Kurt's Flugtagebuch

Zweites Jahr, erster Monat

Sonntag 4.4.1999

Nach dem kapitalen Crash am letzten Wochenende war erst mal bauen angesagt. Nach 9 Stunden stand der Tuning-Eco wieder auf dem Tisch. Der Pitchbereich ist erstmal provisorisch auf -3 bis +10 eingestellt. Nach den ersten Flügen mache ich die Feineinstellung. Ich habe die Gelegenheit genutzt um neue Servos einzubauen. Es kamen Robbe S3101 für Nick und Roll hinein. Diese Servos sind erheblich schneller als die C341 von Graupner und ich habe eines bereits als Heckservo im Einsatz.

Nach den üblichen Einstellungen der Neutralstellung des Hecks, des Spurlaufs und der Taumelscheibentrimmung konnte der erste Flug beginnen. Die schnellen Servos machen sich drastisch bemerkbar. Ich brauchte erst ein paar Minuten um mit dem neuen Steuergefühl umgehen zu können. Der Eco reagiert blitzschnell auf Steuerkommandos. Dadurch muß man schneller reagieren, da man jeden winzigen Steuerfehler als 'Wackler' sehen kann. Nach ein paar Minuten klappte es gut. Wenn ich mich gut konzentrierte, so flog der Eco sehr präzise. Durch die schnellen Servos hängt das Flugbild jetzt tatsächlich vom Piloten ab, Ausreden sind keine mehr möglich, jede kleine Knüppelbewegung wird sofort sichtbar. Ich bin erstaunt, daß der Servotausch eine so deutliche Wirkung zeigt.

Probleme hatte ich mit dem Motor/Regler (X-250-4H, booster40b). Sobald ich mit Kabinenhaube flog, überhitzte der Regler nach 5 Minuten und schaltete ab (was mich ein Kufengestell kostete, was aber wieder geklebt wird). Ohne Haube blieb er wie gewohnt handwarm. Liegt das an den höheren Außentemperaturen oder ist etwas defekt ? Eine Strom/Spannungsmessung während des Fluges zeigte normale Werte. Auch die Flugzeit ist mit 11 Minuten durchaus normal. Daher nehme ich an, daß nichts defekt ist. Woher kommt also die Überhitzung ? Bisher blieb der booster40b unter allen Bedingungen nur handwarm. Ich bitte um Zuschriften mit Temperaturangaben von allen die einen booster40 benutzen per e-mail . Danke !

Ersatzteile: keine
Samstag 10.4.1999

Nachdem der booster40 diese Woche zu Schulze geschickt wird, ist der Tuning-Eco antriebslos. Eine gute Gelegenheit den Trainings-ECO wieder zusammenzubauen. Er war vor Monaten beim Training der Autorotation in einen ziemlich bedenklichen Zustand gekommen. Diesmal möchte ich die Pitch/Gaskurve erstmals für Kunstflug einstellen. Mit dem Eco Rotorkopf schaffe ich einen Pitchbereich von ca. 18 Grad. Ich wählte -8 bis +10 Grad, für den Performancemotor ein brauchbarer Bereich. Die Servoarme der Ikarusservos sind recht kurz, also mußte ich den Taumelscheibenmischer im Sender voll aufdrehen. So zusammengebaut gings aufs Flugfeld. Wie üblich machte ich einen ganz vorsichtigen Start, kurzes Schweben war ok. Das Heck drehte aber weg (zum Glück habe ich das Nasenschweben bereits gelernt). Dann driftete er in ca. 1m Höhe mit leicht kreiselndem Heck nach links ab. Auch voller Nick nützte nichts, er fiel nach hinten hinunter. Als ich merkte, daß keine Rettung mehr möglich war, nahm ich sofort Gas raus und ließ ihn hinunterfallen.
Was war los ? Durch den großen Pitchbereich hatte ich nicht gemerkt, daß die Taumelscheibe bei Nick blockieren kann wenn man voll Pitch gibt. Die Ursache waren die zu kurzen Servohebel. Da es für die Ikarusservos keine längeren gibt, ersetze ich die Servos mit Graupner C341 und montierte relativ lange Hebel. Dadurch konnte der Taumelscheibenmischer im Sender wieder deutlich zurückgenommen werden. Nachdem alles geprüft war gings wieder aufs Flugfeld. Diesmal war alles in Ordnung und ich flog mehrere schöne Rundflüge. Die Flugzeit mit dem (von GM Race) neu gewarteten Performancemotor beträgt heute fast 10 Minuten. Jetzt ist der Eco gut gerüstet und ich werde in Kürze die Gaskurven für den Kunstflug im Sender programmieren.

Nach jedem Umbau die Funktion der Taumelscheibe in allen möglichen Positionen prüfen!
Ersatzteile: keine (Kufenbügel wurden repariert)
Samstag 17.4.1999

Der Trainings-ECO (fast Standard-Eco) ist mit Holzblättern ausgerüstet, die ich zum Training der Autorotation benutzt hatte. Nachdem ich einige Messungen gemacht hatte montierte ich die GFK Blätter. Welch ein Unterschied !!! Plötzlich war der Eco so ruhig und stabil, daß es wesentlich weniger Nerven kostete. Man gewöhnt sich so schnell an neue Flugeigenschaften, daß mir gar nicht mehr aufgefallen ist, wie agil und aggressiv die Holzblätter fliegen. Ich habe heute (trotz zeitweisem Nieselregen) gut 8 Akkus ohne besondere Vorkommnisse geleert.

Ersatzteile: keine
24. und 25.4.1999

Endlich wieder Sonne, wenigstens zeitweise. Der Traininsgeco ist in vollem Einsatz. Allerdings nicht zum Trainieren sondern zum Spaßfliegen. Ich stelle überhaupt eine gewisse Müdigkeit bezüglich des Lernens neuer Flugfiguren fest. Aber der Frühling kommt und es wird sich wieder ändern.
Ich bin mindestens 12 Akkus lang geflogen, langsam, wie ein Verrückter, alles was mir so eingefallen ist. Es gab kaum eine Situation, die mich beunruhigt hätte. Sonntag Nachmittag setzte plötzlich Nieselregen ein. Ich landete, und schon während der Landung merkte ich, wie der Motor plötzlich rapide an Leistung verlor. Aber ich wollte sowieso hinunter. Am Boden stellte ich fest, daß der Motor keinen leisen Mucks mehr machte. Es war das übliche Problem. Nach mehreren Flugstunden (ca. 20) gibt der Performancemotor einfach auf und muß zu GM Race zur Reparatur geschickt werden. Immer wieder brechen die Anschlußdrähte am Rotor.
Aber ich hatte noch einen Reservemotor, der schnell eingebaut war. Bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, daß der Heckriemen zu straff sitzt was Leistung kostet. Außerdem war die Hecksteuerbuchse schwergängig und mußte ausgewechselt werden. Nach der Reparatur flog der Eco sehr gute 11 Minuten, und das mit dem Performancemotor. Dieser Motor läuft gar nicht schlecht, nur schade, daß die Standzeit so kurz ist. Wenn ich die ganzen Reparaturen berechne, so ist der bürstenlose X250-4H auch nicht teurer.

Ersatzteile: Performancemotor, Hecksteuerbuchse