PICCOLO
Der Miniaturheli von Ikarus

Das ursprüngliche Manuskript für diesen Bildbericht hat Rudolf geschrieben und freundlicherweise für Flyheli zur Verfügung gestellt.


Der ECO-8 ein großes Tier ? Der Eco ist doch schon ein Miniheli. Dass es auch noch viel kleiner geht, hat der Pixel erstmals bewiesen. Einige Jahre später ist nun Ikarus mit einem serienmäßigen Micro-Hubschrauber auf den Markt gekommen. Hier folgt nun ein Bildbericht über die Technik dieses Meisterstücks an Feinmechanik. Wie er fliegt könnt Ihr an zwei Videos bewundern.

PicAnEco.jpg (32335 Byte) ECO-Piccolo im Vergleich zum ECO 8, das bedeutet leichte 225 Gramm gegen ca.1,6 kg - plötzlich wirkt der ECO 8 wie ein mächtiger Urzeitvogel. Wenn jetzt noch ein Logo-30 danebenstehen würde, wäre der Piccolo kaum mehr zu finden.
PicAmSender.jpg (40467 Byte) ECO-Piccolo am Sender: Das Profitrim-Modul kann man hier ruhig vergessen - der Piccolo fliegt mit einer einfachen 4-Kanal-Anlage ohne aufwendige Mischer, Mechanik oder Min-/Max-/Schwebe-Pitch-Einstellungen.
Haupt- und Heckrotorwirkung werden rein drehzahlgesteuert erzeugt, d.h. Gas (Pitch) direkt vom Drehzahlregler des Hauptrotors, Hecksteuerung direkt über Gyro + Drehzahlregler des Heckmotors. Der Vorteil ist eine rein elektronische Steuerung von Pitch und Heck, ohne ein einziges mechanisches Teil (!) was viel Gewicht spart. Ein kleiner Nachteil darf nicht verschwiegen werden: die Pitchwirkung setzt etwas träger und erst mit leichter Verzögerung ein. Und Vorsicht: der Heckrotor über/reagiert sensibel auf allzu heftige Richtungsänderungen; schnelle Pirouetten gehen plötzlich schon mal genau andersherum ! Das kann auch einem hartgesottenen Hubiflieger den Schweiß auf die Stirne treiben.
PicRotiert.jpg (30992 Byte) Der ECO-Piccolo kurz vor dem Abheben. Der 280er Motor mit einem 8er Ritzel am Hauptzahnrad bringt ihn sauber zum Schwebeflug. Der Ausschnitt oben an der Kabinenhaube dient der besseren Kühlung damit der kleine Motor nach ca. 5 Minuten Schweben kaum handwarm wird.
PicFrontal.jpg (25143 Byte) Welch ein Anblick ! Die kleine Hornisse bereit zum ersten "Stich".

Frontansicht mit Konstant-Pitch. Man erkennt die große, schaufelartige Steigung der Hauptrotorblätter. Die kleinen Hiller-Paddel sollten exakt ausgerichtet sein. Das exakte Auswiegen der Paddlestange ist sehr wichtig. Das kleine Ding darf keine Unwuchten haben.

PicServos.jpg (25371 Byte) Die Servobefestigung und der Hauptrotor.

Die kleinen Pico-Servos werden zuerst genau neutral ausgerichtet (Knüppel am Sender in Mittelstellung). Dann werden sie einfach mit einem Tropfen Sekundenkleber auf die kleinen Servoböcke an der Hauptrotor-Hülse aufgeklebt. Die CFK-Hauptrotorwelle steckt in einer oben und unten kugelgelagerten Hülse des Chassis. Hauptzahnrad und Hauptrotorzentralstück sind mit kleinen Stahlstiften durch kleine Bohrungen in der CFK-Hauptrotorwelle gesichert.

An dieser Stelle muss nochmals davor gewarnt werden einen ECO-8 mit CFK Wellen auszustatten. Sowohl Haupt- als auch Heckrotorwelle halten der Belastung nicht lange stand. Ich habe schon mehrere satte Crashs durch gebrochene CFK Wellen gesehen. Beim leichten Piccolo ist das natürlich alles kein Problem.
PicRotor_2.jpg (32615 Byte) Das Hauptrotorzentralstück mit Anlenkung der kleinen Hiller-Paddel. Das S-förmige Blatthalter-Teil sitzt auf 2 Mini-Kugellagern und ist crash-freundlich auf dem Hauptrotorzentralstück aufgeklipst. Die CFK-Paddelstange wird seitlich zentriert ausgerichtet. Dabei ist auf minimales Spiel zu achten. Die Kunstoffschrauben der Hauptrotorblätter sollten nicht zu leicht (Gefahr des Einklappens !) und nicht zu fest (Schütteln durch Unwucht !) angezogen werden. Nach Justage sind sie unbedingt mit etwas Schraubensicherungslack zu sichern !
PicRotor_1.jpg (29247 Byte) Die winzige Taumelscheibe von unten gesehen:

