Kurt's Flugtagebuch
der vierte Monat

23.Juni 1998 nosein1.jpg (32739 Byte) Beim Üben des Nasenschwebens am Kabel an der Autobatterie. Erkenntnisse
Ich komme nicht so recht weiter mit dem Nasenschweben. Mit Hulla-Reifen ist der Eco sehr unrealistisch gutmütig und es geht relativ einfach. In großer Höhe weht zuviel Wind und man kann den kleinen Eco nur schlecht erkennen. Beides führt nicht zum gewünschten Lernerfolg. Also wende ich wieder meine 'harte' Tour an und gehe ein gewisses Risiko ein. Jetzt habe ich schon so viele Heckrohre verschrottet, da kommts auf eines mehr oder weniger nicht mehr an. Also runter mit dem Hulla-Reifen und nur die kleinen Trainingsstäbchen drauf. Dann den Eco auf den Boden gestellt mit der Nase zu mir und langsam Pitch hochgefahren (zitter... eine falsche Bewegung und es kracht). Oha, siehe da, was passiert denn da ? Ich schwebe lustig vor mir herum in etwa 0,5m Höhe. Über dem Bodeneffekt gehts problemlos aber nur wenn kaum Wind bläst. Bei Wind setze ich lieber ab. Ich starte, schwebe und lande mit der Nase zu mir, unglaublich. Ich hätte nicht gedacht, daß das schon klappt. Es hat sich also gelohnt die vielen Übungen mit Reifen, in der Höhe und am Simulator. Insgesamt übe ich heute 2 Stunden an der Autobatterie. Ich schwebe knapp über dem Bodeneffekt. Gerade so, daß der Hubi leicht auf und ab pendelt. Dann kann ich im Notfall immer noch hart landen wenns kritisch wird (was auch öfters vorgekommen ist).
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben
25-28.Juni 1998
Das Nasenschweben ist in die entscheidende Phase gekommen. Während der letzten Flugstunden habe ich gute Fortschritte gemacht. Auch in anderen Schwebepositionen (Seite) habe ich dadurch größere Sicherheit gewonnen. Es macht plötzlich viel mehr Spaß mit dem Hubi in der Luft herumzubolzen wenn man verschiedene Positionen ohne Angstschweiß durchfliegen kann. Heute habe ich in 2m Höhe versucht den Hubi herumzudrehen. Start in Nasenposition, dann kurzes Nasenschweben und dann langsam um 180 Grad drehen. Das ganze in beiden Richtungen. Im Moment kann ich eine volle langsame Pirouette drehen und den Hubi dabei über einem Punkt halten (oder sagen wir lieben innerhalb 1 Meter). Allerdings nur bei Windstille und höchster Konzentration. Ich bin noch alles andere als sicher, aber es klappt. Das ganze muß ich jetzt solange üben bis ich es im Schlaf beherrsche. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt. Mit diesen neuen Kenntnissen fühlt man sich sehr viel sicherer und es macht unheimlich Spaß. Komischerweise geht es nicht immer gleich gut. Eine Akkuladung kann ich es perfekt, die nächste wieder habe ich sehr zu kämpfen. Zwischendurch hatte der Motor keine Kraft mehr und der Regler schaltete die Kurzschlußsicherung.ein. Oh nein, nicht schon wieder ein neuer Motor ! Aber es hat genügt den Motor ordentlich zu reinigen. Diese Prozedur habe ich auf der Seite Wartung beschrieben. Das Traineren des Nasenschwebens lohnt sich !

Der Performance-Motor benötigt regelmäßige Wartung.

Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben, langsame Pirouetten bei Windstille.
Wartungsarbeiten: neues Heckrohr eingebaut (altes hatte schon länger einen leichten Knick), Zahnriemen gespannt, Motor gereinigt, Akkus formatiert
4-5. Juli 1998
Der Hubi ist letztes Wochenende gut geflogen. Also Akkus geladen und raus auf die Wiese. Schon beim Start ist er sehr unstabil, das Heck dreht sich unkontrolliert. Ich steige etwas höher um Sicherheitsabstand zum Boden zu gewinnen. Der Eco macht einen 5m weiten Bogen und bohrt sich dann tief ins Erdreich. Die Teile spritzen zu allen Seiten weg und ich muß einiges erst suchen gehen. Wie gibt's denn das ? Er lief doch so schön. Bei der Reparatur kam das Problem ans Licht: Letzte Woche hatten wir erst sehr trockenes Wetter. Dabei hat sich jede Menge Staub auf den Wellen abgesetzt. Dann war es einen Tag feucht und das ganze hat sich in einem Schmierfilm verwandelt. Während der Woche ist der Schmierfilm ausgehärtet und hat alles blockiert. Der Heckrotor ließ sich nur mehr mit viel Kraft verschieben, sodaß die Servoarme durchgingen (Vorsicht: die Ikarus Mini-Servos machen das gerne wie mir schon ein anderer Pilot mitteilte). Leider hab ichs nicht gleich gemerkt. Das nächste Mal muß ich den Hubi genauer untersuchen bevor ich losfliege. Nach der Reparatur bin ich noch 1,5 Flugstunden in der Luft gewesen. Seit heute steuere ich nicht mehr mit dem Daumen. Ich habe ein Senderpult und halte die Knüppel jetzt so wie es sein sollte zwischen den Fingern. Es dauerte nur wenige Flüge bis ich mich umgewöhnt hatte da ich letzte Woche schon am Simulator geübt hatte. Wenn der Hubi letztes Wochenende gegangen ist heißt das noch lange nicht, daß er dieses Wochenende immer noch geht.

Vor dem Flug alle Gestänge auf Leichtgängigkeit untersuchen.

Beim Fliegen mit Senderpult kann man die Steuerknüppel viel besser halten.

Ersatzteile: Rotorblätter, Kufengestell, Heckrohr, Trainings-Kohlefaserrohr
Durchgeführte Flugübungen: Fliegen mit Senderpult. Schwebeübungen in allen Richtungen. Kurze Vorwärtsflüge.
12. Juli 1998
Hatte leider nicht viel Zeit dieses Wochenende. Nur ein paar Übungen zur Vertiefung des Nasenschwebens ohne besondere Vorkommnisse.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Schwebeübungen in allen Richtungen
18-19. Juli 1998
Endlich schönes Wetter. Dieses Wochenende muß das Nasenschweben weiter gefestigt werden. Ich starte ausschließlich mit der Nase zu mir. Inzwischen kann ich den Heli schon andeutungsweise in eine bestimmte Richtung dirigieren. Nur wenn er zu schnell wird verläßt mich der Mut und ich drehe ihn schnell um. Zwei kleinere Crashs gab es als ich in Bodennähe falsche Kommandos gab. Einmal haben die Rotorblätter einen Busch frisiert bzw. teilweise entlaubt und haben dabei leider den Geist aufgegeben. Das andere Mal ist der Hubi kopfüber in einen (frischen, weichen) Maulwurfshügel hineingerauscht. Die weiche Erde hat Schlimmeres verhindert. Dumm ist nur, daß jedesmal das Hauptzahnrad einige Zähne verliert wenn der Rotorkopf blokiert wird und der Motor weiter drehen will. Diese Mißgeschicke gehen auf das Übungskonto und machen mir weiter kein Kopfzerbrechen. Dafür bin ich ein gutes Stück weitergekommen und merke wie die Sicherheit beim Nasenschweben langsam steigt.
Ersatzteile: Rotorblätter, Hauptzahnrad. Heckrohr ist leicht krumm, geht aber noch.
Durchgeführte Flugübungen: Nasenschweben
 

Statistik des vierten Monats nach Helicopter-Kauf

Stunden geübt: 10
Anzahl der Crashs aus über 1m Höhe: 0
Crashs in Bodennähe: 2
Anzahl der technischen Defekte: 1
Anzahl Reparaturen nach Crash: 2
Wartungsarbeiten: 1
Stand der technischen Ausbildung: gut
Kenntnisse zum Einstellen des Heli: gut
Kenntnisse zum Einstellen des Senders: mittelmäßig. Die MC20 hat so viele Einstellungen, daß man selbst als erfahrener Programmierer einige Zeit braucht um sich das alles zu merken.
Stand der fliegerischen Ausbildung: Nasenschweben bei Windstille in beliebiger Höhe
Motivation zum Weitermachen: aus der anfänglich unkontrollierten Sucht wird langsam ein überzeugtes Hobby.