Kurt's Flugtagebuch
der dritte Monat

22. und 27.Mai 1998
Habe dieses Wochenende nur wenig Zeit zum Fliegen. Freitags und Mittwochs jeweils zwei Akkuladungen ohne besondere Vorkommnisse.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Seitenschweben und Ansätze von Rundflügen
29.Mai - 1.Juni 1998 Erkenntnisse
Am Freitag baue ich in 5 Stunden einen E-Motorsegler zusammen. Wie, was ? Was hat denn das mit Helis zu tun ?
Sogar sehr viel, denn ich werde morgen Mitglied in einem Modellflugverein. Da Helis bei machen Kollegen eher auf Abneigung stoßen möchte man ja nicht gleich am Anfang einen schlechten Eindruck hinterlassen. So ein Motorsegler ist sehr einfach zu fliegen und ein bißchen Gefühl für Rundflüge vermittelt er auch, da sich ein Heli dabei ja ganz ähnlich verhalten soll.

Samstag Vormittag mache ich ein paar Testflüge mit montierter Videokamera. Die Kamera mit Sender hat nur ca. 75g und der ECO8 hat keinerlei Probleme mit diesem Mehrgewicht. Nachmittags hat die Aufnahme im Club geklappt und ich bin mit dem Motorsegler ein paar Stunden im Kreis geflogen.

Am Sonntag ging das Üben mit dem Hubi weiter. Plötzlich, in gut 4m Höhe stoppt der Motor abrupt und der Heli fällt hinunter. Ich gebe vollen Pitch. Das dämpfte den Aufprall, sodaß nichts kaputt ging. Der Performance-Motor blockiert und ist defekt. Das hatte ich schon einmal. Ich werde ihn dem Hersteller zum Umtausch zusenden denn nach ca. 10 Betriebsstunden darf das nicht passieren. Zum Glück habe ich einen Reservemotor da. Nach kurzer Zeit ist der neue Motor eingebaut. Beim Seitenschweben werde ich etwas unvorsichtig und drehe ihn mit der Nase zu weit zu mir. Im Prinzip hätte ich ihn problemlos abfangen können, nur leider stand ein Baum im Weg. Den Baum kannte ich schon (siehe 2.Monat). Das letzte Mal hatte ich gewonnen. Diesmal gewann der Baum und der Hubi hing 3m über dem Boden in den Ästen. Mit der Leiter habe ich ihn dann heruntergeholt. Weil die Rotorblätter blockiert waren, hat der Motor das Hauptzahnrad (Plastik) aufgefressen. Dann noch das Übliche: die Taumelscheibe (ich habe schon eine bessere aus Metall bestellt). Und diesmal waren auch die Rotorblätter angeknackst. Außerdem war die Hauptrotorwelle verbogen. Erst habe ich versucht alles zu reparieren, aber dann lief er sehr unruhig und unwuchtig. Aus alter Erfahrung habe ich mich entschlossen neue Teile einzubauen. Danach lief er wieder absolut rund und sauber. So ruhig ist er bisher eigentlich noch nie geflogen.

Montags war starker, böiger Wind. Aber das kann mich jetzt nicht mehr erschrecken. So einen starken Wind hatte ich bisher noch nie. Teilweise konnte ich den Pitch weit zurücknehmen und der Hubi blieb immer noch oben. So ein Wind ist wirklich eine spannende Übung, vor allem mit so einem leichten Heli wie dem ECO. Teilweise komme ich schon über das Seitenschweben hinaus und die Nase ist leicht zu mir gerichtet. Es wird aber noch viel Übung erfordern bis das sicher klappt.

  Nasenschweben ist am Simulator einfach, in der Praxis aber sehr schwer !
Ersatzteile:   Motor, Hauptrotorwelle, Taumelscheibe, Rotorblätter, Hauptzahnrad
Durchgeführte Flugübungen: Seitenschweben und Ansätze von Rundflügen
9.Juni  1998 Erkenntnisse
Der erste Rundflug:

Auf diesen Tag habe ich mich lange vorbereitet. Stabiles Schweben, auch auf der Seite ist kein Problem mehr. Der Hubi ist perfekt eingestellt. Ein Höhenleitwerk habe ich auf Rat eines Kollegen noch montiert, da der Eco sonst zum Aufbäumen neigen solle. Die kabine ist mit verschiedenen Leuchtfarben lackiert. Die Akkus sind geladen und das kleine Trainingsgestell bleibt noch montiert, wie es in einem Buch geraten wurde. Gestern hatte ich noch alle Bücher zum Rundflug durchgelesen. Trotzdem fühle ich mich sehr nervös, fast wie am ersten Tag vor dem Schweben. Ich bin allein am Flugplatz, das ist gut so, ich will ja niemanden gefährden.

