Kurt's Flugtagebuch

Zweites Jahr, sechster und siebter Monat

4. und 5. September 1999
Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Erstfluges mit dem X-Treme. Auch war ich gespannt, ob der Sprit mit 0% Nitro das halten wird, was viele versprochen haben. Das Wetter war sehr windig, aber um 16 Uhr gab es kein Halten mehr. Aufgetankt und gestartet. Der Motor sprang sofort an und lief sehr zuverlässig. Ich machte insgesamt 4 Flüge mit sehr fetter Motoreinstellung. Die Genauigkeit und Kraft dieses Hubis ist überwältigend und setzt neue Maßstäbe wenn ich wieder mit dem Eco fliege.

Natürlich gefällt mir das Herumgezappel des Ecos jetzt nicht mehr so gut. Daher habe ich den Entschluss gefasst einen neuen Tuning-ECO zu bauen. Dabei sollen alle bisherigen Erfahrungen berücksichtigt werden. Ziel ist es einen ECO zu bauen, der präzise genug funktioniert um saubere einfache Kunstflugfiguren fliegen zu können. Dieses Projekt wird auf einer eigenen Seite beschrieben.

Ersatzteile: keine
11. September 1999
Der ECO ist so ein schönes Fluggerät, weil man damit auch mal was riskieren kann ohne gleich riesige Kosten nach Abstürzen zu haben. Daher trainiere ich erst mal mit dem ECO bevor ich dem X-Treme zuviel zumute. Am Samstag war das Rückenschweben an der Reihe. Ich übe es seit Februar am Simulator, zuerst war es eine absolute Katastrophe. Ich dachte ich lerne es nie. Nach ein paar Monaten klappte es am Simulator einigermaßen. Nachdem schon ein paar Überschläge mit dem Eco geklappt hatten, wollte ich es einmal in der Praxis ausprobieren.
Also erst mal auf Sicherheitshöhe und den Eco auf den Rücken gelegt. Dann habe ich versucht bei voller Konzentration den Hubi in der Rückenposition zu halten. Nach kurzer Zeit drehte er sich von selbst um und ich schwebte wieder normal. Aber es klappte immer länger und länger. Nach 6 Akkus konnte ich schon minutenlang am Rücken schweben, allerdings noch bei voller Konzentration.

Abends versuchte ich es dann nochmals. Das Schweben klappte einigermaßen. Als ich ihn wieder umdrehte, war ich schon sehr nahe über dem Boden (ca. 2m). Irgendwie verlor ich während des Umdrehens die Orientierung und wusste für 2 Sekunden nicht was ich machen sollte. Wegen der geringen Höhe war das aber fatal. Ein falscher Steuerbefehl und der Eco krachte in den Rübenacker. Dank der vielen Tuningteile und Verstärkungen bliebt der Rahmen ganz. Nur die Rotorwelle musste ich mit dem Holzhammer wieder geradebiegen. Ich muss mir angewöhnen, solche Experimente in größerer Höhe zu machen.

Ersatzteile: Rotorblätter
25. September 1999
Nachdem ich vor 2 Wochen die symmetrischen CFK Blätter verschrottet habe, muss ich bis zur Lieferung mit den GFK S-Schlag Blättern fliegen. Rückenschweben ist damit nicht gut möglich. In Rückenlage reagiert er kaum mehr auf Nick oder Roll. Selbst bei einem Überschlag muss man ihn mit Gewalt aus der Rückenlage herausholen. Also konzentrierte ich mich mehr auf Loopings. Und erstaunlicherweise gehen diese mit den S-Schlag Blättern ziemlich gut und sehen schöner aus als mit den symmetrischen. Mit dem X-Treme mache ich solche Versuche noch nicht. Aber ich fliege ihn schon relativ sicher und es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern bis ich ihn auf den Rücken legen. Das mache ich aber erst, wenn am Flugplatz keine oder nur wenige Leute sind, denn volle Konzentration ist unbedingt notwendig. Auch den Logo-30 hatte ich wieder im Einsatz. Er fliegt sehr schön mit dem KBM77-4. Vor allem das turbinenähnliche Fluggeräusch ist herrlich.
Ersatzteile: keine
2. Oktober 1999
Das Wetter hat es nochmals gut mit uns gemeint. Ein sonniger fast windstiller Tag. Ideal zum Fliegen. Ich habe alles eingepackt was der Hobbykeller zu bieten hatte, Eco, Logo und X-Treme. Leider sind beim Eco die symmetrischen Blätter immer noch nicht geliefert worden, sodass einige vereierte Loopings das maximal Mögliche waren. Dafür hatte ich den LOGO-30 mit symmetrischen Blättern ausgerüstet um ihn zum ersten Mal auf den Kopf zu stellen. Also, Akkus geladen und Höhe aufgenommen. In sicherer Höhe zog ich voll am Nick und der Logo drehte sich wie gewünscht auf den Klopf. Schnell negativ Pitch hinein, aber die Drehzahl lässt zu wünschen übrig. Die 1450 U/min schafft der Motor nicht. Also bin ich gelandet und habe den Drehzahlregler auf 1200 zurückgestellt. Jetzt schafft der KBM77-4 mit seinen 30 Zellen den Rotor auf konstanter Drehzahl zu halten. Diese niedrige Drehzahl macht die Sache aber nicht gerade einfacher. Ich stellte ihn einige Male auf den Kopf um so zu schweben. Das klappte aber nur wenige Sekunden bis er mir umkippte. Ich habe einfach noch zuwenig Übung um mit so geringen Drehzahlen am Rücken zu schweben. Hoppla, was ist das ? Die Knie zittern wie Espenlaub. Diese Rückenflugversuche haben mir wie einem blutigen Anfänger den Adrenalinspiegel hochgejagt. Der Hubi beweist einem doch immer wieder, dass man noch sehr viel zu üben hat. 

Danach flog ich einige Runden mit dem X-Treme. Diesen Hubi will ich aber noch schonen und nichts riskieren. Ein Absturz wäre einfach zu teuer. Aber nun war das Blut schon in Wallung geraten und ich konnte mich nicht mehr bremsen. Also voll Nick gezogen und mal sehen was passiert. Der X-Treme flog einen schönen Überschlag. Nun versuchte ich Nick und Pitch genauer zu dosieren und schaffte nach kurzer Zeit recht ansehnliche Loopings. Unglaublich um wie viel einfacher das mit dem Verbrennerhubi geht ! Nun wollte ich auch noch ein paar Rollen versuchen. Damit hatte ich bisher immer größte Schwierigkeiten. Es klappte auch jetzt nicht besonders. Von 3 Rollen war aber wenigstens eine recht gerade und hatte ihren Namen verdient. Danach flog ich noch jede Menge Loopings und Abschwünge (halbe Rolle und halber Looping) und Immelmanns (halber Looping gefolgt von halber Rolle). Helifliegen macht schon enorm Spaß !!! Kann ich nur jedem wärmstens empfehlen !

Ersatzteile: keine