Kurt's Flugtagebuch

Viertes Jahr, zweiter, dritter, vierter und fünfter Monat

Mai 2001
Der Webra 75P5 war also wirklich defekt. Nachdem mir von vielen Fliegerkollegen dringend von diesem Motor abgeraten wurde, weil er scheinbar mit seiner ABC Garnitur Hitzeprobleme hat, habe ich mich entschlossen einen OS61SX-WC einzubauen, in der Hoffnung, dass er trotz 2ccm weniger, den Mille ordentlich durchziehen wird.

Ich habe diese Entscheidung nicht bereut ! Der OS61 läuft vom ersten Tag an wie ein Uhrwerk. Geringere Leistung kann ich nicht feststellen. Der Mille hält in allen Fluglagen seine 1800 U/min sauber durch. Ein weiteres Problem habe ich gelöst indem ich jetzt wieder Rossi R6 fliege. Diese Kerze geht deutlich besser mit Nitro zu fliegen wie die R4. Für die teure Enya sehe ich derzeit keine Notwendigkeit, da die R6 sehr zuverlässig läuft.

Mein Flugstil verbessert sich zunehmend. Im Moment übe ich mehr das saubere ruhige Fliegen. Herumbolzen ist schön, aber sauber fliegen ist schwierig und muss geübt werden. z.B. Gerade Stecken in Normal- und Rückenfluglage, bei gleichbleibender Höhe.  Dabei habe ich festgestellt, dass ich eine Seite (von links nach rechts) gar nicht mag und diese scheinbar unbewusst gemieden habe. Daran muss ich arbeiten ! Weiters arbeite ich an sauberen Rollen, was auch gar nicht so einfach ist. Manchmal kombiniert mit endlosen kubanischen Achten, bei denen muss man die Rollen von beiden Seiten fliegen. Am 8.6 verflog ich fast ohne Unterbrechung 4 Liter Sprit, ein Rekord für mich und meinen Mille.

Ersatzteile: keine
8.Juni 2001

Der Mille gefällt mir jetzt erheblich besser, nachdem ich die Gewichte der Paddlestange ganz nach außen versetzt habe. So liegt er mir gut in der Hand und ist nicht zu giftig, erlaubt aber trotzdem recht heftige Figuren.

Heute (8.6) hat sich das Getriebe des SkyDragon aufgelöst. Mir fiel schon länger auf, dass immer so schwarze Schmiere im Kühltunnel ist. Heute hab ich gesehen was los ist: Die Zahnriemenräder sind aufgefressen und der Zahnriemen ausgefranst. Und damit bin ich geflogen ! Ein Wunder was das Zeug alles aushält. Bemerkt habe ich es nach der Landung, als der Rotorkopf plötzlich ohne auszulaufen schnell stehen blieb.

Ersatzteile: Zahnriemen, Kupplungsglocke mit Zahnriemenrad, Haupt-Zahnriemenrad
12+13.Juni 2001
Endlich scheint wieder die Sonne und die diversen Hubis kommen zum Einsatz. Zum ersten Mal habe ich den Acrobat-10 im richtigen Kunstflugeinsatz geflogen. Er geht sehr kraftvoll, sogar mit meinen alten Akkus. Durch die große Präzision des Getriebes, Heck und Chassis, merkt man jetzt die Schwächen des Eco-Rotorkopfs im Kunstflug umso deutlicher. Ein paar Maßnahmen werden unumgänglich sein um die Kiste etwas wendiger zu machen.

Ich fliege inzwischen endlose Rückenachten und versuche auch schon ein paar Kunstflugfiguren in Rückenlage zu fliegen, bzw. in Normal- und Rückenlage zu kombinieren. z.B. ein Turn mit Einflug in Normallage und Ausflug in Rückenlage. Als ich mit dem Sky Dragon knapp über dem Boden meine Rücken-Achten drehe, verliere ich plötzlich die Orientierung. Der Sky Dragon stürzt aus sehr geringer Höhe rücklings im Schwebeflug in ein Getreidefeld. Ich stand nur da und wusste beim besten Willen nicht, wie ich steuern sollte. Der Schaden war ausnahmsweise extrem gering. Nur ein Rotorblatt ging zu Bruch, alles andere war absolut unbeschädigt. Glück gehabt, dass ich in ein 70cm hohes Getreidefeld gestürzt bin. Die dichten Ähren haben den Hubi wie in einem Wollkissen aufgefangen.