Also Gas geben, die Blätter ausrichten lassen. Pitch rein und aufsteigen in 2m Höhe zum Schwebeflug. Dann den Hubi seitlich in den Wind gestellt, die Nase gesenkt und etwas Vorwärtsfahrt eingeleitet. Der Eco fliegt relativ schnell weg und steigt dabei. Ja, richtig, der transversale Auftrieb, also etwas Gas rausgenommen. Dann rolle ich leicht nach rechts, ziehe das Heck nach und fliege die erste Kurve. Ich bin derart nervös, daß die Daumen zittern. (Was ist denn da los, das kenne ich ja gar nicht von mir). Ich muß Landen, mit so zittrigen Fingern kann ich nicht steuern. Inzwischen ist der Hubi gut 25m hoch. Ich drehe ihn in eine gewohnte Lage und lasse ihn ganz langsam herunterschweben. Immer leicht links-rechts pendelnd damit ich nicht in den eigenen Downwash reinfalle. Als ich endlich unten bin schalte ich alles aus und setze mich 5 Minuten hin und warte bis der Puls wieder auf Normalwert gesunken ist.

Dann gehts zum nächten Start. Diesmal bin ich ruhiger und fliege 4 Kurven. Ich finde es relativ schwierig den Hubi gerade zu halten. Ich muß richtig mit der Nickfunktion steuern, da er sich öfters aufbäumt oder auch zu stark runter geht. Da muß ich noch viel üben. Insgesamt fliege ich ca. 1 Stunde lang. Einige Male gab es sehr kritische Situationen.

Problematisch ist die Orientierung. Mindestens fünf mal weiß ich nicht mehr wie der Hubi steht (trotz Leuchtfarbe). Nach einem Tip aus einem Buch gebe ich in dieser Situation viel Gas und drücke nach vorne. Dadurch erkenne ich die Lage wieder. Dabei flog er einmal sehr weit von mir weg. Ich hatte schon Angst, daß ich ihn nicht mehr finden würde. Aber es gelang mir wieder ihn umzudrehen und zurückzufliegen. Das Trainingsgestell verwirrt eher als es hilft, also habe ich es wieder abmontiert. So erkenne ich die Fluglage etwas besser.

Dann wollte ich einen Landeanflug probieren. Er kam von links, wenig Pitch zum Sinkflug. Ich hatte mich etwas verschätzt, denn er kam genau auf mich zu, war aber noch gut 50m entfernt. Da ich nur die Nase gesehen habe, konnte ich die Lage nicht mehr genau erkennen und zog zuviel am Nick. Dadurch stellte er sich auf und war im Schwebeflug, mit der Nase zu mir und nur 1m über dem Boden ! Hilfe !!! Er pendelte hin und her und hüpfte mit der Nase in die Höhe und wieder runter. Irgendwie schaffte ich es ihn unter Kontrolle zu halten und gab kräftig Gas. Dieses Manöver sah aus wie 3D Fliegen (leider ungewollt). Dann versuchte ich einen weiteren Landeanflug. Diese verdammten Linkskurven. Schon wieder hatte ich mich verschätzt und flog wie vorher auf mich zu. Genau die gleiche Situation. Diesmal schaffte ich es nicht mehr und der Hubi landete von selbst, auf der Nase. Der Schaden hat sich in Grenzen gehalten. Lediglich eine Landekufe war kaputt und die Wellen verbogen, was ich zu Hause bald wieder repariert hatte.

Dann flog ich noch eine halbe Stunde mit dem Motorsegler und versuchte den gleichen Landeanflug von links. Auch hier verschätzte ich mich und flog auf mich zu. Mit dem Segler war das allerdings kein Problem. Ich muß also noch das Abschätzen des Kurvenradius üben.

Durch die Probleme bei der Erkennung des ECO ist der Wunsch nach etwas größerem entstanden. Vielleicht wird es hier in Zukunft auch Seiten für den LOGO geben ?

Versuchen langsam zu fliegen und auf den Nick achten

Immer weit genug entfernt bleiben. Keine direkten Anflüge machen, man erkennt den Hubi sonst nicht.

