Kurt's Flugtagebuch
der sechste Monat

29-30.August 1998
Endlich ist es wieder soweit. Die Akkus sind prallvoll geladen und beide ECOs stehen bereit. Mit dem Trainings-ECO fliege ich viele Akkus leer. Dabei probiere ich stabile Rundflüge, was gar nicht so einfach ist denn er nimmt die Nase mal zu hoch, mal nimmt er sie wieder herunter. Die richtige Ballance zu finden erfordert noch einiges an Training. Vor allem in den Kurven wenn man aus dem Wind oder in den Wind kommt wirds schwer.

Beim Tuning-ECO begeistert mich die Flugzeit noch nicht und ich probiere weitere Optimierungen. Zuerst baue ich eine originale Plastiktaumelscheibe ein mit dem Erfolg, daß das Ding überhaupt nicht mehr vernünftig fliegt. Erst als ich alle Kugelzapfen mühsam abgeschliffen hatte, war die Taumelscheibe so leichtgängig, daß fliegen möglich war. Außerdem habe ich einen Ikarus-Alu-Pitchkompensator eingebaut, der sehr gut funktioniert. Beim Versuch die Rotordrehzahl auf 1200 U/min herunterzubekommen stoppte in ca. 4m Höhe der bürstenlose Motor und der Eco krachte auf seine Kufen, der Akku flog davon aber (zum Glück) der Rotor hatte keine Bodenberührung. Was war los ? Der Regler war so überhitzt, daß der Schrumpfschlauch angeschmort war. Da ich aber unbedingt die 1200 U/min haben möchte, waren weitere Tests nötig die ich auf einer eigenen Seite (Bürstenlos) beschreiben habe. Nach der Reparatur der Kufen und der Abstimmung des Motors flog der ECO sehr schön und ruhig, so hatte ich es mir vorgestellt. Beim Umbau hatte ich zufällig eine günstiger Möglichkeit gefunden den Pitch-Kompensator einzubauen (siehe Tuning-ECO).

Ersatzteile: Kufenbügel
Durchgeführte Flugübungen : Rundflüge und Motortests
5-6.September 1998
Das Wetter meint es diesmal nicht gut mit den Hubi-Süchtigen. Zum Glück gibt es immer wieder trockene Abschnitte. Samstags machte ich einige kurze Testflüge um zu prüfen ob der Tuning-ECO den Jet-Ranger Rumpf tragen kann. Nachdem ich Samstags den Jet-Ranger in 8 Stunden Arbeit montiert hatte, wartete ich schon sehnsüchtig auf den Jungfernflug. Sonntag vormittags war es dann soweit. Akku angeschlossen und langsam gasgeben. Der Hubi wurde leicht auf den Kufen und ich konnte den Heckrotor prüfen, alles OK. Dann mehr Gas und der Ranger schwebte sauber. Das höhere Gewicht fällt kaum auf. Der X-250-4H Motor hat viel Kraft und schafft das spielend. Nach einem Akku Schwebeflug zum Testen wagte ich einen kurzen Rundflug.Genaueres ist auf der Jet-Ranger Seite beschrieben.

Nachmittags übte ich dann mit dem normale ECO Rundflüge. Es klappte sehr gut und ich wurde mutiger und heizte herum wie eine besoffene Hornisse. Es kam wie es kommen mußte. Bei einem schnellen Anflug zu mir in ca. 20m Höhe merkte ich nicht, daß der Hubi sich aufgebäumt hatte und in der Luft stand. Er kippte wie ein Flächenflugzeug nach Strömumgsabriß seitwärts weg ging in den Sturzflug und nahm rasante Fahrt auf. Ich hätte ihn leicht abfangen können, hätte er sich nicht in sekundenschnelle einem Baum genähert. Der Hubi schoß mit rasender Fahrt in den Baum hinein. Ein lauter ohrenbetäubender Knall und dann Totenstille. Nach einer ewigen Schrecksekunde lief ich zu dem Baum. Der Eco hatte sich mit dem Heck in einem Ast verfangen, hing kopfüber in 3m Höhe zu Boden und pendelte noch leicht. Der Heckservo zuckte im Rhythmus des Pendelns hin und her. Die Kabine war total zertrümmert und sah aus wie ein zusammegeknülltes Stück Papier. Der Akku hing seitwärts heraus. Ich holte eine Leiter um die Reste des ehemaligen Hubis zu bergen. Ich entfernte zuerst den Akku, packte ihn am Schwanz und  holte ihn vorsichtig herunter. Als ich nach den evt. noch brauchbaren Teilen suchen wollte, machte ich eine unglaubliche Entdeckung. Hinter der völlig zerstörten Kabinenhaube befand sich ein praktisch unbeschädigter ECO. Das gibts doch nicht, bei dem Knall ! Aber tatsächlich, nach genauer Untersuchung fand ich lediglich ein defektes Hauptzahnrad. Alle anderen Teile waren in Ordnung. Alle Wellen gerade, das Heckrohr ohne Kratzer und alle Servos in perfektem Zustand, die Taumelschebe und die Rotorblätter in Ordnung. Offensichtlich hat die Kabine als Knautschzone den ganzen Aufprall abgefangen und beim Zerbrechen den lauten Knall erzeugt. Der Eco ist schon ein erstaunlich gutmütiges Gerät. Ich bin heilfroh, daß mein Übermut auf diese sanfte Art gedämpft wurde.