Man erkennt den Taumelscheiben-Mitnehmer, der das Drehmoment vom Motor über der Hauptrotorwelle und das Hauptrotorzentralstück an den oberen, drehenden Teil der Taumelscheibe überträgt. Von hier wiederum erfolgt dann die Anlenkung der Hiller-Paddel über zwei winzige Kugel-Gestänge. Die Taumelscheiben-Anlenkung durch die Servos erfolgt (nur) von 2 Seiten; sie zentriert sich selbst durch die Drehung des Hauptrotors.

 

Der winzige Heck-Motor:

Die Stromversorgung erfolgt über ein vorkonfektioniertes Kabel mit Micro-Steckverbindungen, das einfach durch das CFK-Heckrohr nach vorne zum Piccoboard gezogen wird.

PicHeckrotor.jpg (18581 Byte)  Die CFK-Heckrotorachse steckt in 2 Mikro-Kugellagern in einem sauber gespritzten Heckteil. 2 winzige Silikon-Schläuche sichern die Heckwelle gegen seitliches Verrutschen. Der Hecksporn wird einfach in die vorgesehene Aufnahme geklebt und das Seitenruder mit 2 Streifen Tesafilm fixiert. Er ist mit 0,5 mm viel zu dünn ausgefallen und bricht leicht. Man nimmt besser 1 mm CFK-Stäbchen)
PicHeckans.jpg (23779 Byte) Hier ein Bild vom "Hinterteil" des Piccolo:

die 2 mm CFK-Beinchen werden mit einem Tropfen Sekundenkleber in die Chassis-Passungen geklebt. Durch das filigrane Heckrohr führt nur die Strom-/Signalversorgung für den Heckmotor - ohne jegliche mechanische Anlenkung. Diese einfache Konzeption macht den ECO-Piccolo zu einem echten Fliegengewicht. (Vor dem Fliegen im Wohnzimmer bitte den Insektenspray verstecken, nicht dass die bessere Hälfte auf dumme Gedanken kommt).

 

All-you-need:

* Chassis mit Motor
* Piccoboard
* 7-Zellen-Akku.

Das Piccoboard beinhaltet die komplette Steuerungselektronik, d.h. Empfänger mit BEC, Mini-Gyro und 2 digitale Motorsteller für Haupt- und Heckmotor. Alle Kabel und Anschlüsse sind werkseitig verpolungssicher vormontiert. Einfach nur noch aufstecken.

PicChassis.jpg (37835 Byte) Nur die Servo-Stecker hätten etwas kleiner ausfallen dürfen. Der 280er Motor ist komplett funkentstört. Die Antenne ist an einem Kufenbein hinunter durch die hohle Kufe nach hinten ausgeführt. Die Steckverbindung Akku - Piccoboard lässt sich durch einen Ausschnitt in der Haube (vorne/unten) führen und erlaubt komfortables Laden des Akkus ohne die Haube abnehmen zu müssen.
PicvUnten.jpg (29748 Byte) Der Schwerpunkt:

Der 7-Zellen-Akku sitzt - an einem Gummiring befestigt - zwischen den beiden vorderen Landegestell-Beinchen. In dieser Position ist gewährleistet, dass der Schwerpunkt des ECO-Piccolo - wie beim ECO 8 - exakt in der Senkrechten der Hauptrotorwelle liegt. Hält man jetzt den Piccolo an der querstehenden Paddelstange, so verläuft das Heckrohr waagerecht.

Mit dem Piccolo ist Ikarus eine gute Entwicklung gelungen. Natürlich braucht nicht erwähnt zu werden, dass so ein kleines Fluggerät nicht die Flugeigenschaften seiner großen Brüder haben kann.

Der Piccolo ist sicher ein guter Hubschrauber für das Wohnzimmer, wo hauptsächlich Schwebefiguren geflogen werden. Im Bodeneffekt verhält er sich recht kritisch, weshalb man gut daran tut möglichst schnell auf Höhe zu kommen. Aus diesem Grund ist er für Einsteiger weniger geeignet, da diese ja naturgemäß im Bodeneffekt die ersten Hüpfer üben. Rundflug ist wegen der starken Aufbäumtendenzen nur mit deutlichen Korrekturen am Nickknüppel möglich. Im Langsamflug verhält er sich jedoch erstaunlich gutmütig, was man so einem kleinen Gerät kaum zutrauen würde.