Kurt's Flugtagebuch

Zweites Jahr, achter Monat

1 - 5.November 1999

Einige Flugstunden sind ohne größere Zwischenfälle vergangen. Nachdem die symmetrischen Blätter von Inkos Modellbauland nach 2 Monaten immer noch nicht gekommen sind, drehe ich den Xtreme immer öfters auf den Rücken um etwas zu schweben. Es klappt aber immer nur kurz. Maximal 10-20 Sekunden halte ich ihn in dieser Position, dann drehe ich zurück und fliege ein paar Runden.

Am 5 November kam dann der schwarze Tag in der Geschichte der Helifliegerei. Das Wetter war stark bewölkt, aber trocken. Es ging ein mittlerer Wind aus wechselnden Richtungen. Zuerst flog ich mit dem Eco einige Runden und Loopings. Der Wind blies mir genau entgegen und ich musste den Eco immer von mir wegsteuern. Nach mehreren Minuten lustigen hin und herfliegen blies eine stärkere Bö den Eco auf mich zu. Ich war an diesem Tag scheinbar nicht gut konzentriert und reagierte sehr spät. Der Eco flog jetzt bereits in ca. 20m Höhe direkt über meinem Kopf. In dieser Position war ich völlig hilflos. Überkopf hatte ich noch nie gesteuert. Natürlich machte ich alles falsch und sicherheitshalber ging ich schnell einige Schritte zur Seite. Das war auch gut so, denn Sekunden später schlug der Hubi im Boden ein. Ein mittelschwerer Schaden, den ich später mit vorrätigen Ersatzteilen reparieren konnte.

Danach packte ich den Xtreme aus und wollte starten. Der Motor lief wenige Sekunden, knatterte laut und blieb stehen. "Das hört sich nicht gut an", dachte ich und hatte schon ein verbeultes Pleuel vor Augen. Zum Glück war aber nur der Anlasskonus locker. Nach neuer Montage wieder ein Startversuch. Nichts, abgesoffen. Also Glühkerze raus, Motor ausblasen, Glühkerze durchglühen und wieder Einschrauben. Danach sprang der Motor schnell an und lief zuverlässig. Ich flog mehrere Runden, Turns und Loopings.

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Danach ging ich auf Sicherheitshöhe und probierte Rückenschweben, was nicht besonders gut klappte. Nach spätestens 10-20 Sekunden musste ich durch Umdrehen oder einen halben Looping retten. Dabei passierte etwas, was mir mit dem Eco schon einmal passiert ist (siehe 11.September). Nachdem ich im Rückenflug die Kontrolle verloren hatte, drehte ich den Xtreme mit einem halben Looping wieder in Normallage. Da war ich ca. 10m über Grund. Plötzlich, verwirrt durch das Rückenschweben, versagten alle Reaktionen. Ich torkelte mit dem Hubi noch etwas herum, verlor enorm Höhe und krachte in das frisch geackerte Rübenfeld. Die Liste an notwendigen Ersatzteilen würde den Platz dieser Webseite sprengen. Das Chassis mit Motor und Elektronik ist zwar praktisch unbeschädigt, aber alles drum herum (vor allem das Heck) ist Matsch. 

Wundern tut es mich allerdings nicht. Dass das bei  meinen Flugversuchen früher oder später passieren würde war eigentlich klar. 

Ich hoffe, dass ich bald vollsymmetrische Blätter für den Eco bekomme, dass ich solche Flugversuche mit diesem einfach zu reparierenden Hubi machen kann.

Ersatzteile: die Liste ist zu lang um hier aufgeschrieben zu werden.
bis 28.November 1999
Der X-Treme und der ECO sind inzwischen wieder repariert. 

Jetzt ist erstmal das Lernen der verdrehten Steueranordnung beim Rückenschweben an der Reihe. Mit dem Simulator klappt es schon seit längerem einigermaßen. Aber wie immer ist zwischen Simulator und Realität ein himmelweiter Unterschied. Wie auf den Trainingsseiten beschrieben,  mache ich es mit dem ECO-8 und einem Hullareifen, einer verkehrt montierten Kabinenhaube und einer entsprechend verdreht programmierten Steueranordnung im Sender. Nach den ersten Akkus hatte ich echte Probleme wieder normal zu fliegen. Ich konnte einfach nicht mehr normal Schweben. Es dauerte bis zu 20 Sekunden, bis sich das Hirn wieder umgestellt hatte. Kein Wunder, dass man da abstürzen würde. Egal welche Sicherheitshöhe man hat, es dauert einfach viel zu lange. Eine echte Alternative wäre natürlich eine Flugschule.

Aber schon nach 4 Akkus hatte ich den Dreh heraus. Die Umstellung in Normallage geht jetzt ohne Verzögerung und ich kann sofort wieder losfliegen. Das Schweben mit umgekehrter Steueranordnung klappt inzwischen bis zu 30 Sekunden am Stück. Nur wenn der Hubi zu schnell wird, muss ich Notlanden (was auch schon wieder einen dieser qualitativ katastrophalen Kufenbügel des ECO-8 gekostet hat). Ich fühle mich wie vor 1 1/2 Jahren, beim Üben des Schwebens. Langsam aber stetig merkt man, wie sich das Hirn die neuen Reaktionen einprägt.  Zwischendurch wird das ganze noch am Simulator trainiert. Es wird aber sicher noch 2 bis 3 Wochen dauern, bis ich wieder einen echten Rückenflug wage. 

Ersatzteile: Kufenbügel
bis 12.Dezember 1999

Das Wetter ist jetzt nur mehr selten zum Fliegen zu gebrauchen. In den Regenpausen flog ich mit dem X-Treme einige Runden. Später wieder mit dem Eco am Hullareifen einige Schwebeübungen. Es ist erstaunlich wie schwer das Umdenken ist. Da es jetzt öfters mal kracht, schwebe ich hauptsächlich mit älteren Teilen, die ruhig kaputtgehen können. Das Rückenschweben klappt jetzt schon ganz ordentlich. Nur das Umdenken in die Normalfluglage ist ein echtes Problem. Es vergehen oft Minuten, bis ich wieder 'normal' fliegen kann. Wenn ich dann allerdings in der richtigen Fluglage "eingerastet" bin, klappt es sofort ohne Problem. Das Umschalten im Hirn wird noch viel Übung brauchen. Bei so einem missglückten Umschaltvorgang, krachte der Eco recht unsanft in die Wiese, was eine S-förmige Blattlagerwelle hervorbrachte.

Ersatzteile: Kufenbügel, Blattlagerwelle, Rotorblatt, Blatthalter