Im Rundflug muß man immer genaue Kenntnis über die Fluglage und Fluggeschwindigkeit  haben
Ersatzteile: Hauptzahnrad
Durchgeführte Flugübungen : Rundflug
12-13.September 1998
Mistwetter ! Fast nichts zu machen. Habe gerade mal 3 Akkus leeren können. Dafür habe ich versucht die Helis zu optimieren und leichtgängig zu machen.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen : wenig
23-25.September 1998
Die Landung in luftiger Höhe:

Start, Vollgas, Nick rein und volle Kanne in die Höhe und Rundflüge geübt. Am besten geht es wenn der Hubi quer an mir vorbeifliegt. Da sehe ich genau wie er in der Luft steht. Schwieriger wird es wenn er auf mich zukommt. Dann bin ich mir öfters im Unklaren über seine Neigung der Nase. Meist ist die Nase dann zu tief. Er nimmt rasende Fahrt auf und in der Kurve knattern die Rotorblätter. Das ging einige Male ganz gut. Einmal muß er einfach zu schnell gewesen sein. Als ich ihn abbremsen wollte, bäumte er sich stark auf. Da er dabei praktisch über mir war, habe ich seine Fluglage nicht erkannt. Er muß aber senkrecht in der Luft gestanden sein in ca. 30m Höhe. Plötzlich sah ich nur mehr die Rotorscheibe in der Sonne blitzen. Es war ein wildes Gefunkel. Trotz genauem Hinsehen konnte ich die Lage des Hubis nicht erkennen da sie sich dauernd und schnell änderte. Es sah aus, als würde er trudeln. Es könnte auch sein, daß er in Rückenlage gekommen war. Als ich die Steuerknüppel in Mittelstellung brachte, hat er sich irgendwie wieder gefangen bei dieser Aktion aber viel an Höhe verloren. In weitem Schwung, aber langsam, flog er auf einen Baum zu und 'landete' auf einem der oberen großen Äste. Da der Akku herausflog stand der Motor still. Er muß wirklich weich gelandet sein, da praktisch nichts defekt war. Allerdings mußte der arme Eco eine Nacht im Freien verbringen da es schon recht spät war. Am nächsten Tag holte ich ihn in einer größeren Bergungsaktion wieder herunter und konnte nach kurzer Überprüfung weiterfliegen.

Aufgrund fortwährender Orientierungsprobleme habe ich mich zu einer weiteren Übungsserie entschlossen bevor ich weiträumige Rundflüge mache. Ich werde jetzt präzises und vor allem langsames Fliegen von Achten üben. Solange bis es perfekt sitzt. Dann kann ich die Geschwindigkeit erhöhen und langsam den schnellen Rundflug lernen.

Ganz nebenbei habe ich zum ersten Mal den Nasenkreis geschafft. Der Stand der Dinge ist auf der Trainingsseite beschrieben.

Fliege niemals direkt auf Dich zu und schon gar nicht genau über Deinen Kopf!
Ersatzteile: Heckrohr, Kufenbügel (nicht wegen des Baumes. Wegen eines Flugfehlers in Bodennähe)
Durchgeführte Flugübungen : Kreise und Achten
 

Statistik des sechsten Monats nach Helicopter-Kauf

Stunden geübt: 15
Anzahl der Crashs aus über 1m Höhe: 2
Crashs in Bodennähe: 2
Anzahl der technischen Defekte: 1
Anzahl Reparaturen nach Crash: 5
Wartungsarbeiten: neue Kabinenhaube. Reglermontage und Ritzelauswahl
Kenntnisse zum Einstellen des Heli: sehr gut
Kenntnisse zum Einstellen des Senders: Die ersten Einstellungen zur Gasvorwahl werden getestet
Stand der fliegerischen Ausbildung: Nasenkreis bei Windstille, schnelle Pirouetten,langsame Vorwärtsflüge
Motivation zum Weitermachen: es gibt kein Zurück mehr !