Ersatzteile: Blattlagerwelle, Heckrotorwelle, Landegestell, Hauptzahnrad
Durchgeführte Flugübungen: Rundflug
10. Juni 1998 Erkenntnisse
Heute übte ich Rundflüge und war dabei wesentlich ruhiger als gestern. Ich hatte ihn praktisch immer unter Kontrolle. Orientierungsprobleme waren nur kurz zu bemerken und gleich wieder korrigiert. Insgesamt lief es heute wesentlich besser und ich flog schon einige schöne Kurven. Rechtskurven macht der ECO fast von alleine während man ihm die Linkskurven regelrecht aufzwingen muß. Das liegt wohl am im Uhrzeigersinn drehenden Rotor und natürlich auch an der Windrichtung. Ich flog hauptsächlich Achten und versuchte nie weiter als ca. 100m wegzufliegen. Bei einem Vorbeiflug in ca. 30m Höhe schaltete ich probeweise den Motor aus und gab etwas negativen Pitch. Wenn ich viel Nick nach vorne gebe, so segelt er in einem Winkel von ca. 45 Grad schnell hinunter. In etwa 10m Höhe habe ich nur ganz wenig Pitch/Gas gegeben (ca. +1 Grad, und praktisch noch keine relevante Motordrehzahl) und er beendet sofort den Sinkflug und schwebt kurz, bis ich wieder Schwebegas gebe. Erstaunlich wie viel Energie in den Rotorblättern gespeichert ist. Ich kann mir jetzt gut vorstellen, daß man mit Autorotation sicher landen könnte. Zum Landen habe ich den Hubi dann immer aus größerer Höhe runtergezittert. Nach etwa 1 Stunde wollte ich mal vernünftige Landeanflüge probieren. Vielleicht hätte ich dieses Vorhaben auf später verschieben sollen ? Nein, es war schon gut es jetzt zu probieren obwohl es nicht geklappt hat. Der Anflug klappte ganz gut bis etwa 1m über dem Boden. Ich weiß nicht mehr warum (alles ging so schnell) und plötzlich schwebte er mit der Nase zu mir. Es hat nur eine Sekunde gedauert bis sich die Rotorblätter ins Erdreich gefräst hatten. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit hätte das nicht sein müssen. Jedenfalls hat es meinen Entschluß bekräftigt, jetzt endlich das Nasenschweben zu lernen denn ich möchte den Hubi in Bodennähe in Zukunft immer unter Kontrolle haben. Am Simulator klappt es schon, aber das bedeutet leider nicht viel. Ich bin gespannt wie lange es dauert bis ich das gelernt habe ..... (bis dahin darf sich der Hersteller des ECO auf zahlreiche Ersatzteilbestellungen freuen). Vorsicht beim Landeanflug in Bodennähe, der Hubi kann ungewohnte Positionen einnehmen.
Ersatzteile: Rotorblätter, Landegestell, Heckrohr, Hauptzahnrad
Durchgeführte Flugübungen: Rundflug, Landeanflug
14. Juni 1998
Ich habe beschlossen das Nasenschweben zu lernen. Heute habe ich 2,5 Stunden geübt. Mit Hulla-Hoop Reifen und Autobatterie. Ich muß wirklich ganz von vorne anfangen. Es ist das gleiche Gefühl wie vor 2 Monaten als ich das Schweben gelernt habe. Mit größter Konzentration mache ich meine ersten Hüpfer. Gegen Abend schaffe ich es ca.10 Sekunden lang relativ stabil zu schweben. Ich ertappe mich immer noch dabei falsche Steuerkommandos zu geben. Erst wenn das nicht mehr vorkommt, werde ich es ohne Hulla-Reifen probieren. Zum Glück habe ich jetzt die Erfahrungen vom früheren Schwebenüben, sodaß mir Crashs erspart geblieben sind. Ich konnte immer schnell genug den Pitch rausnehmen wenn es kritisch wurde.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben
15. Juni 1998 Erkenntnisse
Zweiter Tag Nasenschweben. Vormittags ging es einige Male sehr gut. Scheinbar hat das Gehirn über Nacht das gestern geübte verarbeitet. Nachdem ich schon bis zu 20 Sekunden stabil geschwebt bin, habe ich den Hullo-Hoop Reifen entfernt und habe es nur mit den kleinen Trainingsstäben versucht, aber Fehlanzeige ! Der Hulla-Hoop Reifen macht den Eco so träge, daß er sich sehr leicht schweben läßt. Ohne Reifen zappelt er viel mehr und ich hatte keine Chance zum Nasenschweben. Also ein Schritt zurück und den Reifen wieder dran. Damit habe ich 2 Stunden geübt. Gegen Schluß konnte ich schon mehr als 30 Sekunden in ca. 0,5m Höhe schweben. Ich versuche möglichst bald aus dem Bodeneffekt rauszukommen, da es da viel leichter geht. Der Hulla-Hoop Reifen macht den ECO träge und leicht zu beherrschen; aber nur oberhalb des Bodeneffekts. Unten ist er sehr unruhig.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben
18.Juni 1998 Erkenntnisse
Heute bin ich wieder auf den Flugplatz gefahren um Rundflüge zu üben. Man soll es nicht glauben, aber der Eco ist immer noch in einem Stück. Nicht, daß ich jetzt besser fliegen könnte, ich habe mich lediglich sehr konzentriert und keine unüberlegten Experimente gemacht. Vor allem bin ich in großer Höhe (ca. 30m) geflogen. Da oben kann fast nichts passieren. Wenn der Hubi außer Kontrolle gerät, gibt man einfach Nick nach vorne und er fängt sich wieder. Ich habe immer noch Schwierigkeiten die Fluglage zu erkennen. Die unterschiedlichen Farben der Kabine helfen sehr aber es wird noch viel Übung notwendig sein bis ich da keine Probleme mehr habe. Vielleicht gehts ja auch mit dem größeren LOGO einfacher, den ich seit heute auch fliege. Der ECO hat sich heute stark aufgebäumt. Ich mußte viel Nick nach vorne geben um den Hubi gerade zu halten. Ich glaube mit dem Schwerpunkt stimmt etwas nicht. Rundflüge in großer Höhe sind viel sicherer und verzeihen so manchen Verlust der Kontrolle.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Rundflug
19.Juni 1998
Das Nasenschweben muß jetzt geübt werden. Zuviele Probleme hatte ich deswegen. Ich will den Hubi in allen Positionen unter Kontrolle haben ! Das hat jetzt höchste Priorität denn nur so können unnötige Abstürze vermieden werden. Heute habe ich 1,5 Stunden mit Hulla-Reifen geübt. Noch ein wenig und der Reifen kann runter. Ich kann schon eine deutliche Verbesserung spüren.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben
21.Juni 1998 Erkenntnisse
Heute morgen wollte ich mit Kamera fliegen. Das macht gute 150g Übergewicht, normalerweise kein Problem. Aber gleich nach dem Start fing der Hubi in 1m Höhe an Piruetten zu drehen. Keine Frage, daß ich dieser Situation nicht gewachsen war. Bei der Reparatur fand ich das Problem. Das Antriebszahnrad für den Heck-Riemen war locker und der Heckrotor bekam nicht mehr die benötigte Drehzahl. Das Problem ist, daß die Madenschraube in dem Plastikzahnrad so schwer zu drehen geht, daß man kaum fühlen kann ob sie schon fest ist oder nicht. Dadruch hatte ich sie wahrscheinlich zu locker montiert. Es ist hier wirklich viel Fingerspitzengefühl notwendig.

