Fotoapparat am Hubschrauber HH01206A.gif (1993 Byte)

Das Video Projekt ist natürlich sehr interessant weil es Live-Bilder vom Hubi ermöglicht. Leider sind die Kosten relativ hoch. Ungefähr 350 bis 500.-€  muss man schon investieren um vernünftige Ergebnisse zu erzielen.

Eine wesentlich preisgünstigere Methode um Luftbilder zu erhalten ist die Montage eines Fotoapparates am Hubschrauber. Außerdem sind die Bilder von hochwertiger Qualität !

Einfachste Aufnahmen mit Billigstkamera und ECO-8
Aufnahmen mit Auto-Transport Kamera mit LOGO


Aufnahmen mit Billigst-Kamera und ECO-8

Fotoapparat:
Für meine ersten Tests habe ich eine billige Taiwan-Kamera in einem Elektro-Markt gekauft. Die Kosten der Kamera belaufen sich auf 15 €. Dieser einfache Fotoapparat hat eine feste Blende und Belichtungszeit. Da man aber nur bei Tageslicht fotografieren will und außerdem keine Nahaufnahmen mit dem Hubi machen wird ist das ausreichend. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Bauzeit für diese Anordnung. Ich habe diese Fotoausrüstung  in einer halben Stunde gebaut und flugfertig gehabt.

Die Kamera selbst wiegt 90 Gramm. Mit Film knapp über 100 Gramm. Dazu braucht man noch einen Servo für den Auslöser. Insgesamt kommt man auf ein Fluggewicht von max. 150 Gramm. Damit kann man diese Anordnung auch leicht mit dem ECO mit 10 Zellen fliegen und in größere Höhen bringen.

Montage :
foto1.jpg (28063 Byte) Dieses Bild zeigt die Montage am ECO-8. Die Kamera ist auf der Rückseite mit Schaumstoff gepolstert und mit Kabelbindern fest und rutschsicher am Hubi befestigt.

Ein billiges Standardservo ist mit Epoxykleber direkt auf der Kamera befestigt. Der Servoarm ist so ausgerichtet, daß er beim Auslösen gerade den Auslöser hinunterdrückt aber nicht blockiert wird.

Automatischer Filmtransport ist mit dieser billigen Kamera nicht möglich. Daher lande ich nach jedem Bild und ziehe per Hand auf.

foto2.jpg (31923 Byte) Um den korrekten Schwerpunkt zu erhalten, muß der Akku weiter nach hinten geschoben werden, was problemlos möglich ist. Man sieht hier auch das Servo mit dem Kabel zum Empfänger. Ich habe es an einem freien Kanal eingesteckt. Im Sender habe ich einen freien Schalter so programmiert, daß der Servo bei Betätigen des Schalters in die Endstellung läuft und das Foto auslöst.
Flugbetrieb:
Die zusätzlichen 150 Gramm belasten den ECO nur wenig. Er wird etwas träger beim Start und Steigflug. Trotzdem ist ein zügiger Steigflug möglich. In 20-30 Sekunden kommt man in so große Höhen, das die Steuerung schwierig wird. Man muß dann sein bestes versuchen um den Hubi gerade und ruhig zu halten, sofern das in dieser Entfernung überhaupt möglich ist. Dann betätigt man den Schalter und schießt das Foto.

Um den Film weiterzutransportieren muß man schnellstmöglich landen um nicht zuviel Strom zu verbrauchen. Wegen der großen Höhe nehme ich Pitch und Gas fast vollkommen heraus und lassen den Hubi schnell sinken. Er wird dadurch schwer steuerbar aber man kann ungefähr die Position halten. Er fällt natürlich in seinen Abwind (Downwash) wodruch er immer schneller sinkt. Nach ein paar Sekunden ist er in ca. 20m Höhe und ich gebe Gas/Pitch und leite einen Forwärtsflug ein um ihn abzufangen und langsam zu landen.

Problematisch war für mich anfangs das Betätigen des Auslöse-Schalters, da man dadurch seinen Finger bzw. seine Konzentration vom Hubi wegnimmt und er dadurch unruhiger wird. Aber nach ein paar Fotos gewöhnt man sich daran.

Bildqualität:
Bisher wurde ein Film entwickelt. Die Qualität der Billig-Kamera ist vollkommen ausreichend. Die Bilder sind lichtstark, farblich in Ordnung und scharf. Zumindest die Bilder vom Boden. Die Schärfe bei den Luftbildern läßt noch zu wünschen übrig, denn sie sind teilweise sehr verwackelt. Zum Glück sind auch ein paar schöne Aufnahmen dabei. Um die Bildschärfe zu verbessern muß ich noch zwei Dinge erledigen:

1. Hubi besser auswuchten. So packt man das Übel direkt an der Wurzel. Der Hubi muß so gut wie nur irgendwie möglich ausgewuchtet sein. Alle drehenden Komponenten müssen entfernt werden und dann schrittweise wieder hinzugefügt werden. Nach jedem Schritt muß neu ausgewuchtet werden. Mir ist allerdings klar, daß diese Aktionen nur eine teilweise Verbesserung bringen werden. Ein vollkommen vibrationsfreier Aufbau wird wohl nicht gelingen, gibt es doch viel zu viele Ursachen die sich noch dazu gegenseitig beeinflußen.

