einfacher Kunstflug TR00262A.gif (1715 Byte)

Hier folgen meine Notizen zum Kunstflug. Die Seite beginnt sehr einfach und wird mit fortschreitenden Kenntnissen vervollständigt. Alle diese Übungen habe ich mit Heading-Lock Gyros gemacht. Die Hecksteuerung im Kunstflug ist eine Kunst für sich und sollte besser dem Kreisel überlassen werden.

unter einfachem Kunstflug verstehe ich großräumige Figuren,die üblicherweise auch mit Flächenmodellen geflogen werden. Alles beginnt mit dem Überschlag (den kann das Flächenmodell - in der Regel - nicht).

Überschläge
Looping
Rolle


Überschläge

Diese Übung sollte zu schaffen sein, wenn der Rundflug und das normale Schweben in allen Lagen kein Problem mehr ist. Der Hubi und der Sender wird für Kunstflug eingestellt, also viel negativer Pitch und evt. 0 Pitch in Knüppelmittelstellung. Beim ECO-8 habe ich -9 bis +9 Grad eingestellt, ein Wert bei dem der Motor noch problemlos die Drehzahl halten kann.

Der Überschlag war wirklich eine sehr einfache Übung, wie mir auch schon von anderen bestätigt wurde. Man fliegt in großer Höhe und zieht voll Nick. Der Hubi stellt sich auf und kippt auf den Rücken. Jetzt wird voll negativer Pitch gegeben. Das darf man keinesfalls vergessen, sonst könnte er stark durchsacken und in gefährliche Bodennähe kommen ! Man hält den Nick weiterhin voll gezogen. Der Hubi dreht sich weiter und kommt wieder in Normallage. Jetzt wieder positiven Pitch geben ! Ich habe gemerkt, dass bei einem Überschlag keine besondere Koordinierung der Steuerung erforderlich ist. Einfach brutal Nick ziehen und am Rücken negativ. Pitch geben und abwarten bis der Hubi wieder in Normallage ist.

Bei schlecht eingestellten Hubis kann es vorkommen, dass er zuerst die Nase hochnimmt aber dann Probleme hat weiterzudrehen. In diesem Fall kann man nicht genug Nick geben und muss die Gestänge, Servohebel oder Programmierung ändern um mehr Nick- und Rollausschläge zu erhalten.

Das gleiche kann man natürlich auch mit Roll machen. Dann kippt er eben seitwärts um. Der Überschlag stellt keine besonderen Anforderungen und sollte von jedem mittelmäßigen Piloten zu schaffen sein. Wichtig ist nur die große Sicherheitshöhe, da die ersten Versuche meist mit ziemlichem Höhenverlust enden.

Achtung: Es ist äußerst verwirrend, wenn der Hubi bei solchen Versuchen plötzlich rückwärts fliegt oder mit dem Heck voraus hinunterfällt. Ein Verlust der Kontrolle und Absturz ist sehr wahrscheinlich ! Daher habe ich einen einfachen Trick verwendet um solche Situationen zu vermeiden:
nachdem die Figur beendet ist drücke ich beherzt Nick um die Nase hinunterzunehmen und den Heli in schnelle Vorwärtsfahrt zu bringen. Dadurch ist er in einer gewohnten Lage und man hat ihn schnell wieder unter Kontrolle. Um auf diese einfache aber wirklungsvolle Erkenntnis zu kommen, hatte ich mindestens 4 Crashs. Also, nach dem Überschlag DRÜCKEN.

Looping

Wenn der Überschlag kein Kniezittern mehr verursacht, kann man einen Looping wagen. Der Looping stellt allerdings wesentlich höhere Anforderungen an Maschine und Pilot und erfordert eine genaue Koordinierung der Steuerung.

Im Prinzip sollte es so gehen:

Man nimmt soviel Vorwärtsfahrt wie möglich auf. Dann zieht man Nick und nimmt die Nase hoch. Wenn der Hubi senkrecht hinauf steigt, Pitch auf 0 Grad reduzieren. Wenn er auf dem Rücken liegt, wenig negativen Pitch geben, gerade soviel, dass er nicht duchsackt. Dann im Sturzflug wieder zu positivem Pitch erhöhen und wieder in den Normalflug gehen.

Soviel zur Theorie. In der Praxis ist der richtige Zeitpunkt für den Pitch entscheidend. Denn nur ein gut dosierter Pitch lässt den Looping auch Rund werden. Wenn der Looping beendet wird, brauche ich in der Regel relativ viel positiven Pitch damit der Hubi nicht durchsackt. Nach längerer Übung werden die Loopings mehr und mehr rund. Das ganze hängt auch vom Hubi ab, denn ausreichend Vorwärtsfahrt ist auf jeden Fall notwendig. Mit dem Schweizer habe ich z.B. zuwenig Vorwärtsfahrt und er bleibt in Rückenlage schon fast stehen. Der zweite Teil des Loopings sieht daher eher wie ein Überschlag aus. 

Vorsicht ist geboten wenn man nach einem dreiviertel Looping mit der Nase senkrecht nach unten schaut. Spätestens dann sollte man ausreichend bis maximal positiven Pitch geben. Kleinere, leistungsschwächere Hubis brauchen hier sehr viel positiv-Pitch sonst sacken sie weit durch. Kräftige 60er Methanoler brauchen hingegen nur wenig.