Nachmittags übte ich mehrere Stunden Nasenschweben. Diesmal ohne Hulla-Reifen dafür aber in großer Höhe (>30m). Anfangs konnte ich ihn für wenige Sekunden kontrollieren bis er auf die Seite wegschoß und ich ihn drehen und Abfangen mußte. Gegen Abend konnte ich ihn schon mehrere Minuten lang Nasenschweben. Nun muß ich dran arbeiten die Höhe zu verringern solange bis ich es knapp über dem Boden kann. Das ist gar nicht so einfach. Die Steuerkommandos sind natürlich die gleichen wie in großer Höhe, nur der Adrenalinspiegel im Blut ist in Bodennähe wesentlich höher da jeder Fehler einen Crash bedeutet.

In großer Höhe kann man Nasenschweben recht sicher üben.
Ersatzteile: Hauptzahnrad, Kugelgelenk
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben
 

Statistik des dritten Monats nach Helicopter-Kauf

Stunden geübt: 25 Flugstunden
Anzahl der Crashs aus über 1m Höhe: 1
Crashs in Bodennähe: 3
Anzahl der technischen Defekte: 1
Anzahl Reparaturen nach Crash: 4
Wartungsarbeiten: Hubi total umgebaut und mit neuen Wellen ausgestattet
Stand der technischen Ausbildung: sehr gut
Kenntnisse zum Einstellen des Heli: sehr gut
Kenntnisse zum Einstellen des Senders: besser, suche aber noch die richtige Gaskurve für den 650BB Motor.
Stand der fliegerischen Ausbildung: Seitenschweben bei böigem bis starkem Wind. Nasenschweben in großer Höhe und Windstille. Rundflüge in großer Höhe.
Motivation zum Weitermachen: hoch, höher, am höchsten !!!