Kurt's Flugtagebuch
der neunte Monat

28-29.November 1998
Endlich ist der Schulze booster Regler gekommen. Samstags habe ich jede Menge Testflüge mit verschiedensten Antriebskombinationen geflogen. Die gute Kugellagerung des Tuning-Ecos hat sich dabei sehr bewährt. Der Rotorkopf fliegt fast perfek; wenn der Pilot das nur auch schon könnte... Den Testbetrieb des Reglers habe ich auf der bürstenlosen Motorseite beschrieben. Abends habe ich dann den Trainings-Eco für die Autorotation vorbereitet, alle Einstellungen am Sender gemacht und den Pitch oftmals kontrolliert. Am Sonntag wars dann zum ersten Mal soweit. Ich flog erst zweimal in 30m Höhe und nahm (ohne Gasvorwahl) den Pitch voll heraus um ein Gefühl für das schnelle Sinken zu bekommen. Das hatte ich in den letzten Wochen schon oft gemacht. Dann fing ich den Eco in 1m Höhe wieder ab. Beim dritten Mal flog ich wieder auf 30m Höhe und betätigte den Autorotationsschalter. Ich spürte den deutlich erhöhten Puls und die Knie fühlten sich an als ob sie aus Gummi wären. Der Eco sank schnell herunter und ich staunte... halt, Pitch raus ! Nach einer ewig langen Sekunde in der ich wertvolle Höhe verloren hatte nahm ich endlich den Pitch herunter. Man hörte deutlich wie die Rotorblätter beschleunigten. Ich zitterte den Eco in einem einigermaßen geraden Winkel herunter. In ca. 2m Höhe gab ich Pitch, zuviel Pitch, denn der Eco stoppte den Sinkflug und schwebte. Schnell den Pitch wieder heraus und sinken bevor die Energie aus den Blättern ist. Es hat gerade noch gereicht um den Eco sanft zu landen. Es ist geschafft ! Die erste Autorotation war vollbracht und das ohne Bruch. Ich machte noch einige weitere Versuche. Der fünfte Versuch war dann auch der letzte. Ich ging wieder auf 30m Höhe und betätigte den Autorotationsschalter. Dann sah ich den Eco zwar ziemlich dumm an, aber sonst tat ich nichts. Die verflixten Finger wollten den Pitch einfach nicht herunternehmen. In 6m Höhe sind endlich die Kommandos aus dem Gehirn bei den Fingern angekommen und ich nahm den Pitch raus. Zu spät, der Eco bohrte sich wie ein Ziegelstein ins Erdreich. Selbst die dünne Schneedecke konnte die Katastrophe nicht aufhalten. Das einzig gute bei der Autorotation ist, daß die Blätter wenig Energie haben und der Rotorkopf einigermaßen verschont bleibt. Der Aufprall entfaltet seine zerstörerische Energie an den Landekufen und dem Chassis. Ich bin heilfroh, daß der Eco ein einfach und relativ billig zu reparierender Hubi ist. Wieviel man immer geübt hat. Wenns ernst wird steht man da wie angenagelt.
Ersatzteile: Kufenbügel, Chassis-Seitenteile, Mischhebel, Kugelpfanne
Durchgeführte Flugübungen : Autorotation
12-13.Dezember 1998
Nach der wetterbedingten Abstinenz vom letzten Wochenende konnte ich endlich wieder fliegen. Diesmal hatte ich keine Lust auf Übungen. Daher wurde der Trainingseco ausgepackt, geladen und in ein vom Schnee freigeschipptes Stück Gras gestellt. Durch die vielen Tuningmaßnahmen, vor allem der Kugellager im Rotorkopf, läuft das Ding wie ein Uhrwerk. Ich bin das ganze Repertoire abgeflogen, vom Schwebeflug, über Pirouetten und Rundflug bis zum wilden Herumgeholze. Man solls nicht glauben, aber der Eco hat das alles überlebt und sieht aus wie neu. Eine Sache hat mir besonderen Spaß gemacht: Im schnellen Vorwärtsflug (aus der Höhe Schwung holen) den Pitch auf -1 Grad reduzieren und dann durch Nick-ziehen die Höhe halten, also praktisch gegen die Fahrtrichtung aufstellen und mit den Rotorblättern wie mit einem Fallschirm abbremsen. Durch den negativen Pitch hört man wie die Rotorblätter durch den Luftstrom beschleunigen. Sie sind sicher wesentlich schneller als im Normalflug. Dann Pitch geben und mit der gespeicherten Rotorblattenergie den ECO wie eine Rakete in die Höhe katapultieren. Wie? Du meinst das hält der arme Eco nicht aus ? Er hält. Ich habe den ganzen Sonntag mit solchem Unfug verbracht und die sehr genaue Kontrolle am Abend hat keinerlei Abnutzungserscheinungen gezeigt. Jedenfalls hat es mächtig Spaß gemacht.