Rolle

jaja, die Rolle. Das Ding hat mich vielleicht gefuchst ! Für viele ist die Rolle leichter als der Looping, für mich war sie ziemlich schwierig, zumindest wenn sie einigermaßen sauber aussehen soll.

Also wie geht die Rolle überhaupt:

Viel Vorwärtsfahrt, je mehr desto besser, man kann wirklich nicht schnell genug sein (hängt natürlich auch vom Hubi ab). Dann kräftig Roll steuern und schon rollt der Hubi auf den Rücken. Dabei natürlich nicht vergessen etwas negativen Pitch zu geben, damit der Hubi am Rücken keine Höhe verliert. Weiter Roll halten und warten bis er wieder in Normalfluglage geht. Dabei natürlich wieder positiv Pitch geben.

Die Rolle hat einige Schwierigkeiten, die sie zu einer anspruchsvollen Figur machen:

  1. die Dosierung und der Zeitpunkt des Pitchwechsels Positiv-Negativ-Positiv muss ziemlich genau passen, sonst wird aus der Rolle ein Korkenzieher, auch Fassrolle genannt.
  2. Das Heck muss gut stabilisiert sein, da manche Hubis die Eigenschaft haben das Heck ausgerechnet dann wegzudrehen wenn er am Rücken liegt.
  3. Je nach Hubi muss man den Nick völlig in Ruhe lassen oder aber mit Nick nachhelfen damit er die Vorwärtsfahrt behält.

Den Punkt 1 mit dem Pitch hat man bald gelernt. Nach ein paar Versuchen findet man den richtigen Rhythmus für den Pitchknüppel.

Punkt 2 ist eine Sache des Kreisels. Je besser er funktioniert umso leichter geht es. Problematisch ist es vor allem bei knapp motorisierten Hubis, wie z.B. kleinen E-Helis. Hier kann ein Einbrechen der Rotordrehzahl zum Wegdrehen des Hecks führen. Mir ist allerdings aufgefallen, dass man manchmal unbewusst Heck zusteuert und sich dann wundert warum es wegdreht. In diesem Fall hilft ein Pilot der einem beim Fliegen auf die Finger schaut.

Punkt 3 war bei mir die große Hürde. Vor allem ist die Notwendigkeit Nick zuzusteuern sehr stark vom Hubi abhängig.

Mit dem Millennium 60, den ich erst relativ spät flog, braucht man kein Nick zu steuern, es ist am besten man denkt nicht mal daran. Wenn man ausreichend Vorwärtsfahrt hat, kommt man mit beherztem Roll und Unterstützung von wenig negativem Pitch am Rücken, sehr sauber durch die Rolle. Der Mille war auch der Hubi mit dem ich meine ersten sauberen Rollen geflogen bin.

Ganz anders sieht es zum Beispiel mit dem Sky Dragon aus. Dieser Hubi ist prinzipiell langsamer unterwegs, was in der Regel kein Nachteil ist. In der Rolle passierte es mir aber oft, dass ich ihn nach einer halben Rolle soweit ausgebremst hatte, dass er praktisch keine Fahrt mehr hatte. Dann wird aus dem zweiten Teil der Rolle ein krummer Überschlag mit ungewissen Ausgang. Erst allmählich habe ich gelernt (und kann es immer noch nicht perfekt), dass man in Rückenlage durch Ziehen am Nick etwas Vorwärtsfahrt aufbauen kann. Wenn man das Timing gut beherrscht ist so auch eine Rolle mit einem Eco-8 möglich !!!

Wenn man also mit einem langsameren Hubi sauber durch die Rolle kommen will, sind mehrere Dinge zu koordinieren:

* Kräftig Roll geben um die Rolle einzuleiten
* Während des Rollens den Pitch herausnehmen und am Rücken mit wenig negativem Pitch unterstützen
* Am Rücken mit Nick die Vorwärtsfahrt halten
* Beim Zurückdrehen in anderer Richtung Pitch geben und wieder Nick drücken

uff, man hat wirklich alle Hände voll zu tun. Nur gut, dass es mit einem präzise fliegenden Hubi wie dem Millennium erheblich einfacher geht.

Hat man das Koordinieren aller Steuerfunktionen aber erstmal geschafft, so kann man die Kollegen am Flugplatz sehr verblüffen wenn man einen kleinen ECO-8 sauber durch eine Rolle steuert.

Nach längerer Zeit kommt dann die Routine und man kann Rollen auch langsamer fliegen, gute Piloten können es bei fast jeder beliebigen Geschwindigkeit.

Da die meisten Piloten Rollen vor dem Rückenflug üben, braucht man einen Notausgang um den Hubi wieder in die gewohnte Normallage zu bringen. Wie auch bei den anderen Figuren eignet sich dazu das Nick-Drücken besonders gut. Dadurch fliegt man einen halben Aufwärtslooping, gewinnt Sicherheitshöhe und Zeit um den Hubi wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich will davor warnen, einen am Rücken liegenden Hubi durch Ziehen des Nick und einen halben Abwärtslooping umzudrehen zu versuchen. Die meisten Hubis brauchen dafür enorm viel Energie und haben deutlichen Höhenverlust. Wenn dann noch die Rotordrehzahl einbricht, ist ein Crash fast unvermeidbar. Selbst 20 oder 30 Meter an Höhe sind dabei schnell verloren; das gilt vor allem für kleine E-Helis oder wenn man mit relativ niedrigen (kleiner 1500 U/min) Kunstflugdrehzahlen fliegt.