Kurt's Flugtagebuch

Zweites Jahr, fünfter Monat

7. August 1999
In der nächsten Woche muß der Looping klappen !
So ein Vorhaben will gut vorbereitet sein, wenn es nicht im Chaos enden soll. Daher aktivierte ich den Trainings-Eco wieder. Er wurde mit einem X250-4H ausgerüstet um genügend Drehzahl unter Last zu haben. Er dreht mit ca. 1400 U/min. Es kommen im Moment noch die Ikarus S-Schlag-Blätter zum Einsatz. Außerdem wurden lange Servohebel an die Taumelscheibe montiert um stärkere Nick- und Rollausschläge zu erhalten. Zuerst wurde der Eco eingeflogen. Durch den aggressiven Nick und Roll ist der Schwebeflug schwieriger, woran man sich aber gewöhnt. Dann gab ich Vollgas und leitete einen schnellen Vorwärtsflug mit Steigflug ein. Der Motor schaffte das gerade noch durchzudrehen. In ca. 40m Höhe zog ich den Nick voll in einen Viertellooping und drehte mich dann mit Roll wieder heraus. Das ganze flog ich solange, bis ich irgendwas zwischen einem viertel und einem halben Looping schaffte und mich oben mit einer halben Rolle wieder rettete. Mit der starken Nick und Rolleinstellung dreht sich der Eco relativ schnell heraus, sodaß keine Panik aufkam. Es war immer reichlich Höhe zum Abfangen vorhanden.

Als nächstes muß ich min/max Pitch auf Kunstflug stellen und die Gaskurve eingeben. Wir werden sehen wie es weitergeht. Noch schlottern die Knie nicht, aber was nicht ist das .......

Ersatzteile: keine
8. August 1999
Ich testete verschiedene Rotorblätter um zu sehen mit welchen der Eco am schnellesten reagiert und am kraftvollsten fliegt. Es sieht so aus, als wären die GFK S-Schlag Blätter am besten. Um das gut zu testen, fliege ich Turns und schnelle Wenden, kraftvolle Sink- und Steigflüge. Während eines kurzen, schnellen Rundflugs in ca. 50m Höhe merke ich, wie das Heck plötzlich stark wegdreht. Ich versuche den Hubi zu korrigieren, aber er reagiert fast nicht. Dann leite ich einen schnellen Sinkflug ein. Durch den Windfahneneffekt des Seitenleitwerks bleibt der Eco während dieses Sinkflugs gerade und läßt sich einigermaßen steuern. Aber sobald ich in Bodennähe war und landen wollte, dreht das Heck wieder unkontrolliert herum und der Hubi schlug seitlich in den Boden ein.

Daran sieht man den Unterschied zwischen Profi und Gelegenheitsflieger. Ein Profi hätte das im Griff gehabt. Ich hatte die guten Einfälle leider erst nachher. Ich hätte doch bloß den Autorotationsschalter umlegen und landen müssen, das wäre doch einfach gewesen bei der Höhe ! Aber vor lauter Panik bin ich nicht auf diese Idee gekommen. Naja, vielleicht war das eine Lehre und es klappt das nächste Mal.

Warum der Heckrotor nicht mehr funktioniert konnte ich in dem Trümmerhaufen nicht mehr rekonstruieren. Vermutlich ist der Riemen durch die hohe Beanspruchung zu locker geworden. Mit dem Eco sollte man halt nicht zu brutal umgehen.

Ersatzteile: Rotorblätter, Rotorwelle, Kufenbügel, Höhenleitwerk, Heckrohr
9. August 1999
Ein neuer Meilenstein ist geschafft !

Heute besuchte ich mit Stefan zusammen einen nahegelegenen Modellflugplatz, wo Günter, ein langjähriger Heliflieger, mit Rat und Tat zur Seite stand. Stefan flog seine Neuerwerbung, einen Verbrennerheli, und zeigte bereits schöne Rollen und Loopings. Über Günters Flugstil schreibe ich lieber nicht, man muß es gesehen haben um vor Neid zu erblassen. Unglaublich was er nach 8 Jahren Helifliegerei so alles draufhat.
Zuerst flog ich mit dem Tuning-Eco zur Eingewöhnung langgezogene Rundflüge und Schweben in diversen Stellungen. Der zweite Flug erfolgte mit dem, für Kunstflug eingestellten, Trainings-Eco. Ich zog weit in Sicherheitshöhe hinauf und begann einen Vorwärtsflug. Dann gab ich voll Roll nach rechts. Bisher beendete ich das Rollen immer nach einer Vierteldrehung. Diesmal hielt ich den Knüppel fest und wartete was passiert. Der Eco drehte sich auf den Kopf, ich gab voll negativen Pitch und.... der Eco kreiselte rücklings wilde Pirouetten. Ich drehte ihn wieder zurück und versuchte es nochmals, gleiches Ergebnis.
Nachdem Günter erzählte, daß er keinen Heckmischer benutzt, fiel mir ein, daß der statische Heckausgleich im Rückenflug vermutlich falsch reagiert. Also schaltete ich ihn aus und aktivierte den Headlock-Modus. Die folgenden Flugversuche waren sehr ermutigend. Es klappten die ersten Loopings, die zwar eher Überschläge waren, aber was solls. Endlich ist der Knoten aufgegangen und ich habe keine Angst mehr vor einem auf dem Rücken liegenden Hubi. Rollen klappten nicht so gut. Entweder war zuwenig Vorwärtsfahrt da oder der Kreisel arbeitete nicht perfekt. Es gibt also noch einiges zu tun für die nächste Zeit.

