Weiteres Kunstflug Tuning am ECO Rotorkopf

Nachdem mein Eco-8 Rotorkopf jetzt auf einem Acrobat-10 3D Kampfhubi montiert ist, treten die Einschränkungen dieses Kopfes natürlich deutlicher hervor. Bei der letzten Umbauaktion (siehe Tuning Nr.3) habe ich den minimal möglichen Pitch erweitert. Damit läßt sich -9 bis +9 Grad problemlos einstellen.

Eine weitere Einschränkung ist die maximale Auslenkung bei voll-Roll und voll-Nick, welche diesmal korrigiert werden soll:

Bei erhöhter Drehzahl am Rotorkopf lässt sich der Eco ganz gut durch einfache Kunstflugfiguren steuern, es ist aber immer spannend ob man auch genügend Fahrt für den zweiten Teil einer Rolle oder eines Loopings hat. Sicher hängt das auch wesentlich von der sauberen Aussteuerung durch den Piloten ab, jedoch bewegt sich der Eco ziemlich träge durch rollenden oder nickende Figuren. So braucht man für einen Überschlag aus dem Stand relativ viel Platz, weil er sich einfach nicht schnell genug herumdreht.

Eine Pitch-Messung brachte folgendes Ergebnis: Bei vollem Nick oder Rollausschlag konnte eine Änderung des Anstellwinkels von +- 2,5 Grad gemessen werden. Stellt man größere Winkel ein, blockiert das Gestänge: Die Anlenkung vom Pitchkompensator zur Stabi-anlenkung berührt dann die Blatthalter. Das könnte durchaus sicherheitsrelevant sein, zumal mir von einem guten Piloten erzählt wurde, dass genau diese Kugelpfanne schon mal abgesprungen ist.

Abhilfe:

Um es gleich vorwegzunehmen: Änderungen am Rotorkopf sind NICHTS für Anfänger, also bitte Finger weg. Interessant ist diese Modifikation nur für Piloten die Kunstflug ausüben wollen und auch genügend handwerkliche Erfahrung haben !

Um das Blockieren zu verhindern, muss der Anlenkpunkt der Stabistange weiter vom Blatthalter weg. So einfach ist das aber nicht, denn das Kugelgelenk muss trotzdem genau in der Mitte des Rotorkopfs bleiben. Zusätzlich muss es auch ein Stück weiter vom Rotorkopf-Zentralstück weg, da auch dort Blockieren droht.
tun7.jpg (7082 Byte) Das Bild links zeigt, wie ich den Anlenkhebel der Stabistange verändert habe. Zuerst wird er so abgesägt, dass er nur mehr 27mm Länge hat. Dann wird ein Loch mit 1,5mm genau in die Mitte gebohrt (Tiefe ca. 15mm). Bitte genau bohren, denn der Hebel ist nur 2mm dick ! Dank der Zähigkeit dieses Kunststoffs sind aber keine Probleme zu erwarten. Dann nimmt man ein Stück 2mm Gewindestange, schraubt sie ein, montiert das ganze am Eco und winkelt sie dann so ab, dass der Anlenkpunkt weiter unten und weiter außen zu liegen kommt. Siehe dazu auch das nächste Bild. Danach schraubt man die Gewindestange wieder heraus, sie wird nur als Muster verwendet.
Passend zu dem Muster wird nun ein Satz identischer. entsprechend gebogener Stangen angefertigt. Das Biegen von Gewindestangen kann problematisch sein, obwohl es hier noch geht. Wer ganz sicher gehen will, sollte lieber 2mm Eisendraht nehmen, biegen und dann M2 Gewinde auf beide Seiten schneiden.
tun6.jpg (26436 Byte) Die Stangen werden nun in beide Anlenkhebel eingeschraubt. Auf das andere Ende wird eine Kugel zwischen zwei Stoppmuttern, die zusätzlich mit reichlich Sicherungslack versehen sind, befestigt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kugeln genau in der Mitte der Rotorkopfs sind (ansonsten würde man unerwünschte Nick oder Roll Beimischungen erzeugen. Ganz geringe Beimischungen erzeugt man durch diese Modifikation auf jeden Fall, nach meinen Flugtests zu schließen liegen sie aber noch in der üblichen Ungenauigkeit dieses Kopfes).
Die ursprünglichen Anlenkstangen (im Bild beschriftet mit "2") sind jetzt zu lang und müssen entsprechend gekürzt werden. (Im Bild ist auch auf die Verbindung "1" hingewiesen, die im Tuning Nr. 3 besprochen wurde.)

Mit dieser Modifikation lässt sich jetzt ein Nick- und Rollwinkel von mindestens 5 Grad einstellen, was auch für hartgesottene Piloten ausreichen dürfte.

Man kann jetzt im Sender die Ausschläge der Nick- und Rollservos erhöhen oder man nimmt am Servohebel ein Loch weiter außen. Auf jeden Fall sollte man aber den erzielten Nick- und Rollwinkel messen, denn es gibt viele Piloten, die bereits von Anfang an mit zu großen Winkeln geflogen sind und die Gefahr des Blockierens gar nicht gemerkt haben.

Messung des Nick- und Rollwinkels:

Der Hubi steht mit waagrechter Taumelscheibe auf dem Tisch, die Rotorblätter stehen genau quer (90 Grad) zum Hubi. Mit Hilfe einer Pitch-Lehre stellt man soviel Pitch am Sender ein, dass man genau 0 Grad misst. Ohne den Pitch zu ändern, gibt man jetzt voll-Nick und misst die Änderung des Winkels. Das gleiche macht man für Roll, in diesem Fall müssen die Rotorblätter in Richtung zum Heck stehen. Welchen Winkel man benötigt, muss jeder selbst erfliegen. Ein Wert von 4 Grad könnte für den Anfang ganz gut sein.

MC24 User: Um den maximalen Ausschlag der Nick und Rollservos zu ändern, stellt man die Prozentwerte im Menü "TS-Mischer" ein.