Rückwärtsflug TR00262A.gif (1715 Byte)

Hier folgen meine Notizen zum Rückwärtsflug. Ich schreibe hier chronologisch meine Fortschritte auf, damit man sich ein Bild von den Vorgängen beim Lernen des Rückwärtsfliegens machen kann. Ein Heading-Hold Kreisel ist hier absolut notwendig, ohne geht das praktisch überhaupt nicht.


Was ist überhaupt "Rückwärtsfliegen" ?

Schon ein blutiger Anfänger fliegt ab und zu rückwärts, immer dann wenn er den zu weit weggeflogenen Heli zu sich zurückschweben will. Natürlich alles mit dem Heck zum Piloten zeigend. Diese Art von Rückwärtsflug ist einfach und hier nicht gemeint.

Schwierig sind alle Fluglagen, in denen das Heck nicht zum Piloten zeigt sowie alle Fahrtfiguren bei denen der Heli in mehr oder weniger schneller Fahrtbewegung ist. Aber vor allem ist damit das saubere Schweben sowie Fliegen von Achten gemeint. Schön rund und mit dem Heck immer in Fahrtrichtung zeigend. Und genau das ist erst mal verdammt ungewohnt. Die mühsam erlernten Reflexe des normalen Fliegens weigern sich, dieses verkehrte Fliegen durchzuführen.

Der Simulator hilft, oder was ?

Ein Flugsimulator ist das ideale Hilfsmittel um Reflexe zu trainieren. Das gilt vor allem für den Schwebeflug. Jeder der das schon gemacht hat, weiß um wie viel schneller man das Schweben erlernt wenn man vorher am Simulator trainiert hat.

Beim Rundflug sieht die ganze Sache schon etwas anders aus. Simulatoren sind leider nicht mehr ganz so ideal zum Erlernen von Fahrtfiguren. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Erkennung der Fluglage sehr schwierig wird, wenn der Heli weiter entfernt ist. Man sieht dann am Bildschirm nur mehr ein unscheinbares "Etwas" und kann die Lage in der Luft kaum noch erkennen.

Trotzdem, zuerst sind mal die Reflexe gefragt !

Die ersten Versuche (Ende 2000):

Meine ersten Rückwärtsflugversuche begannen mit dem ECO8 am Flugplatz:

Man fliegt z.B. weit nach links, und holt den Hubi (mit dem Heck fast zum Piloten zeigend) langsam zurück. Ziel ist es, einen geraden Vorbeiflug zu machen, aber natürlich rückwärts. Solange man noch auch sich selbst zufliegt, ist alles kein Problem. Aber sobald man vor sich vorbei ist und nun rechts wegfliegt beginnt das Drama. Eine falsche Steuerbewegung, vor allem am Roll aber auch am Heck, folgt der anderen. Ein wilder Tanz ist die Folge, und nur durch ausreichende Sicherheitshöhe ist ein Crash zu verhindern.

Um diese Situation zu meistern verwende ich diese Eselsbrücke: Sobald man an sich vorbeigeflogen ist, schaltet man das Hirn auf "Nasenschweben" um. Das hilft den Hubi (der ja nun mit der Nase zum Piloten zeigt) weiter unter Kontrolle zu halten. Auf diese Art habe ich es nach einiger Zeit geschafft, gerade Vorbeiflüge zu machen. Natürlich in beiden Richtungen.

Die verflixten Kurven (Frühling 2001):

Den geraden Vorbeiflug kann man nach einiger Zeit ganz gut hinbekommen. Nun will man natürlich eine Kurve fliegen um sauber im Rückwärtsflug umzudrehen. Und hier begann bei mir das Drama. Zusätzlich vom Roll ist auch das Heck entsprechend zu steuern. Logischerweise ist auch Nick verkehrt herum. Eigentlich ist alles verkehrt, kaum zu schaffen. Nach ein paar Fast-Crashs habe ich aufgegeben und mich erst mal mit dem Simulator beschäftigt.

Am Simulator war das Drama in seiner vollen Pracht zu sehen. Alle paar Sekunden ein Crash, meist dann wenn ich versuchte eine Kurve einzuleiten. Ganz langsam, nach vielen Übungstagen wurde die Flugdauer am Simulator langsam länger und ich schaffte es sogar ab und zu eine komplette Acht durchzustehen. Trotzdem, nach kurzer Zeit... Crash. Irgendwie kam ich nicht weiter. Soviel ich auch am Simulator übte, es wurde nicht mehr besser. Irgendwas blockierte mich.

Weiter am Flugplatz (Sommer 2001):

Nachdem am Simulator nichts mehr ging, wollte ich es wieder mal in der Praxis ausprobieren. Ich flog also (am 11.8.2001) die am Simulator ausprobierten Kurven am Flugplatz, diesmal mit dem etwas stabileren Sky Dragon. Und siehe da, es ging erheblich besser ! Obwohl die Simulatorübungen in der Sackgasse steckten, konnte ich jetzt am Flugfeld vernünftig weiterüben. 

Vollkreise waren nach 2 Tagen geschafft und auch einige Achten in großer Sicherheitshöhe gelangen. Alles andere als sauber (vor allem die Höhe war noch eher zufällig), aber immerhin. Die Blockade vom Simulator war in der Praxis nicht zu merken.

Zurück zum Simulator:

Von den Erfolgen am Flugplatz motiviert, versuche ich es derzeit wieder am Simulator. Erstaunlicherweise klappt es jetzt auch hier ganz gut. Die mentale Blockade hatte sich durch die realen Übungen gelöst. Trotzdem muss ich feststellen, dass das Rückwärtsfliegen am Simulator erheblich schwieriger ist als am Flugfeld.