Ersatzteile: keine
10-15. August 1999
Angespornt durch die letzten Erfolge habe ich den Tuning-Eco mit einer Kunstflugeinstellung versehen (siehe MC24-Einstellungen). Damit erhoffte ich mir fast perfekte Kunstflugeigenschaften. Leider blieb es bei der Hoffnung. Der Eco hat eine starke Tendenz zum Aufbäumen. Das kostete mich jede Vorwärtsfahrt und am Gipfel des Loopings blieb er stehen. Mir blieb nichts anderes übrig als ihn mit negativem Pitch auf Höhe zu halten und mit einem halben Überschlag wieder aufzustellen, was manchmal auch mehr als komisch aussah und in einem weiten Abschwung endete. Vielleicht kann man dieses Verhalten aussteuern, aber soweit bin ich zur Zeit leider noch nicht. Ansonsten fliegt der Eco aber sehr schön.
Ersatzteile: keine
21. August 1999
Diesen Flugtag begann ich mit einem Flächenmodell. Ich flog mehrere Runden im Rückenflug um mich an die Steuerung zu gewöhnen. Dann gab es kein Halten mehr. Der Eco muß einfach auf dem Kopf stehen. Ich glaube der Knoten ist gelöst, jedenfalls habe ich keine Angst mehr vor dem verkehrten Hubi. Diemals flog ich wieder mit S-Schlag Blättern. Irgendwie gelingen die Loopings damit besser. Es könnte aber auch an anderen Einstellungen liegen (und nicht an den Blättern). Heute habe ich den ersten wirklich runden Looping geschafft. Ganz vorsichtig den Nick dosiert, kaum negativ-Pitch (vielleicht -2 Grad) und der ECO hat nur wenig Fahrt verloren und kam recht schön herum.
Danach hatte ich noch einige Überschläge probiert. Wenn der Eco auf dem Kopf steht, gab ich  -7 Grad neg. Pitch und er hält die Höhe. So habe ich eine kurze Rückenflugstrecke zurücklegen können, vielleicht 50m weit. Rückenschweben klappte nur wenige Sekunden, dann kippte er weg und ich mußte den Hubi umdrehen und retten. Die Steuerung des Rückenschwebens kenne ich vom Simulator schon einigermaßen gut. Nur mit der Orientierung gibts noch große Schwierigkeiten. Wenn der Hubi auf dem Rücken liegt, bin ich immer in großer Sicherheitshöhe und er ist entsprechend klein. Außerdem erfaßt das Auge diese Lage noch nicht richtig, alles sieht so komisch ungewohnt aus. Mein Ziel ist jetzt, mehr als 10 Sekunden im Rückenschwebeflug zu bleiben. Mal sehen wie lang das noch dauert.

Leider reduziert sich die Flugzeit bei diesen Übungen enorm. Wenn ich 4 Loopings und einige Überschläge fliege, so ist nach 4,5 Minuten der Akku leer. Man braucht fast immer Vollgas damit der Rotor die Drehzahl hält. Einmal mußte ich mich per Autorotation aus 50m Höhe retten, was aber kein Problem war.

Ersatzteile: keine
28-29. August 1999
Leider erlaubte das Wetter am Samstag keinen Flugtag, es regnete aus Kannen. Es war also Zeit genug um den neuen X-Treme genauestens zu prüfen und alle Einstellungen oftmals zu kontrollieren. Am Sonntag erlaubte das Wetter dann endlich den Jungfernflug. Als der X-Treme eingeflogen war, mußten noch die vom Vortag vollen Akkus des Logo und des Eco geleert werden. Eine gute Gelegenheit die Flugeigenschaften der Hubis zu vergleichen. Der Umstieg vom X-Treme zum Logo war kein Problem. Beide Hubis fliegen sehr ähnlich, wenn man von der geringeren Leistung des Logo einmal absieht. Danach kam der Eco, was für ein Unterschied ! Der Eco verhält sich im Vergleich wie eine wildgewordene Hornisse. Man ist dauernd an den Knüppeln am Kurbeln. Ist mir nie so aufgefallen, aber jetzt wars ganz deutlich. Durch den agilen Eco, hetzte ich ihn umso mehr in allen Richtungen herum. Trotz seiner geringen Größe hält er wirklich enorm was aus.
Ersatzteile: keine