Raucherzeugung,
für unsere Phyromanen

Das Manuskript zu diesem hochinteressanten Artikel erreichte mich von Philipp, der einige erfolgreiche Versuche zu diesem Thema gemacht hat.

Die Raucherzeugung in Verbrennermodellen wird normalerweise durch Einspritzen von Rauchöl in das Resorohr gemacht. E-Heli und E-Modell Piloten haben diese Möglichkeit natürlich nicht. Dafür eignet sich folgende Methode sehr gut:


Die Bauanleitung für eine Rauchdose:

  1. Man benötigt eine Pappröhre als Behältnis, hier eignen sich Geschenkpapierrollen, Küchenrollen oder ähnliches, da diese schön stabil sind.
  2. Eine Seite dieser Rolle wird mit einem Pappdeckel komplett und sicher verschlossen.
  3. Man fülle die Pappröhre jetzt mit Rauchpulver (Theaterrauch o.ä.), aber Vorsicht, das Pulver braucht einen Brennkanal, denn sonst würde es durch den eigenen Brenndruck herausfallen.
  4. Für den Brennkanal macht man sich folgende Vorrichtung: Man sägt sich aus Holz eine Scheibe die genau in das Papprohr passt. In die Mitte kommt ein Loch, durch das ein ca. 5-7mm dicker Rundstab durchgesteckt wird. Mit diesem Holz drückt man das Pulver fest. Zuerst drückt man den Rundstab ganz durch, bis zum Pappdeckel. Dadurch entsteht in der Mitte des Pulvers ein Loch, der Brennkanal. Dann presst man noch das Pulver schön fest.
  5. Holzscheibe und Rundstab werden wieder entfernt.

    Damit ist die Rauchpatrone fertig
  6. Als Zünder stellt man eine Glühwendel aus 0,5mm Draht her. Diesen wickelt man mehrmals um ein 2-3 mm Rundmaterial. Der Draht muss lang genug sein damit er weit genug herausschaut.
  7. Man steckt ihn am Rand der Pappröhre in das Pulver und lässt die Enden herausschauen. Ich habe in diese Glühwendel einen Streichholzkopf gesteckt und damit auch ganz gute Erfahrungen gemacht. Philipp macht es ohne Streichholz.

    Fertigstellung :
  8. Zu guter Letzt muss das ganze noch verschlossen werden, damit das Pulver nicht heraus fällt. Dazu wird eine kleine Menge Rauchpulver mit (sehr wenig) Tapetenkleisterlösung vermischt. Dieses Gemisch sollte so trocken wie möglich sein, da man sonst lange auf die Trockung warten muss.
  9. Aus diesem "Teig" macht man ein ca. 2-3mm dickes Plättchen (wie bei den Weihnachtsplätzchen) und verschließt damit die Rauchpatrone. Schön den den Rändern andrücken, damit kein Pulver herausfallen kann. Dann das ganze gut durchtrocknen lassen bis diese Schicht hart wird.

Tapetenkleister enthält Zellulose, genauso wie der Theaterrauch. Deshalb verbrennt er wenn er trocken ist sehr gut. Außerdem ist er billig und lässt sich leicht verarbeiten. Übrigens haben käuflich angebotene Rauchpatronen keinen solchen Schutzdeckel und meist auch keinen Brennkanal. Daher sind diese auch weniger zum Einsatz in Flugmodellen geeignet. Durch die Vibrationen würde das Pulver herausfallen (ist mir schon passiert). Philipp hat hier eine wirklich pfiffige Lösung gefunden !

Die Zündeinrichtung:

Die Glühwendel wird aus einem Akku gespeist. Es hängt von der Drahtstärke ab, wie viel Zellen man benötigt. Philipp arbeitet mit 6 Volt (5 Zellen) und 150mAh, was für zwei Zündungen gut ausreicht. 

Auf ein Servo klebt man einen stromfesten Mikroschalter. Hierzu eignet sich zum Beispiel aus dem Conrad Katalog der Schalter Nr:704091. Dann verbindet man alles mit ausreichend starken Drähten (min 1,5qmm): Vom Akku zum Schalter, weiter vom Schalter zum Zünder und vom Zünder wieder zurück zum Akku. Damit der Rauch nicht schon im Bastelkeller losgeht, verwende ich noch einen grünen Multiplexsteckverbinder vor dem Akku und stecke den Akku erst kurz vor dem Flug an.

Hinweise:

Man kann natürlich mit Länge und Durchmesser des Rohrs experimentieren, je nach Anwendung. Dafür gilt die Faustregel: Je größer der Durchmesser, desto größer Querschnitt d. h. mehr Rauch. Je länger das Rohr, desto länger die Brenndauer. Die hängt aber auch vom verwendeten Rauchpulver ab. Z.B. hat Philipp weißes Pulver, eben den Theaterrauch genommen, da war die Patrone ca. 14 cm lang und hat ca. 45 s geraucht. Dann hat er eine rote Patrone ausprobiert, die dann ca. 70 s bei nur 7 cm Länge geraucht hat. Dafür hat er das Pulver der orangen Hailfingerpatrone verwendet, allerdings in einer Eigenbaupatrone. Die Patronen sind so ausgelegt, dass man den Rauch auch noch in großer Höhe sieht, da so ein Kunstflugprogramm ca. in 500 m beginnt. Wenn man eher in Bodennähe fliegt kann man den Durchmesser evtl. verkleinern. Die großen, weißen Patronen wiegen etwa 155g. Philipp will sie noch auf 20 cm vergrößern, um mehr Brenndauer rauszuholen. Ein Bekannter meinte, dass das Pulver in losem Zustand länger brennt, ist nur schwierig zu realisieren. Eine Möglichkeit wäre, das Rauchpulver mit kleinen Styroporkügelchen, wie sie beim Schleifen desselben anfallen, zu vermischen und dann erst zu pressen. Dadurch entstehen kleine Lufteinschlüsse und das Ganze wird etwas aufgelockert. Konnte Philipp bisher leider noch nicht ausprobieren.

Bezugsquellen:

Die Adresse des Herstellers von Theaterrauch lautet: 
Fritz Sauer KG
Kunstfeuerwerkfabrik
86368 Gersthofen

Fertige Patronen und Pulver (leider etwas teurer) gibt es natürlich beim Modellbau Hailfinger.

Vielleicht kann auch mal jemand beim Hersteller der Hailfingerpatronen anfragen. Der 
müsste ja auch farbiges Pulver haben. 
Die Adresse ist: 
Pulverfischer GmbH, Pyrotechnische Fabrik
Lindichstr. 20
72379 Hechingen / Weilheim
Tel. 07471 / 2713

Auch im Internet kann man verschiedene Händler für das Rauchpulver finden, die relativ preiswert sind.