2. Kamera weich montieren: Die Kamera muß so lose und weich montiert werden, daß sich Vibrationen des Hubi nicht auf das Kameragehäuse übertragen können. Das werde ich mit einer Aufhängung mit Gummibändern versuchen. Es besteht natürlich die Gefahr, daß sich dann Schwingungen aufschaukeln. Das würde etwas ähnliches wie einen Stoßdämpfer notwendig machen. Eine komplexe Sache, die nur durch mehrere Versuche optimiert werden kann.

ph1.jpg (38271 Byte) Dieses Bild zeigt eine Landschaftsaufnahme aus ca. 60m Höhe. Der Eco war schwierig zu steuern, weil er in dieser Höhe schon recht klein aussieht. Außerdem geht dort oben wesentlich mehr Wind als am Boden.
ph2.jpg (23635 Byte) Dieses Bild wurde aus ca. 5m Höhe beim Nasenschweben aufgenommen und zeigt den Piloten wie er versucht während das Nasenschwebens den Schalter für den Auslöser zu finden.

Aufnahmen mit automatischer Kamera und LOGO

Fotoapparat:
In unserem Elektro-Laden gab es plötzlich eine Kamera mit automatischem Filmtransport für nur 25 €. Das Ding mußte natürlich sofort gekauft werden ist es doch billiger als die meisten Ersatzteile der Hubis.

Die Kamera hat 4 Mignon Zellen für den Motor. Sie wiegt zusammen mit Film und Servo ca. 250 Gramm. Das ist kein Problem für den LOGO der gut 1 kg tragen kann.

Montage :
logophot.jpg (33171 Byte) Dieses Bild zeigt die Montage am LOGO. Die Kamera ist an der Seite am Akkupack mit Kabelbindern befestigt. An der Rückseite befindet sich noch selbstklebender Schaumstoff zur Rutschsicherung. Alternativ habe ich sie auch noch direkt unter den Kufen befestigt um senkrecht hinunter zu fotografieren.

Ein billiges Standardservo C5007 ist mit Epoxykleber direkt auf der Kamera befestigt. Der Servoarm ist so ausgerichtet, daß er beim Auslösen gerade den Auslöser hinunterdrückt aber nicht blockiert wird. Nach jedem Bild transportiert die Kamera den Film weiter. Bei senkrechten Aufnahmen hatte sogar der Blitz ausgelöst was nett anzusehen war.

Der LOGO trägt die Kamera unmerklich und praktisch ohne Veränderung der Flugeigenschaften. Durch seine Größe ist er auch träger und hat weniger Vibrationen als der ECO. Dadurch wurden fast alle Aufnahmen scharf. Einige wirklich gestochen scharf. Bei meinen ersten Fotos mit dem ECO hatte ich immer Probleme den Auslöseschalter zu finden. Diesmal habe ich einen Schalter mit langem Hebel direkt über dem linken Steuerknüppel angebracht und kann diesen durch leichtes Fingerschnippen betätigen. Später werde ich diesen Schalter für die Autorotation nutzen.
Bildqualität:
Ich habe insgesamt 35 Bilder geschossen. Außer einem Bild das direkt in die Sonne ging sind alle anderen brauchbar. Die Bildschärfe ist ziemlich gut, wenn auch noch nicht perfekt. Einige absolut scharfe Bilder sind jedoch auch dabei.

Es gab keine besonderen Probleme. Es hat viel Spaß gemacht die Fotos zu schießen. Hier folgen ein paar eingescannte Beispiele:

Luftbilder:
photo4.jpg (38359 Byte) Vor dem ersten Flug erfolgte ein Test der Kamera. man sieht den Finger am Auslöseschalter und den ungläubigen Blick obs auch wirklich blitzt. (Meine Frau hat darauf bestanden, daß ich dieses fürchterliche Bild hier zeige).
photo2.jpg (25925 Byte) Landschaftsaufnahme aus ca. 60m Höhe. Der LOGO war hier schon recht klein am Himmel aber immer noch problemlos steuerbar. Ein Bild mit ähnlicher Perspektive aufgenommen mit dem ECO ist weiter oben zu sehen. Man beachte den Qualitätsunterschied !
photo3.jpg (64134 Byte) Aus ca. 40m Höhe eine Aufnahme mit senkrecht nach unten gerichteter Kamera.

Suchbild: Wo ist der Pilot ???
photo1.jpg (71458 Byte) Ein Haus aus ca. 30m oder 40m Höhe. Es war ein herrlicher Sonntagmorgen (ca. 10:30 Uhr). Die Sonne stand gerade optimal zum Fotografieren.