Meine derzeitigen Pläne sind folgende:

  1. Weitere Übungen am Simulator um die Reflexe einzuüben, allerdings ohne auf "Schönheit" der Figuren zu achten.
  2. Am Wochenende Üben am Flugplatz um die Figuren sauber einzutrainieren.

Das ganze solange abwechselnd, bis keine weiteren Erfolge durch den Simulator mehr zu bemerken sind. Danach nur mehr am Flugfeld.

Eine wichtige Sache halte ich auf jeden Fall ein: Mindestens einen Tag vor dem Wochenende NICHT mehr am Simulator üben, denn das würde das reale Fliegen verwirren und mehr schaden als nützen !

Bis Ende September 2001 haben sich einige schöne Erfolge eingestellt:

Inzwischen hat sich eine grundlegende Motorik eingestellt.  Den Simulator benutze ich jetzt nicht mehr. Bei guter Konzentration klappen viele Rückwärtsachten hintereinander problemlos. Manche schöner, manche grauenhaft, aber die schönen werden immer mehr. Sobald die Konzentration aber nachlässt ist's auch um die Achten geschehen. Aber zumindest habe ich jetzt eine gute Ausgangsbasis um den Rückwärtsflug zu perfektionieren.

Der Rückwärts-Looping:

Auch diese Figur hat mich vor einige Rätsel gestellt. Ich hätte jemanden fragen sollen, dann wäre es sicher schneller gegangen.

Der Anflug klappt wie beim normalen Looping: viel Fahrt aufnehmen (natürlich rückwärts) damit man ausreichend Reserven hat. Zum Einleiten des Loopings Nick drücken damit der Hubi das Heck hochnimmt. Sobald er auf dem Rücken ist mit negativ Pitch unterstützen, weiter drücken, und warten bis er herumkommt.

Aber... was hat denn das verflixte Ding. Sobald er am Rücken ist, ist die Fahrt heraus und der Rest sieht aus wie ein normaler Überschlag. Von 10 Loopings war vielleicht einer einigermaßen, die anderen 9 waren total vermurkst. Dabei war ich mir keiner Schuld bewusst, alles war sauber ausgesteuert. Ich schob es schon auf den Millennium, aber der konnte es ja auch nicht sein. Immerhin fliegen andere Piloten damit ganz hervorragende Rückwärtsloopings. Zur Ursachenforschung habe ich normale Loopings geflogen und dabei die Knüppelstellungen beobachtet, dann auf die Rückwärtsfigur umgesetzt und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, die Lösung für einen einwandfreien Rückwärtslooping war gefunden:

Sobald man den Looping einleitet, drückt man den Nickknüppel um das Heck hochzunehmen. Gleichzeitig muss man viel POSITIV Pitch geben, genau das hatte ich vergessen. Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man beide Knüppel fest drückt. Aber tut man das, so schnellt der Hubi wie von der Tarantel gestochen plötzlich rückwärts in die Höhe. 

Oben nimmt man den Pitch heraus, unterstützt mit negativ, aber sobald man einen 3/4 Looping fertig hat, steuert man sofort wieder viel positiv Pitch dazu um den Hubi aus dem Looping in den geraden Rückwärtsflug zu zwingen. Ich dachte nicht, dass der positiv Pitch einen so großen Einfluss hat, aber ohne ihn geht gar nichts. Ist ja auch klar, beim normalen Looping macht mans ja auch so. Nur beim Rückwärtslooping kommt einem das zuerst ganz eigenartig an den Knüppeln vor.

Nachdem diese Hürde genommen ist, klappt jeder Rückwärtslooping problemlos. Ich habe auch schon drei Stück kurz nacheinander geflogen. Man braucht gar nicht mehr so viel Vorwärtsfahrt. Diese holt man sich mit dem Pitch beim Einleiten und Ausleiten des Loopings.

Bis Ende Oktober 2001:

Die Motorik des Rückwärtsflugs hat sich inzwischen sehr schön eingestellt. Die Achten werden immer sauberer sodass neue Figuren geübt werden können.

Die Rückwärts-Rolle:

Auch diese Hürde ist dank einiger guter Tipps von erfahrenen Piloten gemeistert. Es ist eigentlich eine recht unspektakuläre Figur, nur etwas Disziplin erfordert sie.  Wie bei dem ganzen Rückwärtsfliegen muss man dem Heckrotor und Kreisel die Chance lassen das Heck stabil zu halten. Wenn man mit hoher Geschwindigkeit leicht schräg in den Wind fliegt, so ist es nicht verwunderlich wenn das Heck wegdreht oder im schlimmsten Fall sogar umschlägt. Steht das Heck aber genau in Flugrichtung, so klappt es.

Also nimmt man ausreichende Rückwärtsfahrt auf, das Heck sauber ausgerichtet. Dann voll Roll, am Rücken leicht mit negativ Pitch unterstützen und fertig ist die Rolle. Ich hatte anfangs immer unbewusst etwas Heck zugesteuert, was zum Wegdrehen geführt hat. Mit etwas Konzentration war das aber zu meistern.

Sehr schön sieht auch die Kombination von Looping und Rolle aus:

Wie oben beschrieben fliegt man einen Rückwärtslooping. Ist dieser schön groß und sauber ausgesteuert, so kommt man mit beträchtlicher Fahrt aus dem Looping heraus. Genug Fahrt um gleich anschließend eine saubere Rolle zu durchfliegen. Wenn jetzt die Konzentration noch langt um das ganze in einer Kurve und einer Platzrunde auszuleiten, so sieht das schon sehr professionell aus und das Wohlwollen der Zuschauer ist gewiss.