Display-Reparatur im Schulze
isl 6-430d Lader

Nach vier sehr zuverlässigen Jahren, hat sich das Display im Ladegerät langsam verabschiedet. Es begann mit leichten Streifen, bis schließlich nur mehr ein Bruchteil des Textes zu sehen war.

Das Ladegerät jetzt in der Flugsaison einsenden, nein kommt nicht in Frage, schließlich will ich fliegen und kein Wochenende auslassen. Also, Ärmel hochgekrempelt und ran ans Werk.


Die folgende Beschreibung soll keinesfalls zur Nachahmung anregen. Nur wer Erfahrung in der Reparatur von elektronischen Geräten hat, kann sich an diese Aufgabe auf eigenes Risiko heranwagen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen und das Gerät einsenden !

Ich habe in diversen Foren schon von ausgefallenen Displays (in Geräten verschiedener Hersteller) gelesen, daher interessiert die folgende Beschreibung sicher ein paar Bastler:


Benötigte Ersatzteile:

Best.Nr.: 183342 - 62

Zeichen-Format 16 x 2
Höhe mm 5,5
Abm. mm 84x44x10
Displayfläche mm 61x16

Preis (Stand July 2002): 13,55 €

schulze_display.jpg (21586 Byte) Es handelt sich hier um sehr gebräuchliche Standarddisplays, die von vielen Herstellern angeboten werden.

Was war defekt ?

Diese LCD Displays funktionieren zwar alle gleich, aber es gibt sie in verschiedenen Fertigungsausführungen.

Beim Originaldisplay im Schulzelader ist die Elektronikplatine mit dem Display durch ein flexibles Leiterband verbunden, welches auf den Platinen aufgeklebt ist und so Kontakt macht. Diese Klebestelle hat sich bei meinem Display nach einigen Jahren gelöst, wodurch Teile des Displays ausgefallen sind.

Das Conrad-Display arbeitet mit Pressgummis. Ob diese zuverlässiger sind, weiß ich nicht. Jedenfalls passt es mechanisch optimal in den Schulzelader und daher wählte ich es als Ersatzteil aus.


Zerlegen des Gerätes:

schulze_alt.jpg (34215 Byte) So sieht das geöffnete Gerät mit dem alten Display aus.

Das Display ist nicht gesteckt sondern gelötet. Hier stellt sich gleich die erste Frage: wie bekommt man das Ding nur heraus ? Immerhin ist es mit 14 Lötpunkten befestigt. Keine einfache Aufgabe, aber machbar:

schulze_loet.jpg (32677 Byte) Hier muss man in der Trickkiste kramen um diese Löt-Herausforderung zu meistern. Manche mögen jetzt denken: einfach eine Entlötlize oder Entlötpumpe nehmen und die Pins freisaugen. Leider ist das nicht möglich. Aufgrund der vielen Lötpunkte, bleiben immer noch so viele fest, dass ein Herausnehmen des Displays unmöglich ist.

Hier hilft nur eines: alle 14 Lötpunkte müssen gleichzeitig erhitzt werden damit man das Display ohne Kraftaufwand abziehen kann. Es gibt mehrere Methoden das zu machen, ich habe mich dafür entschieden, mit einem heißen 100W Lötkolben schnell über alle Lötpunkte zu fahren bis sie alle lose sind. Das klappt nur mit großer Hitze, daher der 100W Kolben, mit einem kleineren klappt das nicht ! Nach wenigen Sekunden war das Display abgenommen. Danach wurden die Lötstifte mit Entlötlize gereinigt (natürlich mit einem kleinen Lötkolben). Das Ergebnis war sehr sauber und einwandfrei.


Einbau des neuen Displays:

schulze_neu.jpg (34706 Byte) Der Einbau gestaltet sich sehr einfach. Das Display wird aufgesteckt, ordentlich ausgerichtet und festgelötet.

Achtung: Nicht alle 16 Pins des Display sind benutzt, es werden nur 14 benutzt. Im Bild kann man sehen, dass die rechten 2 Pins am Display frei bleiben !


Einstellung des Kontrasts:

Zur Kontrasteinstellung muss dem Display auf Pin-3 eine bestimmte Spannung zugeführt werden. Leider ist diese Spannung bei Displays unterschiedlicher Hersteller nicht gleich. Wenn man das gerade eingebaute Display einschaltet, so sieht man nur schwarze Balken. Das kommt daher, weil diese Spannung nicht an das neue Display angepasst ist.

In meinem Schulze-Lader wird diese Spannung durch zwei Widerstände erzeugt.

schulze_widaus.jpg (28187 Byte) Der grüne Pfeil zeigt auf den Widerstand, welche vom Pin-3 auf Masse geht. Dieser muss entfernt und durch einen anderen ersetzt werden. Um ihn zu entfernen muss evt. die Plastikschraube des Ringkerns etwas gelockert werden damit man die untere Isolierscheibe beiseite drehen kann. Dann wird der SMD-Widerstand entfernt.
schulze_widneu.jpg (20557 Byte) Der neue Widerstand wird nicht mehr an diese Stelle gesetzt, da das SMD Löten lästig ist und man evt. mehrere Widerstände ausprobieren muss bis man den optimalen Kontrast gefunden hat. In meinem Fall war ein 2,2 kOhm Widerstand für optimale Lesbarkeit geeignet. Diesen habe ich oben am Display, zwischen Pin-1 und Pin-3 angelötet. (Auch hier bitte beachten, Pin-1 ist der dritte Pin von Innen, da die ersten zwei Pins nicht benutzt werden ! Bei diesem Display zählt man so: 15, 16, 1, 2, 3, 4...usw.). Am besten schaut man sich das Bild links an.

Nach dem Abziehen der Schutzfolie vom Display und dem Zusammenbau des isl 430d war die Reparatur abgeschlossen und das Ladegerät ist für die nächsten Jahre gut gerüstet.

Bei dieser Gelegenheit muss ich betonen, dass das Schulze-Ladegerät einen sehr sauberen und technisch einwandfreien Aufbau hat. Nur dieser saubere und klare Aufbau hat die Reparatur ermöglicht.