Was war los: Durch das intensive Kunstflugtraining der vergangenen Monate, habe ich den Rückenschwebeflug völlig vernachlässigt. Als bei den sehr langsamen Achten der Hubi plötzlich ins Rücken-Nasenschweben gekommen ist, hats im Hirn Verwirrung gegeben. Der ganze Crash ist nur auf mangelnde Übung im Schwebeflug zurückzuführen. Daraufhin habe ich mit dem Millennium in größerer Höhe Schweben geübt. Vor allem das Rücken-Nasenschweben ist noch eine Katastrophe und braucht reichlich Platz. Durch die zusätzlichen Übungen komme ich zwar relativ schnell hinein, aber es muss jetzt intensiv trainiert werden. Noch so eine Überraschung möchte ich nicht erleben.

Ersatzteile: Rotorblätter
Juli 2001

Der Juli war ein guter Flugmonat mit ganz brauchbarem Wetter. Der Millennium ist derzeit mein Lieblingshubi zum Herumheizen. Eine Wartung war fällig, das seltsame Knackgeräusche aus der Kupplungseinheit kamen. Keine Ahnung was der Grund war, aber nach Auswechseln der (scheinbar noch guten) Kugellager und einiger Kleinteile läuft er wieder problemlos.

Beim Flugtraining habe ich mich auf das Rücken-Nasenschweben konzentriert. Es klappt inzwischen schon recht gut und sollte mir Erlebnisse wie im Juni ersparen. 

Beim Rückwärtsfliegen komme ich noch nicht so gut voran, weshalb ich den Simulator wieder aktiviert habe. Ich möchte das auf jeden Fall dieses Jahr lernen und muss dazu kräftig zupacken !

Das Training des Rückenflugs kann ich jetzt mit gutem Gewissen als abgeschlossen bezeichnen. Ich habe den Hubi in allen Rückenfluglagen gut im Griff und kann ihn auch aus schwierigen Situationen retten. Wenns jetzt noch kracht, dann aus Unachtsamkeit und schlechter Konzentration. Rückenflug zählt jetzt zu meinem normalen Spaß-Flugstil und erfordert keine besondere Anstrengung mehr.

Wie lange hat die Sache gedauert ?

  • Im Februar 1999 machte ich erste Test am Simulator, machte dann aber eine Unterbrechung bis zum Sommer.
  • Die erste Versuche in Rückenlage erfolgten im August 1999.
  • Ab September 1999 intensivierte ich die Übungen, vor allem am Simulator.  Es war extrem schwierig und ich dachte: "das lernst Du nie"
  • Anfang Januar 2000 schaffte ich die ersten geraden Strecken
  • Im Juni 2000 schaffte ich den ersten Rundflug
  • danach dauerte es noch genau ein Jahr, bis der Rückenflug in Fleisch und Blut überging und unterbewusst automatisch ablief.

Albert, der bekannte 3D-Pilot sagte: "Für jede neue Fluglage braucht man 2 Jahre, das erste Jahr um es sicher zu beherrschen, das zweite Jahr um es automatisch fliegen zu können". Er hat recht behalten !

August 2001

Dieser Monat verlief recht unspektakulär. Ganz langsam mache ich Fortschritte beim Rückwärtsflug. Die Details dazu sind im Kapitel "Fliegen" beschrieben. Im wesentlichen bewege ich den Mille und den SkyDragon durch die Lüfte. Den Mille für großräumige Kunstflugfiguren und den SkyDragon für sanfteres Fliegen und für Schwebeübungen. Damit traue ich mich auch schon mal eine Rückenacht in nur wenigen Metern Höhe. Wie sieht es mit "Rasenmähen" aus ? Im Prinzip denke ich, würde es klappen wenn ich um die 10-20cm über der Grasnabe Rückenschweben würde. So extrem hab ichs aber noch nicht gemacht, weil es mir das Risiko nicht wert ist. Es reizt mich im Moment nicht, vielleicht kommt der ultimative Kick noch später.

Ende August habe ich zur Abwechslung wieder mal den kleinen Acrobat in einem Baum versenkt. Für einen kurzen Testflug wollte ich "nur mal so auf die Schnelle" hinausgehen und was ausprobieren. Mit 4 Jahren Flugerfahrung sollte ich es eigentlich langsam wissen, dass beim hubi "so auf die Schnelle" nichts geht. Naja, die Quittung kam wenige Minuten später. Weil ich zu faul war die richtige Brille aufzusetzen, verlor ich die Übersicht über die Fluglage bei einem Durchflug durch die Sonne. Die paar Sekunden Unsicherheit haben gereicht einen nahegelegenen Baum zu schneiden. Der Hubi hing in einer Fichte in ca. 15m Höhe. Verflixt, wie bekomme ich das Ding dort nur jemals wieder herunter. Während ich mich mit allen möglichen Schnüren und Wurfgeschossen bewaffnete, fiel er plötzlich ganz von selbst durch die Äste herunter.

Ersatzteile: Heckrohr, Blatthalter, Mischhebel, Servogetriebe, Heckabstützung