Kurt's Flugtagebuch

Zweites Jahr, zweiter Monat

8-9.Mai 1999
Der Schulzeregler ist wieder von der Überprüfung gekommen, alles war OK. Wo kommt dann zum Teufel diese hohe Reglertemperatur her ? Des Rätsels Lösung scheinen die Servos zu sein. Ich hatte nach dem Crash die C341 gegen S3101 ausgewechselt, da diese schneller sind. Allerdings benötigen sie auch mehr Strom was das BEC überlastet. Mir wird also nichts anderes übrigbleiben, als wieder C341 einzubauen. Nur für das Heck bleibt der S3101.

Die Temperatur- und Strommessungen habe ich mit der Telemetrie durchgeführt. Außerdem habe ich probeweise einen Flug mit getrenntem Empfängerakku gemacht. Der Regler blieb dabei erheblich kühler. Komischerweise war die Flugzeit nur bei 8,5 bis 9 Minuten. Mit dieser Kombination bin ich schon 11 Minuten geflogen. Also habe ich per Telemetrie die Stromaufnahme gemessen, die ja höher sein müßte. Sie lag bei knappen 14 A. Das ist eindeutig zuviel. Der RC2000 Akkupack kann 24 Wh aufbringen. In 10 Minuten also 144 Watt. Für einen 10 Minuten langen Flug bleiben da nur 12 Ampere übrig.

Die kurze Flugzeit kann nur eine Kombination von zwei Ursachen haben: 1) Der Akku war nicht ordentlich geladen und hatte einen geringfügigen Memoryeffekt. 2) Die S3101 Servos benötigen mehr Strom. Wenn ich beide Ursachen beseitige, müßte ich wieder über 10 Minuten Flugzeit kommen.

Ersatzteile: keine
15.Mai 1999
Diesen Samstag war ein Treffen mit Christian und  Helmut (bestens bekannt aus dem Internet) geplant. Es fand im schönen Österreich statt. Das Wetter spielte ziemlich verrückt, nach leichtem Regen folgte starker Wind. Zum ersten Mal sah ich den selbstgebauten Mini-Apache von Christian. Leider konnte er wegen des Windes nicht fliegen. Nachdem Helmut seinen Eco durch die Luft gewirbelt hat (zwar ein altersschwacher Eco, aber flog noch sehr gut) startete ich meinen Tuning-Eco. Nach ein paar Minuten schönen Rundflugs fiel er plötzlich wie ein Stein vom Himmel. Ich weiß bis heute nicht was da los war, Pilotenfehler oder defekt. Er kippte in ca. 15m Höhe seitlich weg und ich konnte ihn nicht mehr aufstellen. Jedenfalls war der Einschlag im Feld erheblich. Kaum ein Einzelteil hat überlebt und die Reparatur dauerte einige Zeit. Es ist wirklich ein Glück, daß der Eco so einfach zu reparieren ist. Jeder andere Hubi wäre reif für die Müllkippe gewesen. Sogar die Kühlflügel im X250-4H Motor waren verbogen, aber zum Glück war der Antrieb sonst ok. Sicherheitshalber habe ich den Empfänger ausgemustert und werde ihn überprüfen lassen und zumindest den Quarz wechseln.
Ersatzteile: Rotorwelle, Hauptzahnrad, Chassis, 2xServogetriebe, Heckrotor, Stabistange, Rotorblätter, div. Gestänge
17-22.Mai 1999
Nachdem der Tuning-Eco in sehr bemitleidenswertem Zustand ist habe ich den Trainings-Eco wieder zusammengebaut. Im Moment fliege ich mit Holzblättern. Ab und zu macht das auch Spaß, da sich diese Blätter bestens für Autorotationsanflüge eignen. Sie speichern erheblich mehr Drehenergie als die GFK Blätter. Damit flog ich in den letzten Tagen viele Akkus auf gewohnte Weise.
Ersatzteile: keine
23.Mai 1999
Es gibt doch noch Schutzengel ....

Der Heli stand am Boden, ebenso der Sender. Ich wollte noch den Pitchbereich prüfen und schaltete den Motor per AR-Schalter (Autorotationsschalter) aus. Dann gab ich voll Pitch, alles war ok. Jetzt drehte ich mich zum Sender, der immer noch am Boden lag und schaltete den AR Schalter um. Da der Gas/Pitchknüppel auf Vollgas stand startete der Motor sofort. Ich drehte mich um und traute meinen Augen nicht. Der Heli flog bereits in ca. 2m Höhe, ca. 2m neben mir. HILFE ! Es war keine Zeit mehr die Fernsteuerung aufzuheben und die Knüppel zu bedienen. Reflexartig schaltete ich den AR Schalter wieder aus und der Motor blieb stehen. Der Heli setzte unsanft, aber sicher, 2m neben mir wieder auf. Wie durch ein Wunder kippte er bei diesem 'Alleinflug' nicht um und landete sogar gerade auf seinen Kufen. Dieses Erlebnis wird mir eine Lehre sein mit dem AR Schalter in Zukunft vorsichtiger umzugehen. Wie leicht hätte mir der ECO einen Scheitel ziehen können.

Ersatzteile: keine
29.Mai 1999
Irgendwie sind mir die Ideen ausgegangen, was man noch alles üben könnte. Hatte ich mir doch in den Kopf gesetzt als nächstes grundlegenden Kunstflug zu üben (Loopings, Rollen usw). Allerdings gibt es da erhebliche technische Probleme den ECO für Kunstflug herzurichten. Zum einen ist der Pitchbereich kaum in der benötigten Größe einstellbar und zum anderen schafft man die höhere Drehzahl mit den üblichen Motoren kaum und die Flugzeit würde dabei erheblich sinken. Also kommt für Kunstflug nur ein Verbrenner-Hubi in Frage. Was mache ich nur mit dem Eco ?

Heute habe ich die Antwort gefunden. Ich übe Rückwärtsfliegen, natürlich ohne Heading-Lock, man will ja was lernen. Solange das Heck annähernd zu mir zeigt, kein Problem. Aber wenn er vor mir vorbeifliegt macht es mir größte Schwierigkeiten den Übergang vom Schweben, über Seitenschweben ins Nasenschweben zu schaffen. Wilde Kurven und Ausbrechen auf alle Seiten sind die Folge. Nach knapp einer Stunde üben, klappte es ein paarmal ganz gut. Ich flog immer von links nach rechts. Am Schluß versuchte ich es nochmals in der anderen Richtung. Unmöglich, nicht zu schaffen. Da muß noch viel geübt werden. Es ist eigentlich ganz einfach: In dem Moment wo man glaubt fliegen zu können, probiert man einfach was Neues. Und schon beweist einem der Hubi, daß man gar nichts kann.

Ersatzteile: keine