotorblätter am Tisch
2. Motor langsam drehen lassen. Schraubenzieher leicht an Hauptrotor- und Heckrotorwelle anlegen und fühlen ob ein Schlag zu spüren ist. Wenn ja, Welle auswechseln.
3. Heckrotorblätter auf Blatthalterungen montieren und genau auswiegen
4. Heckrotor auf Welle aufstecken, festschrauben und Kugelgelenke einhängen (müssen leichtgängig sein !). Servogestänge einhängen.
5. Motor drehen lassen. Heckservo so stellen, daß keine Luft geblasen wird. Heckrohr mit der Hand halten und auf Vibrationen achten (Vorsicht ! Nicht in den Heckrotor greifen !). Bei Vibrationen Heckrotor abmontieren und nochmals genauer auswiegen.
6. Hauptrotorkopf montieren (ohne Rotorblätter).
7. Motor drehen lassen und bei verschiedenen Drehzahlen auf vibrierendes Chassis achten. (Vorsicht ! Höchste Verletzungsgefahr !!! Hubi muß standfest sein und min. 2m Sicherheitsabstand einhalten)
8. Vibrationen mit Klebeband auf einem der Paddles beseitigen. Evt. ist die Paddlestange auch nicht ganz mittig. Geduld bewahren. Es dauert evt. viele Versuche bis man die richtige Menge Klebeband herausgefunden hat. Bei verschiedenen Drehzahlen testen.
9. Rotorblätter gut auswiegen und montieren
10. Spurlauf einstellen

Jetzt sollte der ECO praktisch ohne Vibrationen laufen. Verwendet man Holzrotorblätter, so bringt man es oft nicht 100%ig hin. GFK Blätter sind in jedem Fall die bessere Wahl.