Ersatzteile: keine
Durchgeführte Flugübungen : Spaßfliegen
24-29.Dezember 1998
Nach einiger Zeit Spaßfliegen wollte ich wieder an der Autorotation arbeiten. Dazu setzte ich den Trainings-ECO wieder zusammen und begann mit einfachen schnellen Sinkflügen. Die Steuerbarkeit ließ zu wünschen übrig, trotzdem beschloß ich wieder den AR-Schalter umzulegen. Gesagt getan, in 40m Höhe schaltete ich um, der Motor stoppte sofort, minimum Pitch und runter ging es. Ich hatte echte Probleme den Hubi zu steuern und verschätzte mich total. Ich kam gute 30m entfernt von mir herunter und machte den diesjährigen Winterschnitt an einem jungen Kirschbaum. Was solls, das hatte ich ohnehin schon viel zu lange aufgeschoben. Und der Schnitt war wirklich fachgerecht ausgeführt. Trotzdem kostete es ein Rotorblatt, denn die Dinger sind nicht so stabil wie eine Gartenschere. Das wars also mit der Autorotation. Ich hatte die Nase gestrichen voll und flog die nächsten Tage mit dem Logo.
Ersatzteile: Rotorblätter, Taumelscheibenmitnehmer, Pitchhebel.
Durchgeführte Flugübungen : Autorotation
30.Dezember 1998
Der 30. Dezember sollte ein denkwürdiger Tag werden.
Ich wollte den kürzlich im Kirschbaum gelandeten Trainings-Eco wieder reparieren, was auch kein Problem war. Nur die Ersatz-GFK Blätter waren mir dann doch zu schade fürs weitere Training. Also montierte ich die originalen vollsymmetrischen Holzblätter (meine ersten). Damit hatte ich früher schlechte Erfahrungen gemacht, aber vielleicht kann ich's jetzt ja schon besser.
Schon beim Start kam die Verwunderung. Der Eco schwebte sehr stabil und ließ sich einwandfrei und sauber steuern. Komisch, weshalb ich früher so Probleme mit diesen Blättern hatte. Diesmal flog er wundervoll. Nur die Geschwindigkeit und die Steigleistung war deutlich schwächer als mit den GFK-Blättern. Also zog ich langsam meine Kreise und probierte einige steile Landeanflüge ohne Motorkraft. Dabei fiel sofort auf, daß die Blätter im Sinkflug bei neg. Pitch enorm schnell wurden, viel schneller als die GFK-Blätter. Außerdem war der Eco immer noch gut steuerbar. Jetzt wollte ich's wissen. Hinauf auf 50m und den AR-Schalter umgelegt, voll neg. Pitch und sofort summten die Blätter hoch auf, beschleunigten und der Eco ließ sich bestens steuern. Ich flog fast auf den gewünschten Punkt zu und konnte den Eco ganz sanft abfangen und landen. Ich kann's jetzt noch kaum glauben, daß diese Autorotation so problemlos ging, fast so als könnte ich es schon immer. Ich flog noch 3 Akkus ausschließlich per Autorotation leer, es waren sicher 20 oder mehr Landungen, alle ohne geringstes Problem. Meine Schlußfolgerungen daraus habe ich auf der entsprechenden Seite beschrieben.
Mit vollsymmetrischen Holzblättern geht die Autorotation viel einfacher als mit den Eco GFK-Blättern
Ersatzteile: keine.
Durchgeführte Flugübungen : Autorotation
 

Statistik des neunten Monats nach Helicopter-Kauf

Stunden geübt: 20
Anzahl der Crashs aus über 1m Höhe: 2
Crashs in Bodennähe: 1
Anzahl der technischen Defekte: 0
Anzahl Reparaturen nach Crash: 3
Wartungsarbeiten: diverse
Kenntnisse zum Einstellen des Senders: Autorotationseinstellungen gelernt
Stand der fliegerischen Ausbildung: war ein wichtiger Monat. Wie im 8 Monat zusätzlich die Autorotation.
Motivation zum Weitermachen: wie immer bin ich zu allem entschlossen !