Kurt's Flugtagebuch
der fünfte Monat

25. Juli 1998
Heute flog ich abwechselnd mit dem ECO und dem LOGO je nachdem welcher Akku gerade voll war. Mit dem ECO übte ich das Nasenschweben und zwischendurch das Schweben in allen Positionen. Es ist ein langsamer Lernprozess aber es geht voran. Vor allem der Übergang vom Schweben über einem Punkt zum kontrollierten links-.rechts Schweben ist schwerer als ich dachte. Nur so langsam kann ich die Position kontrollieren. Dafür geht es schon bei leichtem Wind. Auch das Drehen von Pirouetten geht ganz gut und ich traue mich das schon in sehr geringen Höhen. Nur wenn es windig ist, brauche ich mehr Platz zum Korrigieren. Zwischendurch wechselte ich das Heckrohr aus, da es von den letzten Wochen schon einen Knick hatte, der jetzt immer krummer wurde.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Schwebeübungen in allen Richtungen
1-2.August 1998
Endlich habe ich den Regler für den bürstenlosen Ikarusmotor bekommen. natürlich waren alle Übungs-Vorsätze vergessen, da ich unbedingt den Motor ausprobieren wollte. Die Testergebnisse habe ich auf einer eigenen Seite beschrieben. Während der Tests hatte ich verschiedene Probleme mit dem Gyro und dem Heckantrieb. Zuerst hatte der Motor so eine enorme Kraft, daß der Heckriemen durchrutschte. Dann wieder hat der Gyro gesponnen. In beiden Fällen machte der ECO schnelle Pirouetten in ca. 1m Höhe. Ich hatte natürlich keine Chance das unter Kontrolle zu halten. Aber ich hatte in den letzten Wochen Pirouetten geübt sodaß ich diesmal nicht in panische Hilflosigkeit verfallen bin, sondern es einigermaßen richtig machte. Ich habe einfach das Gas rausgenommen und ohne jede Nick- oder Rollsteuerung den Eco auf seine Kufen krachen lassen. Dadurch haben die Rotorblätter keine Bodenberührung gehabt und der Schaden war gering. Lediglich die Kufen sind wie üblich abgebrochen (die halten wirklich nichts aus, was ja nichts neues ist). Das Heckrohr hat einen ganz leichen Knick, sodaß ich es bald auswechseln werde. Diesmal hat auch wieder der Baudenzug versagt (siehe 1.Monat). Wieder ist der Stahldraht herausgerutscht. Ich werde in Zukunft nur mehr verlötete Baudenzüge verwenden, denn wenn sowas in größerer Höhe passiert, dann wirds unangenehm ! Trotzdem hats viel Spaß gemacht mit dem neuen Motor zu fliegen.
Ersatzteile: Kufengestell, Heckrohr
Durchgeführte Flugübungen: keine
8. August 1998
Der Test des bürstenlosen Motors war heute das wichtigste. Als ich probeweise die Alutaumelscheibe durch die original Plastiktaumelscheibe ersetzt habe, merkte ich erst wie ungenau die Plastikteile vergleichsweise fliegen, vor allem wenn sie schon ausgeleiert sind. Ich dachte schon ich hätte das Nasenschweben wieder verlernt. Aber es war nur das ungenaue Flugverhalten das ich beim Normalschweben nicht gleich gemerkt hatte. Später habe ich dann mit meinem Trainigs-Eco noch ein paar Flüge in allen möglichen Positionen sowie Starts und Landungen in Nasenposition geübt. Das klappt jetzt auch bei leichtem Wind schon ganz gut..
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Testflüge und Nasenschweben
9. August 1998
Das 11er Ritzel ist mir zu lahm mit dem bürstenlosen Motor. Vor allem weil heute ziemliche Böen in der Höhe gehen brauche ich mehr Dampf. Also wieder das 13er Ritzel drauf und rumgeholzt. Der Tuning-ECO fliegt nicht so schön wie die Originalversion. Das liegt wahrscheinlich am höheren Gewicht. Mit 1600g ist der Eco schon an seiner Obergrenze. Eigentlich sollte man versuchen unter 1500g zu bleiben. Aber bei dem Gewicht der Regler für die bürstenlosen ist das kaum zu schaffen.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Testflüge
15-16. August 1998
