Umbau eines Siemens/Ikarus GAMEBIRD

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Schon lange störte es mich, mit der MC24 am Simulator zu fliegen. Es ist kein gutes Gefühl, die schöne MC24 am PC abzunutzen. Speziell nach dem 20sten Absturz kann es schon mal zur Sache gehen. Dazu ist der teure Sender zu schade.

Eine gute Lösung ist die Nutzung eines alten Empfängers. Damit spart man sich das dauernde Herausnehmen des Sendemoduls. Diese Lösung ist >>HIER<< beschrieben.

Trotzdem wollte ich eine Lösung, bei der ich gar nicht mehr auf die MC24 zurückgreifen muss. Irgendein billiger Handsender tut es am Simulator voll und ganz. Als begann ich in ebay zu stöbern und wollte einen billigen alten Sender kaufen. Leider Fehlanzeige, die Sender erreichen in ebay so hohe Preise, dass man gleich ein Neugerät kaufen könnte.

Auffällig ist nur, dass tonnenweise Siemens-Gamebirds zu Schleuderpreisen verkauft werden (ca. 10 bis 20 €).

Ein Siemens-Gamebird besteht aus einem Fernsteuersender und dem bekannten IPACS Easyfly. Der Fernsteuersender hat aber keine eigene Elektronik. Es hat nur die beiden Kreuzknüppel, deren vier Potis am Game-Port eines PCs angeschlossen werden. An einen Anschluss am Simulator Aerofly oder Reflex oder anderen war nicht zu denken. Easyfly ist mir im Hubi-Kunstflug zu unrealistisch und ich wollte daher lieber Aerofly oder Reflex  verwenden.

Der Preis des Gamebirds ist so interessant, dass ich das Paket kaufte um an den Fernsteuersender heranzukommen.

Nun hatte ich also einen Sender mit vier Potis und sonst nichts. Weiters hatte ich den Reflex Simulator, der ein richtiges PPM Signal benötigt, wie es normale Fernsteuersender ausgeben.

 

Die ganze Anordnung sieht so aus:

Die 4 Potis links sind vorhanden im Sender, der Reflex (oder Aerofly, FMS usw.) PC Anschluss ist ebenfalls vorhanden. Was fehlt ist der große Kasten "PPM Generator".

Dieser muss die Stellung der 4 Potis abfragen und daraus das PPM Signal erzeugen. Dieser Job ist einem kleinen Microcontroller wie auf den Leib geschneidert. Also wurde kurzerhand ein winziger Atmel tiny15L, der sowieso schon für ein anderes Projekt vorhanden war  umprogrammiert. Dieser Chip hat trotz seiner Winzigkeit die benötigten vier Analogeingänge für die Potis und einen Digitalausgang für das PPM Signal. Er ist also optimal geeignet.

Hier der erweiterte Gamebird von innen. Unten sieht man die nur 1x3cm kleine Platine mit dem Microcontroller. Das ganze funktioniert so perfekt, dass ich überlege evt. noch eine Expo-Funktion zu programmieren um die Empfindlichkeit der Knüppel einstellen zu können.

Der Umbau war in wenigen Stunden erledigt und die MC24 ist jetzt vor hartem Simulatorbetrieb verschont.

Der Gamebird hat trotz seines niedrigen Preises eine erstaunlich gute Verarbeitungsqualität. Die Kreuzknüppel könnten durchaus auch am Modellflugplatz bestehen. Für den Simulator jedenfalls einen nette Lösung.

Falls noch jemand Interesse an diesem Umbau hat, kann er sich gerne an mich wenden. Der Einbau der kleinen Platine ist einfach und sicher auch für weniger geübte Löter machbar, solange man zwei Kabel zusammenlöten kann. Wegen des großen Interesses habe ich einen einbaufertigen Umbausatz zusammengestellt. Siehe im Online-Shop.

Update:

Ältere Gamebird Umbausätze sind zu manchen Reflex-USB Kabeln nicht kompatibel. Dafür gibt es jetzt einen Softwareupdate, welcher mit allen mir bekannten Simulatoren funktioniert. Siehe im Online-Shop.