Heute habe ich den Training-ECO entstört und bin damit sehr viel geflogen. Die Übungen zum Nasenschweben sind heute nach 2 Monaten Übungsdauer endlich abgeschlossen. Ich habe keinerlei Probleme mehr damit und starte jetzt auch ohne Trainingsgestell in Nasenposition. Der nächste Schritt ist nun das Üben von langsamen Schwebeflugfiguren vor dem Piloten. Dafür ist Nasenschweben unbedingte Voraussetzung. Ich flog langsame Kreise vor mir. Die Kurventechnik ist noch sehr verbesserungsbedürftig. Durch die meisten Kurven habe ich den ECO recht schief durchgeschoben.  Die Koordination von Roll und Heck muß ich noch gut üben. Das gleiche probierte ich in größerer Höhe als Rundflug mit etwas höherer Geschwindigkeit. Dabei hat vor allem der Wind meine Kreise zu Eiern gemacht. Der Windeinfluß ist auch noch bei Rechts- und Linkskreisen völlig anders. Da hilft nur viel Üben. Trotz sehr mutiger Manöver hatte ich keine unkontrollierbare Situation. Auch Pirouetten in Bodennähe oder Drei- und Vierfach-Dreher in der Höhe waren unsauber aber problemlos. Eine lustige Figur war heute folgende: In 20m Höhe das Heck in langsame Drehung versetzen (ca. 1 Drehung in 2 Sekunden) und versuchen den Hubi über einer Stelle zu halten. Dabei mußte ich am Roll/Nick Knüppel rühren wie im Kochtopf. Es sah fürchterlich aus aber ich habe den Eindruck, daß es erlernbar ist.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Vollkreis vor dem Piloten und Rundflüge. Zwischendurch wildes Herumholzen zum Spaß.
22-23. August 1998
Mit dem Wetter habe ich nochmal Glück gehabt. Der vorausgesagte Regen kam Nachts und ich konnte Samstag und Sonntag viele Stunden fliegen. Lediglich die seltenen aber unberechenbaren, stärkeren Windböen ließen mich ab und zu kämpfen. Mit dem Trainings-ECO flog ich schöne Kreise in größeren Höhen und übte eine stabile Rundfluggeschwindigkeit zu halten. Gar nicht so einfach, den Nick so steuern, daß er weder stoppt noch zu schnell wird. Diese Sache wird mich noch einige Zeit beschäftigen. Die ersten kleinen Abschnitte auf dem Weg zum Nasenkreis habe ich auch probiert. Die Kugelpfannen sind inzwischen sehr leichtgängig geworden. Bei einer härteren Landung (bin in den Rotor-Abwind gekommen) ist eine Pfanne von der Taumelscheibe abgesprungen. Jetzt ist es wirklich höchste Zeit die ausgeleierten Kugelpfannen zu ersetzen.
Mit dem Tuning-ECO habe ich weitere bürstenlose Motortests durchgeführt und beschreibe die Ergebnise auf den Motorseiten. Zum Schluß gab es noch einen kleinen Bums. Beim bürstenlosen Motor hat man gerade mal 5 Sekunden Zeit zum Landen wenn der Akku hörbar schwach wird. Das ist nicht viel. Ausgerechnet in diesem Augenblick kam eine starke Windbö und ich brauchte die Leistung um den Wind abzufangen. Dann gings schnell zu Boden. Durch den Wind konnte ich nicht mehr gerade aufsetzen und die Rotorblätter schlugen ins Gras ein. Dank der vielen Tuningteile ging nichts kaputt. Allerdings ist die VoJö-Taumelscheibe in der Mitte auseinandergefallen. Sie besteht offenbar aus zwei ineinandergesteckten Ringen die sich gelöst haben, die man aber problemlos wieder zusammenstecken kann. Ich muß mir genau ansehen wie stabil das ist. Nicht auszudenken wenn sowas im Flug passieren würde !
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen: Rundflüge und Pirouetten
 

Statistik des fünften Monats nach Helicopter-Kauf

Stunden geübt: 30
Anzahl der Crashs aus über 1m Höhe: 0
Crashs in Bodennähe: 1
Anzahl der technischen Defekte: 1
Anzahl Reparaturen nach Crash: 1
Wartungsarbeiten: Heckansteuerung mit Kohlefaserstab
Kenntnisse zum Einstellen des Heli: habe die Einstellung des Pitchbereiches verbessert.
Kenntnisse zum Einstellen des Senders: immer besser, allerdings ist Pitch und Gas noch nicht optimal
Stand der fliegerischen Ausbildung: Starten mit Pirouetten, kreisförmiges Einschweben zur Landung, kurze Rundflüge, Steuern der Flugrichtung in Nasenposition teilweise bei windstille  möglich
Motivation zum Weitermachen: Wann kommt endlich das nächste Wochenende ???